Hattrick-Shaqiri lobt FCB-Trainer Magnin nach Sieg im Klassiker
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«Er macht seinen Job sehr gut»:Hattrick-Shaqiri lobt FCB-Trainer Magnin nach Sieg im Klassiker

FCB-Noten gegen Zürich
Überragender Shaqiri verdient sich die Bestnote

Der FC Zürich verliert einen spektakulären Klassiker gegen den FCB mit 3:4. Wer hat dabei wie abgeschnitten? Hier gehts zu den Noten.
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Xherdan Shaqiri avanciert im Klassiker gegen den FCZ zum Matchwinner.
Foto: keystone-sda.ch
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Florian RazReporter Fussball

Vorne hui, hinten pfui! Ein Wahnsinn, wie der FC Basel diese Schicksalspartie für Trainer Ludovic Magnin beginnt. 30 Sekunden sind gespielt, als sich Kevin Rüegg daran erinnert, was Flavius Daniliuc in Salzburg getan hat und dem FCZ mit einem fiesen Fehlpass das 1:0 ermöglicht. Daniliuc selbst beweist später sein Formtief, als er Matthias Phaëton völlig unnötigerweise mit zwei Händen im Basler Strafraum umreisst. Damit ist die Hälfte der FCB-Abwehr ungenügend.

Goalie Marwin Hitz dagegen hat sich entschieden, dass er alle möglichen Höhen und Tiefen einstreut. Fragwürdig, wie er beim 0:1 am nahen Pfosten erwischt wird. Schwach, wie er Nevio Di Giustos Weitschuss vor dem 3:3 nach vorne prallen lässt. Dazwischen aber grossartig, wie er den Kopfball von Jorge Segura an die Latte lenkt. Einen Penalty hält er, ist aber zu weit vor der Linie. Beim zweiten ist er chancenlos.

Im zentralen Mittelfeld zeigt Koba Koindredi endlich, dass er ja tatsächlich Zweikämpfe bestreiten kann. So leitet er das 1:1 ein. So muss er einen Stammplatz in diesem Basler Kader haben. Neben ihm taucht Dion Kacuri aus einer Versenkung auf, in der er im Februar 2024 verschwunden ist, als er von GC nach Basel gewechselt ist. Ihm wird zwar ein Tor zurecht wegen Hands aberkannt. Und er ist etwas weniger auffällig als Nebenmann Koindredi. Aber das Lob von FCB-Sportkommissions-Mitglied Ruedi Zbinden nach Schlusspfiff im Kabinengang hat er sich verdient.

Rechts wird Jeremy Agbonifo Mühe haben, seinen Platz gegen Dortmund-Leihspieler Julien Duranville zu verteidigen, wenn er weiterhin Bälle aus fünf Metern an die Latte statt ins Tor schiesst. Der Mann auf der anderen Seite ist da um einiges produktiver. Philip Otele ist trotz Transfergerüchten noch immer in Basel – und steuert einen Assist und ein Tor zum Sieg bei.

Im Sturm gilt für Albian Ajeti ein weiteres Mal: hat und gibt sich Mühe. Aber diesmal gelingt es dem Stürmer wenigstens, immer wieder Bälle festzumachen und Freistösse zu provozieren. Zum Beispiel den, der zum 3:2 führt.

Bleibt noch einer: der Mann des Spiels. Xherdan Shaqiri, der es einfach noch immer drauf hat. Das 1:1 vollstreckt er kühl und mit etwas Hilfe von FCZ-Goalie Yanick Brecher. Das 2:2 zaubert mit einem Lupfer von der Mitte der Zürcher Platzhälfte – und mit ganz viel Hilfe von FCZ-Goalie Brecher. Der Freistoss zum 3:2 ist ein kleiner Geniestreich. Und das 4:3 in der 94. Minute der Beweis, dass er auch mit 34 noch topfit ist. Bestnote mit Sternchen.

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Hinweis: Jeremy Agbonifo bis 68., Albian Ajeti bis 68., Philip Otele bis 74., Koba Koindredi bis 87. – Julien Duranville ab 68., Kaio Eduardo von 68. bis 87., Bénie Traoré ab 74., Léo Leroy ab 87., Marin Soticek ab 87. (alle zu kurz für eine Bewertung).

