Keine 24 Stunden nach der Entlassung von Ludovic Magnin nimmt im Medienraum des FC Basel bereits dessen Nachfolger Platz. «Die Herausforderung ist enorm. Es stehen gleich drei Big Games mit wenig Zeit zur Vorbereitung an», sagt der neue FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner. Dass er in Basel sofort abliefern muss, ist dem ehemaligen Nati-Captain bewusst. «Das Risiko ist da, aber ich bin relativ schnell zum Entschluss gekommen, dass ich diese Aufgabe annehmen möchte.»
Wie Sportchef Daniel Stucki erklärt, sei man mit Lichtsteiner schon länger im Austausch gewesen. Der eigentliche Plan wäre aber gewesen, dass dieser im Sommer vom 1.-Liga-Team des FC Wettswil-Bonstetten zurück nach Basel wechselt, wo er die U21 hätte übernehmen sollen. «Eine unserer Ideen war, dass er dort Erfahrungen sammelt und nach dem Ende des Vertrags von Ludo die erste Mannschaft übernehmen könnte. Aufgrund der aktuellen Situation ist er jetzt sofort ein Kandidat geworden», so Stucki.
Dass man sich bereits jetzt vom Lausanner getrennt habe, sei der Entwicklung der letzten Wochen geschuldet. «Die Art und Weise, wie wir in den letzten Spielen aufgetreten sind, war nicht gut. Die Entwicklung der Spieler hat stagniert oder war sogar negativ», sagt der FCB-Sportchef. Man habe Magnin über die Winterpause noch einmal eine Chance geben wollen, eine Kehrtwende zu schaffen. Stucki: «In den letzten Spielen haben wir aber keine positiven Zeichen gesehen.»
Lichtsteiner kommt nicht alleine
Magnins Nachfolger hat der Basler Sportchef gleich mit einem Vertrag über dreieinhalb Jahre ausgestattet. «Wir wollen ein nachhaltiges Projekt und nicht einen Trainer für nur ein paar Monate», erklärt Stucki. Dass Lichtsteiner keinerlei Erfahrung auf Profitrainer-Ebene mitbringt, ist für ihn kein Problem. «Wir sehen das etwas differenzierter», so Stucki. Er zieht gleich einen grossen Vergleich, in dem er Lichtsteiners Werdegang mit grossen Namen wie Pep Guardiola, Vincent Kompany oder Andrea Pirlo vergleicht, die ebenfalls mehr oder weniger direkt einen ambitionierten Profi-Klub übernommen haben.
Im Gegensatz zu Magnin kommt Lichtsteiner nicht ganz alleine nach Basel. Pascal Bader (43), zuletzt Trainer der U16 des FC Aarau, stösst als Assistenztrainer zum FCB. «Es ist wichtig, dass Steph eine Vertrauensperson mitnehmen kann», sagt Stucki und zeigt sich dabei auch etwas selbstkritisch: «Vielleicht hat das Ludo etwas gefehlt, um seine Ideen zu vermitteln. Er ist in einen eingespielten Meister-Staff gekommen.»
Lichtsteiner wird am Dienstagnachmittag sein erstes Training als FCB-Trainer leiten. Zunächst gehe es darum, der Mannschaft Lösungen und Optionen mitzugeben, so der Luzerner. «Ich habe viele Spiele gesehen und habe gewisse Ideen im Kopf. Aber natürlich brauche ich etwas Zeit, um alle Spieler richtig kennenzulernen.» Diese hat Lichtsteiner zumindest vorerst aber kaum. Bis zu seinem Trainer-Debüt gegen Pilsen am Donnerstag bleiben etwas mehr als 48 Stunden.
Die FCB-PK zum Nachlesen
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 21 | 21 | 46 | |
2 | FC Lugano | 21 | 11 | 39 | |
3 | FC St. Gallen | 20 | 14 | 37 | |
4 | FC Basel | 21 | 9 | 36 | |
5 | FC Sion | 21 | 6 | 32 | |
6 | BSC Young Boys | 21 | -5 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 21 | 3 | 28 | |
8 | FC Zürich | 21 | -8 | 25 | |
9 | Servette FC | 21 | -5 | 24 | |
10 | FC Luzern | 21 | -3 | 22 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 21 | -11 | 18 | |
12 | FC Winterthur | 20 | -32 | 10 |

