Comeback nach Schädelbruch
Das Drama um FCZ-Goalie Malloth

Vor zweieinhalb Jahren erlitt FCZ-Goalie Andres Malloth (20) einen Schädelbruch. Sein Leben hing an einem dünnen Faden.
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Von Michel Wettstein und Martin Arn

Mai 2011: Abschlusstraining der U21 des FC Zürich. Goalie Andres Malloth hechtet nach einem Ball und kracht dabei mit dem Kopf ins Knie von Ivan Audino. Der Zusammenprall ist übers ganze Feld zu hören. Malloth bricht blutüberströmt zusammen und verliert das Bewusstsein.

Der heutige FCZ-Coach Urs Meier trainierte damals die U21. Er erinnert sich: «Malloth lag am Boden, er hatte die Zunge verschluckt und atmete nicht mehr. Er war in einem sehr kritischen Zustand.»

Lebensrettende Sofortmassnahmen werden eingeleitet, Malloth wird mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren. Meier: «Es ging um Leben und Tod.»

Die Diagnose der Ärzte ist niederschmetternd: gebrochene Schädeldecke. Die Karriere des jungen Goalies scheint vorbei, bevor sie richtig angefangen hat. Meier: «Nach dem Unfall hat zunächst niemand geglaubt, dass er es noch einmal schafft.»

Aber Malloth kämpft sich zurück. Ein Jahr nach dem verhängnisvollen Zusammenstoss kommt er gegen Serrières mit der U21 wieder zum Einsatz.

Am letzten Wochenende erlebt Malloth sogar seine Feuertaufe in der Super League. Weil Stammgoalie David Da Costa im Spiel gegen Aarau Rot sieht und Ersatzkeeper Yannick Brecher verletzt ist, muss Malloth ran.

Und der junge Goalie ist nicht zu beneiden. Im Stich gelassen von seinen Vorderleuten, muss Malloth gegen Aarau fünf Mal den Ball aus dem Netz holen. 

Auch am Sonntag gegen Basel wird er zwischen den Pfosten stehen. Das bereitet Trainer Meier aber keine Sorgen: «Andres steht mit beiden Beinen auf dem Boden. Dass er wieder Fussball spielt und dann erst noch bei den Profis, ist unglaublich. Fünf Gegentore hauen ihn sicher nicht um.»

Malloth spielt immer noch mit Kopfschutz. Er selber darf sich zum Spiel nicht äussern. Der FCZ will Malloth schützen und hat ihn von den Medien abgeschirmt.

Der gelernte Bauzeichner, der zu 60 Prozent in seinem Beruf arbeitet, ist sich sehr wohl bewusst, wie viel Glück er hatte. Auf der FCZ-Homepage hat Malloth unter dem Stichwort «Grösster Erfolg» notiert: «Mein Comeback nach dem Schädelbruch.»

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
30
38
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
30
23
55
3
FC Lugano
FC Lugano
30
10
50
4
FC Basel
FC Basel
30
6
49
5
FC Sion
FC Sion
30
9
45
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
30
5
45
7
FC Luzern
FC Luzern
30
2
36
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
30
-4
36
9
Servette FC
Servette FC
30
-8
33
10
FC Zürich
FC Zürich
30
-17
31
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
30
-18
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
30
-46
19
Meisterschaftsrunde
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