Shaqiri versenkt den FCZ in der 94. Minute im Alleingang
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Highlights im Video:Shaqiri versenkt den FCZ in der 94. Minute im Alleingang

Und so haben die FCZ-Spieler abgeschnitten

Dieses Spiel ist ein 94 Minuten dauernder Hilferuf in Richtung der sportlichen Führung des FCZ: Diese Mannschaft braucht einen Innenverteidiger. Dringend. Natürlich wird diese Zürcher Abwehr vermutlich nie mehr in dieser Zusammenstellung spielen. Aber es ist eigentlich schon beim Austeilen der Aufstellungen vor Anpfiff klar, dass das nicht funktionieren kann. Und es funktioniert nicht.

Das Unheil beginnt damit, dass Goalie Yanick Brecher beim ersten Gegentor nicht gut und beim zweiten miserabel aussieht. Es geht damit weiter, dass es nie eine gute Idee ist, Jorge Segura spielen zu lassen. Der Kolumbianer soll Routinier sein. Er ist ein ständiges Sicherheitsrisiko. Und weil es im Fussball leider nicht möglich ist, ihn nur für offensive Standards ein- und danach gleich wieder auszuwechseln, kann man den Versuch mit ihm abbrechen.

Nelson Palacio, der in einer Dreierabwehr aushelfen soll, ist gelernter Mittelfeldspieler. Und das sieht man seinem Stellungsspiel an. Vor allem in Halbzeit eins funktioniert seine Abstimmung mit Rechtsaussen Chris Kablan mässig bis gar nicht. Immerhin gelingt David Vujevic erneut ein solides Spiel in der Innenverteidigung.

Rechts hat Kablan das Pech, dass er auf der Seite spielt, auf der Philip Otele sein Unwesen treibt. Dagegen hat Livano Comenencia auf links gegen Jeremy Agbonifo fast Ferien.

Im zentralen Mittelfeld sind Cheveyo Tsawa und vor allem Miguel Reichmuth für einmal überfordert. Reichmuth wirkt bei den ersten beiden Gegentoren in den Duellen mit Koba Koindredi und Xherdan Shaqiri wie ein Junior, der seine ersten Erfahrungen im Erwachsenenfussball macht. Und bis zu einem gewissen Mass stimmt das ja auch. Tsawa lässt sich in der 94. Minute von Shaqiri einfach abdrängen.

Bledian Krasniqi als Zehner mit der Sieben auf dem Rücken gelingt ein idealer Start ins Spiel. Stark seine Balleroberung (mit Reichmuths Hilfe) und sein Steilpass beim 1:0. Danach müsste er aber als einer der routinierteren Zürcher noch mehr mithelfen, Ruhe ins viel zu hektische Zürcher Spiel zu bringen.

Matthias Phaëton ist ein Phänomen: Kaum einmal gesehen, schiesst er ein Tor und holt einen Penalty heraus. Und Philippe Kény setzt die Trauer um seinen verstorbenen Vater in eine bockstarke Leistung um. Das 1:0 leitet er mit ein. Das 2:1 schiesst er nervenstark, nachdem ihn der Video-Assistent vor einem verschossenen Elfmeter bewahrt. Hinten rettet er in der 75. Minute erst mit, dann für Brecher auf der Linie. Nur ein Tor aus dem Spiel heraus gelingt ihm nicht. Da steht ihm Dominik Schmid im Weg.

Von den Einwechselspielern macht Nevio Di Giusto mit seinem harten Weitschuss für sich Werbung, der zum 3:3 führt. Und Verteidiger Kelechi Ihendu sieht diesmal zumindest so solide aus, dass man ihn das nächste Mal wieder vor Segura versuchen kann.

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Hinweis: Jorge Segura bis 56., Bledian Krasniqi bis 56., Chris Kablan bis 63., Matthias Phaëton bis 63., Miguel Reichmuth bis 82. – Nevio Di Giusto ab 56., Daniel Ihendu ab 56., Mohamed Bangoura ab 63. (zu kurz für eine Bewertung), Damienus Reverson ab 63. (zu kurz für eine Bewertung), Jill Stiel ab 82. (zu kurz für eine Bewertung).

Du willst wissen, wie die anderen Teams abgeschnitten haben? Hier gehts direkt zur Übersicht aller Klubs.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
21
21
46
2
FC Lugano
FC Lugano
21
11
39
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
20
14
37
4
FC Basel
FC Basel
21
9
36
5
FC Sion
FC Sion
21
6
32
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
21
-5
29
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
21
3
28
8
FC Zürich
FC Zürich
21
-8
25
9
Servette FC
Servette FC
21
-5
24
10
FC Luzern
FC Luzern
21
-3
22
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
21
-11
18
12
FC Winterthur
FC Winterthur
20
-32
10
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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