Steven Zuber ist zurück im Nati-Kader
«Wenn ich scheisse bin, muss er mich nicht mitnehmen»

Nach einjähriger Absenz ist Steven Zuber zurück in der Nati. Der Stürmer von AEK Athen will sich für die EM in Deutschland aufdrängen – nicht dank seiner Verdienste aus der Vergangenheit, sondern mit Leistung auf dem Platz.
Publiziert: 28.05.2024 um 16:55 Uhr
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Aktualisiert: 28.05.2024 um 17:48 Uhr
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Für die Nati schoss Steven Zuber in 52 Länderspielen 10 Tore.
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Christian FinkbeinerFussballchef

Mit 52 Länderspielen gehört Steven Zuber (32) zu den erfahrensten Nati-Spielern in der ersten Woche des EM-Camps in Abtwil SG. Sein bislang letztes Länderspiel bestritt er vor einem Jahr in Andorra. Nun ist er zurück. «Es fühlt sich an, wie wenn man neu eingeschult wird», sagt der Stürmer des AEK Athen in Anspielung auf die vielen neuen Gesichter mit einem Lachen.

Im Gegensatz zu den Jungen hat Zuber in der Vergangenheit zur Genüge bewiesen, was er der Nati bringen kann. An der WM 2018 schoss er gegen Brasilien das wichtige 1:1. An der EM 2021 war er der beste Vorlagengeber des Turniers. Drei Assists in einem EM-Spiel (beim 3:1 gegen die Türkei) schafften vor ihm nur Michael Laudrup und Rui Costa. Danach folgte der Achtelfinal-Coup gegen Frankreich. «Geld kommt und geht, aber solche Emotionen kann man sich nicht kaufen», so Zuber. Diese würden für immer bleiben.

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Alles beginnt bei null

Doch an der Vergangenheit hängt Zuber nicht. «Im Fussball fängt es immer wieder bei null an.» Auch deshalb hat er akzeptiert, dass er zuletzt nicht mehr zum Nati-Aufgebot gehörte. Trotz des sportlich schwierigen Herbsts wäre er gerne auch da dabei gewesen. Sein Fazit aus der Distanz? «Der Fussball ist enger zusammengerückt. Und wir treten nicht mehr gegen Gegner an, die von Beruf Spengler sind, und dann am Abend gegen uns spielen.» Klar hätte man die eine oder andere Situation anders gestalten können. Mit der Quali für die EM sei das Ziel aber erreicht worden.

Und an dieser will auch Zuber dabei sein. «Wir sind alle Sportsmänner und wollen das Gleiche.» Seine Chancen, dass er auch den finalen Cut überstehen wird, schätzt er pragmatisch ein. «Wenn ich scheisse im Training bin, soll der Trainer mich nicht mitnehmen, wenn ich gut bin schon.» Acht Tore schoss er für AEK Athen in dieser Saison, die erfolgreiche Titelverteidigung misslang allerdings. «Das hat schon ein wenig an mir genagt», so der Ex-Hopper, der mit ZSKA Moskau auch schon russischer Meister geworden ist.

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Schlechte Erfahrungen mit der Deutschen Bahn

Ist er auch eine Option als Nummer 9, falls Breel Embolo ausfallen sollte? «Ich habe auch diese Position schon gespielt», sagt Zuber. «Wo ich am besten bin, sollen aber andere beurteilen. Aber ich bin sicher kein Breel-Ersatz.» Wo Yakin, der Zuber im Frühjahr besucht hat, mit ihm planen würde, ist für ihn zweitrangig. «Hauptsache, ich bin dabei und kann meinen Beitrag leisten.»

Für Zuber wäre die EM-Teilnahme eine Rückkehr in die alte Heimat, hat er doch während sieben Saisons für Hoffenheim, Stuttgart und Frankfurt gespielt. Angesprochen auf die Tatsache, dass die Nati mit dem Zug zu den Spielen fahren wird, muss Zuber schmunzeln. «Ich war damals vielleicht zehnmal mit dem Zug unterwegs, zehnmal hatte dieser Verspätung», erinnert er sich. «Die Deutsche Bahn geht gar nicht.» Natürlich sei die Schweiz punkto öffentlicher Verkehr verwöhnt. «Ich hoffe schon, dass die Züge an der EM fahren und wir nicht zu spät ans Spiel kommen.»

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