Der FC Zürich baut um. Nicht auf dem Heerenschürli, sondern im Verein. «Es ist nie zu spät, schlauer zu werden», sagt Präsident Ancillo Canepa (72).
Neu wird es einen Posten des CEO geben. «Übergangsweise werde ich die Aufgaben übernehmen», sagt Canepa. Was er verlangt: Führung, Entscheidungsqualität und die Transparenzstärkung. «De facto ist es das Gleiche was Heliane und ich bisher im Präsidium machten. Wir suchen nun einen geeigneten Kandidaten und hoffen, in den nächsten zwei Monaten jemanden zu finden.»
Zwei Fussball-Legenden im Beirat
Dann ist da der neue Beirat. Ein sechsköpfiges Gremium, das «keine operative Funktion» hat, sondern als zusätzliche Meinungsquelle dienen soll. «Sie werden dann aktiv, wenn wir sie zu einem spezifischen Thema konsultieren», sagt Claudio Cisullo (61), der neben seiner Tätigkeit als «Lead Independent Director» im Verwaltungsrat auch Vorsitzender des Beirats ist. «Das sind alles Persönlichkeiten mit sehr grossen Erfahrungen und Leistungsausweisen.» Darunter sind zwei absolute Fussball-Legenden.
Da wäre Roberto Donadoni. Der 62-Jährige ist 63-facher italienischer Nationalspieler, dreifacher Champions-League-Sieger, sechsfacher italienischer Meister und von 2006 bis 2008 Trainer der Squadra Azzurra. Gemäss Cisullo habe Donadoni keinen Moment gezögert: «Als ich ihn darauf angesprochen habe, hat er sofort Ja gesagt. Er hat sich geehrt gefühlt, dass der grosse FCZ ihn angefragt hat, um im Beirat zu sitzen.»
Und dann wäre da noch Roberto Di Matteo (55). Der frühere FCZ-Spieler hat den FC Chelsea 2012 zum Champions-League-Titel geführt und sich so zur Klublegende gemacht. Für die Zürcher stand er in der Siaosn 1991/92 34 Mal auf dem Platz. «Es ist nicht die Idee, dass der Beirat einfach ‹drischnorret›. Wir wollen ein Gefäss haben mit viel Kompetenz», sagt Canepa. Und Cisullo fügt an: «Keiner von denen hat es nötig, sich zu profilieren. Wäre die Bedingung gewesen, operativ mitzuwirken, hätte keiner von ihnen zugesagt.»
Mangiarratti ist nicht alleine für Transfers verantwortlich
Mit Alessandro Mangiarratti haben die Zürcher zudem einen Technischen Direktor – die Rolle des Sportchefs gibts nach dem Aus von Milos Malenovic nicht mehr. Die Aufgaben des 47-Jährigen gehen über das Transferwesen hinaus, wie Canepa erklärt: «Natürlich ist der Technische Direktor Teil der Sportkommission. Aber er hat eine übergeordnete Funktion und auch die Leitung über den Nachwuchs- und Frauen-Bereich. Er ist sozusagen der Innenminister.»
Das Transferwesen wolle man ebenfalls neu aufziehen. So soll es nicht mehr eine Person geben, die die Verhandlungen führt. Wie das genaue Modell der Verhandlungen aussehen soll, wolle man noch ausarbeiten. «Wir werden das Transferwesen transparent machen mit der Kommission.» Diese besteht aus Mangiarratti, dem Cheftrainer, dem Präsidenten und der Delegierten, «da sie die finanziellen Verantwortung übernehmen müssen». Cisullo betont: «ich werde und will da nicht mitreden.»
Apropos Transfers: Ist da vom FCZ in den kommenden Tagen und Wochen noch etwas zu erwarten? Canepa schliesst keinen Transfer aus, sagt aber auch, dass «das Profil passen muss», wenn man jemanden holen möchte. Auf der anderen Seite seien einige Spieler wie Junior Ligue und Jahnoah Markelo auf dem Absprung.
Hier gibts die ganze PK zum Nachlesen im Ticker:
FCZ stellt sich neu auf
Ancillo Canepa (72) wird neben dem Präsidentenamt neu auch ad interim den Posten des CEO innehaben. Cisullo ist nicht nur als «Lead Independent Director» im Verwaltungsrat, sondern auch Vorsitzender des neu formierten Beirats, in dem mit Roberto Di Matteo (55, Champions-League-Sieg mit Chelsea 2012) und Roberto Donadoni (62, 63-facher Nationalspieler Italiens und dreimaliger CL-Sieger) unter anderem auch zwei sehr prominente Fussball-Grössen sitzen.
