Darum gehts
- FC Winterthur verliert im Letzigrund und bleibt defensiv weiter anfällig
- Neuzugang Kryeziu nicht in Startelf, da über ein Jahr ohne Spiel
- Winti stellt traurigen Rekord auf: 24 Spiele ohne weisse Weste
Immerhin hat er seinen Humor nicht verloren. Als ein Journalist nach dem Spiel die Frage vergisst, die er Patrick Rahmen (56) stellen wollte, meint der Trainer des FC Winterthur: «Siehst du. So ist es uns heute vor dem Tor gegangen.»
Punkt für Rahmen. Es bleibt der einzige an diesem Abend im Letzigrund. Weil die Winti-Spieler überall dort versagen, wo Spiele entschieden werden. Vorne – wo sie die Chancen schon fast slapstickmässig verstolpern. Und hinten, wo die Abwehr die Tore praktisch herschenkt.
Winti baut einen traurigen Rekord aus
Dabei schien die Dauerbaustelle in der Abwehr zuletzt doch endlich behoben. Gegen Lausanne und Lugano kassierten die Winterthurer je nur ein Gegentor. Was bemerkenswert ist für eine Mannschaft, die in ihren 23 Ligaspielen kein einziges Mal zu null gespielt hat.
Ein trauriger Super-League-Rekord, den Winti in Zürich weiter ausbaut, weil die Winterthurer wieder ins alte Fahrwasser geraten. «Wenn du so spielst wie heute, musst du damit rechnen, dass du Gegentore bekommst», stellt Rahmen trocken fest.
Eigentlich müsste das also der Moment sein, in dem Mirlind Kryeziu (29) in die Startformation rutscht. Der Innenverteidiger wurde verpflichtet, um die wacklige Defensive zu stabilisieren. Gegen den FCZ kommt er erst, als das Spiel bereits entschieden ist.
«Natürlich kommen Emotionen hoch», sagt der FCZ-Meisterheld von 2022, der in der Südkurve nicht erst seit seinem Freibier zum Abschied im Sommer 2025 Kultstatus geniesst. Klar, dass er lieber nicht als Gegner in den Letzigrund zurückgekehrt wäre: «Aber am Ende ist das das Leben eines Fussballers. Ich habe einen Job zu erledigen.»
«Das kannst du nicht simulieren»
Der besteht laut Kryeziu darin, den Teamkollegen zu helfen «mit meiner Erfahrung, mit meinem Biss und als Motivator». Und doch sieht ihn sein Trainer noch nicht in der Startformation. «Wir müssen vorsichtig sein», erklärt Rahmen mit Blick darauf, dass Kryeziu über ein Jahr lang kein Spiel mehr bestritten hat: «Er hat sich gut fit gehalten. Aber Spielsituationen kannst du nicht mit Individualtraining simulieren.»
Um so wichtiger wäre es gewesen, Kryeziu bereits in der Winterpause im Kader zu haben. Aber das scheiterte an der Sehnsucht nach seinem Stammverein, verrät Rahmen: «Wir mussten auf Mirlind warten. Er hat gehofft, dass er zum FCZ zurück kann.»
Jetzt ist das Warten zu Ende. Mirlind Kryeziu und der FC Winterthur müssen hoffen, dass es nicht zu lange gedauert hat.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 23 | 24 | 52 | |
2 | FC St. Gallen | 23 | 15 | 42 | |
3 | FC Lugano | 24 | 11 | 42 | |
4 | FC Basel | 23 | 9 | 39 | |
5 | FC Sion | 23 | 6 | 34 | |
6 | BSC Young Boys | 24 | -3 | 33 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 23 | 2 | 29 | |
8 | FC Zürich | 24 | -9 | 28 | |
9 | FC Luzern | 24 | -2 | 27 | |
10 | Servette FC | 24 | -7 | 26 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 24 | -12 | 20 | |
12 | FC Winterthur | 23 | -34 | 14 |


