Die positive Rechnung
So könnte der FCB seine Saison noch retten!

Was in der Corona-Krise fast vergessen geht: Basel steht mit einem Schuh und fünf Stollen im Viertelfinal der Europa League. Ein guter Grund, um sich gegen den Saisonabbruch zu stemmen.
Publiziert: 07.05.2020 um 09:26 Uhr
|
Aktualisiert: 07.05.2020 um 19:29 Uhr
1/7
Daumen hoch: Silvan Widmer als Sinnbild des internationalen Höhenflugs der Basler.
Stefan Kreis

Es ist eine Sternstunde des Schweizer Fussballs. 3:0 gewinnt der FCB das Achtelfinal-Hinspiel gegen Frankfurt. Auswärts. Gegen einen Klub, der noch vor einem Jahr im Halbfinal der Europa-League stand. Es ist, nach dem 3:0-Triumph von Servette gegen die Hertha und dem 3:2-Sieg des FC Thun gegen Wolfsburg, erst der dritte Auswärtssieg einer Schweizer Elf gegen einen Bundesligisten in diesem Jahrtausend. Und es ist ein Triumph, der die Basler fast sicher ins Viertelfinal der Europa League bringt.

Die Frage ist: Wann steigt das Rückspiel? Und: Wird dann in der Schweiz überhaupt noch gekickt? In den kommenden Tagen beraten die Vertreter der zwanzig Super- und Challenge-League-Klubs über die Zukunft der Saison. Bei einem Abbruch der Meisterschaft wäre für den FCB auch die Europa League in Gefahr.

Für die Baseler ein Szenario, das es eigentlich zu verhindern gilt. Schliesslich könnte der Klub seine Saison halbwegs retten – wie folgende positive Rechnung zeigt.

Die Uefa-Prämien

Ein Viertelfinal-Einzug würde 1,58 Millionen Franken Extra-Prämien bringen, zudem werden aus dem TV-Markt-Pool insgesamt 10,64 Mio. Franken an die verbliebenen acht Viertelfinalisten ausgeschüttet. Zuvor hatte der FCB für den Gruppensieg (1 Mio.), für den Sechzehntelfinal (500'000) und für den Achtelfinal (1,1 Mio.) schon gut kassiert, zudem brachte alleine die Quali für die Gruppenphase knapp 3 Mio. Pro Sieg kamen fast 600'000 Franken dazu.

Die Marktwerte der Spieler

Wenn Jonas Omlin auswärts gegen Frankfurt die Null hält und in sieben Europa-League-Spielen bloss vier Tore kassiert, dann ist das – was seinen Marktwert angeht – mehr wert als jede Top-Leistung in der Super League. Dasselbe gilt für das starke Innenverteidiger-Duo Alderete/Cömert, das unter europäischem Scheinwerfer ebenfalls brillieren konnte. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil in Zeiten, wo der Transfermarkt in sich zusammen brechen dürfte – und die Spieler Woche für Woche massiv an Wert verlieren.

Der Uefa-Koeffizient der Schweiz

Einmal mehr muss der FCB die Schweizer Kohlen aus dem internationalen Feuer holen, für fast die Hälfte (!) aller Koeffezienten-Punkte sind die Basler verantwortlich. Und das, obwohl man in der vergangenen Saison bereits in der Quali gescheitert ist. Derzeit liegt die Schweiz auf dem miserablen 18. Platz, hinter Ländern wie Zypern, Griechenland, Tschechien, Schottland, Dänemark und Österreich. Dank der Achtelfinal-Quali der Bebbi hat die Schweiz zumindest Kroatien und Serbien hinter sich gelassen, eine Viertelfinal-Quali würde die Super League weiter aufschliessen lassen.

Werbung

Aber: Noch steht nicht fest, ob und wann die Europa Leauge überhaupt wieder aufgenommen wird. In der Corona-Krise regiert die Unsicherheit, König Fussball ist zum Bettler geworden.

Credit Suisse Super League 24/25
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Zürich
FC Zürich
1
2
3
2
FC Lugano
FC Lugano
1
1
3
3
FC Winterthur
FC Winterthur
1
1
3
3
BSC Young Boys
BSC Young Boys
1
1
3
5
FC Basel
FC Basel
0
0
0
5
FC Luzern
FC Luzern
0
0
0
5
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
0
0
0
5
Servette FC
Servette FC
0
0
0
9
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
1
-1
0
10
FC Sion
FC Sion
1
-1
0
10
FC St. Gallen
FC St. Gallen
1
-1
0
12
Yverdon Sport FC
Yverdon Sport FC
1
-2
0
Fehler gefunden? Jetzt melden
Alle Kommentare