Arnold über Spiel in Serbien: «Wir wurden beim Entscheid nicht einbezogen»(02:23)

Xhaka und Co. müssen nach Serbien
Schweiz beisst bei Uefa auf Granit

Am 25. März startet die Nati in die EM-Quali. In Serbien gegen Belarus. Der Schweizerische Fussballverband intervenierte bei der Uefa, muss sich nun aber der Entscheidung beugen.
Publiziert: 02.02.2023 um 17:59 Uhr
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Aktualisiert: 02.02.2023 um 19:59 Uhr
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Granit Xhaka (Mitte), Xherdan Shaqiri (rechts) und die Nati müssen für das Belarus-Spiel nach Serbien reisen.
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Sebastian WendelReporter Fussball

Losglück? Auf den ersten Blick ja: In der EM-Qualigruppe mit Rumänien, Israel, Kosovo, Belarus und Andorra ist die Schweiz haushoher Favorit, alles andere als die direkte Qualifikation (Rang 1 oder 2) nach dem zehnten Spieltag Ende November wäre ein Desaster.

Höher sind die Hürden, die die Nati auf dem Weg ans Turnier 2024 in Deutschland neben dem Platz überspringen muss. Kosovo? Zweite Heimat der Nati-Aushängeschilder Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Israel? Gerade spitzt sich der Konflikt mit Palästina wieder zu. Belarus? Verbündeter von Kriegstreiber Russland. Mehr politisches Konfliktpotenzial als in der Gruppe I geht nicht!

Der Weg der Nati an die EM 2024 in Deutschland

EM-Qualigruppe I

25. März 2023: Belarus - Schweiz (in Novi Sad/Serbien)

28. März 2023: Schweiz - Israel (in Genf)

16. Juni 2023: Andorra - Schweiz

19. Juni 2023: Schweiz - Rumänien (in Luzern)

9. September 2023: Kosovo - Schweiz

12. September 2023: Schweiz - Andorra (in Sion)

12. Oktober 2023: Israel - Schweiz

15. Oktober 2023: Schweiz - Belarus (in St. Gallen)

18. November 2023: Schweiz - Kosovo

21. November 2023: Rumänien - Schweiz

EM-Qualigruppe I

25. März 2023: Belarus - Schweiz (in Novi Sad/Serbien)

28. März 2023: Schweiz - Israel (in Genf)

16. Juni 2023: Andorra - Schweiz

19. Juni 2023: Schweiz - Rumänien (in Luzern)

9. September 2023: Kosovo - Schweiz

12. September 2023: Schweiz - Andorra (in Sion)

12. Oktober 2023: Israel - Schweiz

15. Oktober 2023: Schweiz - Belarus (in St. Gallen)

18. November 2023: Schweiz - Kosovo

21. November 2023: Rumänien - Schweiz

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Schon der Beginn wird zum Spiessrutenlauf: Wegen seiner Verbrüderung mit Russland hat die Uefa die Heimspiele von Belarus nach Serbien verlegt – als neutralen Spielort. Neutral? Nun: Serbien lehnt als eines von wenigen Ländern Sanktionen gegen Russland ab...

SFV-Arnold: «Unsere Stimme wurde nicht gehört.»

Unabhängig davon: Nach den emotionsschwangeren Duellen zwischen der Nati und Serbien an den WM-Turnieren 2018 und 2022 hat man beim Schweizerischen Fussballverband mehr Fingerspitzengefühl von der Uefa erwartet – und seine Verwunderung und das Unverständnis über die Austragung des Startspiels in der Stadt Novi Sad auch deponiert.

SFV-Kommunikationsdirektor Adrian Arnold zu Blick: «Wegen der besonderen Geschichte mit Serbien sind wir überrascht vom Entscheid, in den der Schweizerische Fussballverband nicht mit einbezogen wurde. Unsere Stimme wurde nicht gehört. Wir akzeptieren das und werden in Novi Sad gegen Belarus antreten.»

Darum boykottiert der SFV Belarus nicht

Die Uefa argumentiert, dass die Schweiz im neu aufflammenden Konflikt zwischen Serbien und Kosovo ja keine Partei sei. Und man nicht die Türen öffnen wolle für Spielverschiebungen, die auf dem Migrationshintergrund einzelner Spieler gründen.

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Kommt dazu: Bei der Inspektion einer SFV-Delegation in Novi Sad entpuppte sich der Rasen im Stadion Karadjordje als Acker. Weshalb die Nati das Abschlusstraining vor dem Spiel am 25. März ziemlich sicher in der Schweiz absolvieren wird.

Neben dem Austragungsort gibt auch der Gegner zu reden. Zur Erinnerung: Wenige Tage nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine kam der SFV mit der Mitteilung, vorerst keine Spiele gegen Russland auszutragen, dem Ausschluss Russlands durch Uefa und Fifa zuvor.

Gab es ähnliche Überlegungen im Bezug auf Belarus? Das Land schickt zwar keine eigenen Truppen in die Ukraine, dient russischen Soldaten aber als Durchgangshof. Adrian Arnold sagt: «Völkerrechtlich gibt es einen Unterschied: Russland ist mit Truppen und Waffen in ein souveränes Land eingefallen. Belarus nicht. Darum behandeln wir – und auch die Fifa und die Uefa – die beiden Länder unterschiedlich.»

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