Darum gehts
- Servette verliert nach drei ungeschlagenen Spielen 1:3 gegen Thun
- Thun feiert sechsten Meisterschaftssieg in Folge und vergrössert Abstand
- Genfer Coach gratuliert Thun schon zum Meistertitel
Ein Sieg und zwei Unentschieden – so lautete die Bilanz von Servette nach den ersten drei Spielen des neuen Jahres. Es war die längste Serie an ungeschlagenen Spielen in dieser Saison für die Genfer. Die Serie ist jedoch mit der Heimniederlage gegen Thun (1:3) bereits wieder gerissen.
Der Tabellenführer aus dem Berner Oberland setzt seine Traumsaison derweil fort und fährt den sechsten Sieg in Folge in der Meisterschaft ein. Damit festigen die Thuner auch ihren Platz an der Spitze weiter.
Bei Servette läuft nicht alles rund
«Sie waren uns in Sachen Einsatz und Kampfgeist überlegen», beginnt Steve Rouiller. Wie kann es sein, dass die Genfer gegen den Tabellenersten nicht mit vollem Ehrgeiz ins Spiel gehen? «Das ist schwierig zu erklären. Es standen sich zwei gegensätzliche Teams gegenüber. Eine Mannschaft mit viel Selbstvertrauen und eine, die zweifelt», antwortet der Servette-Captain.
Für Rouiller haben «Details» den Unterschied gemacht, insbesondere die Naivität seiner Teamkollegen bei den Freistössen, die zu den ersten beiden Thuner Toren führten. «Kurz vor der Pause verpassen wir den Ausgleich. Das war der Wendepunkt», ergänzt Servette-Coach Jocelyn Gourvennec. Für ihn waren es auch «Kleinigkeiten», die dazu führten, dass die Genfer zu Hause mit zwei Toren in Rückstand gerieten.
«In unserer anderen starken Phase treffen wir zuerst die Latte und kassieren dann gleich einen Gegentreffer», fährt der 53-Jährige fort. Kurz vor der Stundenmarke begeht der eingewechselte Ablie Jallow eine Tätlichkeit und fliegt vom Platz. «Das macht uns zu schaffen», ärgert sich Gourvennec. «Um gegen den Tabellenführer zu gewinnen, muss alles stimmen. Das war nicht der Fall. Wir können uns keine halben Sachen leisten.»
Sind die Top 6 immer noch realistisch?
Die Thuner hatten Basel und YB geschlagen, bevor sie Servette in Genf besiegten. «Sie könnten mit verbundenen Augen spielen und sich trotzdem noch finden», meint der französische Trainer. Seine Servettiens spielen mit offenen Augen, haben aber Mühe, sich gut durchzukombinieren.
In dieser Saison trennt Servette (fast) alles von Thun. Mauro Lustrinelli sagt, seine Mannschaft sei «reif, organisiert und habe die richtige Mentalität». Vor allem habe sie viel Selbstvertrauen gesammelt, durch das sie immer nach vorne schauen und einen Rückstand auch aufholen und Spiele drehen können. Nach 23 Spieltagen scheint Thun auf dem besten Weg zum Meistertitel zu sein. «Die Frage ist nicht mehr, ob Thun die Meisterschaft gewinnt, sondern wann Thun sie gewinnen wird», bekräftigt Jocelyn Gourvennec.
Was sein Team angeht, bestätigt er, dass es weiterhin die Top 6 anstrebt. «Es fällt mir schwer, zu sagen, dass wir uns verbessern, wenn wir gerade verloren haben. Aber ich glaube wirklich daran. Wir haben uns weiterentwickelt, wenn man sich die Spiele zu Beginn der Saison anschaut, in denen wir sehr instabil waren», so der Genfer Trainer. Der Franzose hält den Kurs in einer Super League, in der Servette nur schwer navigieren kann.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 23 | 24 | 52 | |
2 | FC Lugano | 23 | 11 | 41 | |
3 | FC St. Gallen | 22 | 14 | 39 | |
4 | FC Basel | 23 | 9 | 39 | |
5 | FC Sion | 23 | 6 | 34 | |
6 | BSC Young Boys | 23 | -2 | 33 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 23 | 2 | 29 | |
8 | Servette FC | 23 | -7 | 25 | |
9 | FC Zürich | 23 | -12 | 25 | |
10 | FC Luzern | 23 | -3 | 24 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 23 | -11 | 20 | |
12 | FC Winterthur | 22 | -31 | 14 |


