Darum gehts
- Swiss Football League eröffnet Verfahren gegen GC nach Knallkörper-Vorfall beim Derby
- Fans entschuldigen sich öffentlich, Konflikt mit Urech bleibt jedoch ungelöst
- Disziplinarkommission untersucht, Stadionverbot und Anzeige möglich bei Identifikation
GC droht Ungemach. Die Swiss Football League hat ein Verfahren gegen den Rekordmeister eröffnet. Der Grund: Im Zürcher Derby am 21. Februar im Letzigrund flog während der ersten Halbzeit aus der Fankurve der Hoppers ein Mega-Böller auf die Tartanbahn. Dieser detonierte in unmittelbarer Nähe von Fotografen.
Diese waren kurz zuvor von der Kurve gewarnt worden und kamen mit dem Schrecken davon. Laut Blick-Recherchen ist auch diejenige Person, neben der der Böller unmittelbar explodierte, abgesehen von kleinen Schäden am Material, von gesundheitlichen Folgen verschont geblieben. In einer Stellungnahme verurteilt der Verein «das Zünden von pyrotechnischen Gegenständen ausdrücklich. Solche Handlungen gefährden die Sicherheit aller Anwesenden und haben im Stadion keinen Platz.»
Am letzten Sonntag im Heimspiel gegen Lugano (1:0) entschuldigten sich die GC-Fans bei der entsprechenden Person. «Sorry an Fotograf. Dä Böller wär für dä Urech gsi». Gemeint ist damit Christoph Urech, der Chief Business Officer der Hoppers. Für den Klub ein No-Go. «Sachliche Kritik an Entscheidungen ist legitim, persönliche Angriffe überschreiten jedoch eine klare Grenze», so GC in seinem Statement. Der Klub akzeptiere nicht, dass Mitarbeitende oder Verantwortungsträger öffentlich beleidigt, bedroht oder diskreditiert würden.
Seit Monaten schwelender Konflikt
Seit Monaten schwelt ein Konflikt zwischen der Fankurve und Urech, der seit Juni bei GC tätig ist. Erstmals wird dieser während des Testspiels am 12. August gegen Bayern München öffentlich, als die GC-Kurve ein Transparent hochhält, auf dem steht: «Urech: Immer wiiter – i die eigeti Täsche.» Vonseiten GC spricht man von einem Missverständnis, das Urech direkt mit den Fans klären werde.
Doch der Dialog zwischen Urech und der Kurve fruchtet nicht. Beim Rückrundenstart gegen Thun verkündet der Sektor IV, dass der Austausch mit Urech per sofort beendet werde. Ihm werden unter anderem «undurchsichtige Partnerschaften und Mandatsvergaben» vorgeworfen. Während des Spiels steht auf einem Transparent: «Wer glaubt en Berner Oberländer chan ‹Business› in Züri leite, het selber kei Ahnig vo sim Business.»
Nur droht der Konflikt zu eskalieren, auch wenn der Klub Hand bietet zu Gesprächen. «GC ist weiterhin aktiv um einen konstruktiven und respektvollen Dialog mit der Kurve bemüht. Der Support der Fans ist dem Verein sehr wichtig. Ein nachhaltiger Austausch kann jedoch nur auf Augenhöhe und gegenseitigem Respekt stattfinden.»
Klar ist: Die Vorfälle werden ein Nachspiel haben. Der Fall wurde von der SFL an die Disziplinarkommission weitergeleitet, welche die Ereignisse untersuchen wird. Der Verein arbeite eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um die Verantwortlichen zu identifizieren, so GC. «Bei einer Identifikation drohen eine Anzeige sowie ein Stadionverbot.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 27 | 33 | 64 | |
2 | FC St. Gallen | 27 | 20 | 50 | |
3 | FC Lugano | 27 | 11 | 46 | |
4 | FC Basel | 27 | 6 | 43 | |
5 | FC Sion | 27 | 9 | 41 | |
6 | BSC Young Boys | 27 | 3 | 39 | |
7 | FC Luzern | 27 | 2 | 33 | |
8 | FC Zürich | 27 | -14 | 31 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 27 | -4 | 30 | |
10 | Servette FC 0:1 | 28 | -8 | 29 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 27 | -12 | 24 | |
12 | FC Winterthur 1:0 | 28 | -46 | 17 |