Das wars
Die Pressekonferenz ist nach fast 50 Minuten zu Ende. Danke fürs Mitlesen und bis zum nächsten Mal.
Rückkehr von Ricardo Rodriguez?
Canepa: «Es ist so, dass wir immer wieder Kontakt zu ehemaligen FCZlern haben. Auch wenn die Rückkehr kurzfristig kein Thema ist. ich höre immer wieder die Botschaften, dass Spieler wieder zurückkommen wollen. Nichts ist ausgeschlossen.»
Cisullo: «Reden kann man viel»
«Der Entscheid, dass wir die strategische Auslegung angehen wollen, ist ein Highlight. Und das haben wir im allerersten Gespräch angetönt. Reden kann man viel, aber wir wollten umsetzen. Es ist kein Sprint, es ist ein Halb-Marathon. Das will man überlegt, fundiert und langfristig machen.»
Was bringt der Beirat?
«Es ist nicht die Idee, dass er einfach «drischnorret». Wir wollen ein Gefäss haben mit viel Kompetenz. Die Leute sind auf ihrem Spezialgebiet Koryphäen. Für mich ist das eine riesige Chance, Zweitmeinungen einholen zu können. Operativ haben sie keine Kompetenz und ich glaube auch nicht, dass sie uns «drischnorret.» Cisullo: «Keiner von denen hat es nötig, sich zu profilieren. Wäre die Bedingung gewesen, operativ mitzuwirken, hätte keiner von ihnen zugseagt.»
Canepa: «Wenn das Profil passt, holen wir ihn»
«Ich schliesse nicht aus, dass wir noch jemanden holen. Aber es geht nur um Qualität. Wir haben auf allen Positionen sehr viele junge Talente. Wenn es die Möglichkeit gibt, jemanden zu holen, der ins Profil passt, dann holen wir ihn.»
Canepas Beurteilung des Sportlichen
«Es ist so oder so schwierig. Alle sind so nahe zusammen, jeder schlägt jeden. Europacup ist das Ziel von allen. Es ist nicht unmöglich. Die Leistung gegen Servette hat fussballerisch Leistung nach oben, aber ich habe selten ein Team gesehen, das so gekämpft hat und füreinander gerannt ist. Wenn wir das Fussballerische noch weiterentwickeln können, kann der FCZ eine wichtige Rolle spielen.»
Interessenkonflikte wegen Malenovic?
«Es gibt zwei Fälle, die von sich aus gekommen sind und sich neu orientieren wollten. Andere Mitarbeiter, die über ihn gekommen sind, sind zu 100 FCZ-loyal. Wir haben ja diese Leute auch «getestet» und die sind hervorragend.»
Wie ist der FCZ auf Mangiarratti gekommen?
«Er hat in seiner Vergangenheit schon ähnliche Funktionen gehabt. Er war bei YB im Nachwuchsbereich. Bei Chiasso war er Sportchef. Aber wir brauchen nicht einen Sportchef im engen Sinn. Wir brauchen jemanden, der im Nachwuchs- und Profifussball Erfahrung hat. Der technische Direktor muss auch gut mit dem Cheftrainer zusammenarbeiten können. Wir haben mit Alessandro einen, der weiss, was geht und was nicht geht, weil er selbst als Cheftrainer gearbeitet hat. Ich habe die beiden zusammengebracht und die harmonieren zu 100 Prozent. Er braucht die Empathie, um mit dem Cheftrainer umzugehen.»
Canepa und Cisullo schon seit langem im Austausch
«Wir sind seit fast zwei Monaten tagtäglich im Austausch. Diesen Entscheid haben wir auch zusammen getroffen und dann ist es auch richtig, dass wir den zusammen kommunizieren.»
Wie sieht der finanzielle Aspekt aus, welche Rolle hat der gespielt?
«Wir wollen die Zukunft organisieren. Man braucht finanzielle Mittel. In der Schweiz ist es verdammt schwierig, den Klub selber finanzieren zu lassen. Du brauchst Transfers, also brauchst du sportlichen Erfolg. Und um diese Chancen zu vergrössern, brauchst du ein finanzielles Polster. Wir wollen Leute gewinnen, sich beim FCZ zu engagieren, um die finanzielle Basis zu haben um den nächsten Schritt zu machen.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 20 | 18 | 43 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 20 | 8 | 36 | |
4 | FC Basel | 20 | 8 | 33 | |
5 | FC Sion | 20 | 6 | 31 | |
6 | BSC Young Boys | 20 | -2 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 20 | 3 | 27 | |
8 | FC Zürich | 20 | -7 | 25 | |
9 | FC Luzern | 20 | -3 | 21 | |
10 | Servette FC | 20 | -7 | 21 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 20 | -11 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 19 | -29 | 10 |

