Stergiou über seine Ernährung: «Kein Zucker, kein Brot, keine Pasta»(02:33)

Das gesunde Interview
So diszipliniert isst und schläft U21-Captain Stergiou

Blick trifft Leonidas Stergiou (21) im Restaurant seiner Onkel. Der U21-Nati-Captain redet über Ernährung und Haalands Schlafbrille und verrät, weshalb er jeden Morgen eiskalt duscht.
Publiziert: 12.09.2023 um 01:11 Uhr
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Aktualisiert: 12.09.2023 um 08:30 Uhr
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U21-Nati-Captain Leonidas Stergiou zwischen seinen Onkels Nikos (l.) und Stavros (r.) im Garten ihres Restaurants «Bodega Noi» in Lichtensteig SG.
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Michael WegmannStv. Fussballchef

Leonidas Stergiou, es heisst, Sie könnten locker auch als Ernährungsberater arbeiten. Stimmt das?
Leonidas Stergiou: Das ist übertrieben, ich habe selbst noch einen eigenen Ernährungsberater. Aber es geht schon in diese Richtung: Ernährung ist ein grosses Thema für mich. Ich habe einige Bücher darüber gelesen, es interessiert mich sehr.

Woher kommt dieses Interesse?
Mit Sicherheit haben mich meine Eltern schon dafür sensibilisiert. Sie haben meinen beiden Schwestern und mir ganz früh mitgegeben, wie wichtig für uns qualitativ gute Ernährung ist. Bei uns zu Hause kamen nie Fertiggerichte auf den Tisch. In den letzten Jahren habe ich mir noch viel detaillierteres Wissen angeeignet. Was das Thema Ernährung angeht, bin ich sehr diszipliniert.

Früher wars einfach: Ein Teller Pasta vor einem Spiel, um den Energiespeicher zu füllen. Und gut wars…
… das ist längst überholt. (Lacht). Da gibt bessere Alternativen: zum Beispiel Süsskartoffeln, Vollreis oder Quinoa. Pasta aller Art habe ich schon vor Jahren von meinem Ernährungsplan gestrichen. Aber das heisst nicht, dass jeder so essen muss. Am Ende muss es für mich stimmen.

Was ist sonst noch gestrichen?
Ich verzichte auch auf Brot und jegliche Art von Kristallzucker, wie zum Beispiel Süssgetränke. Wir führen uns schon genug Zucker zu. Zudem achte ich darauf, dass ich nur dreimal am Tag esse, dazwischen nichts. Es ist gesünder, wenn man dem Verdauungsapparat mal eine Pause gibt.

Können Sie auch kochen?
Nicht wirklich, das überlasse ich gerne anderen, wie zum Beispiel meinem Onkel Nikos.

Ihre beiden Onkel führen das Gault-Millau-Restaurant «Bodega Noi» in Lichtensteig. Ist Ihr Vater auch im Gastgewerbe tätig?
Schon länger nicht mehr. Früher führte er hier in der Nähe die Bar «happy live», die war damals in der Ostschweiz sehr bekannt.

Wie sieht es bei Ihnen mit Alkohol aus?
Nicht so meins, aber ich bin ja noch jung. Wenn ich älter bin, gibts sicher ab und zu mal ein Glas guten Rotwein zum Essen.

Nebst Ernährung sollen Sie auch sehr genau auf Ihre Regeneration achten, heisst es.
Stimmt. Ich versuche, mir die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, damit ich performen kann. Ich bin da schon ein wenig pedantisch – auch was den Schlaf angeht.

Cristiano Ronaldo verteilt seinen Schlaf anscheinend in 5x90-Minuten-Nickerchen über den ganzen Tag, weil dies leistungsfördernder sein soll. Tun Sie das auch?
Ich habe es auch gelesen. Für mich ist das weniger was. Ich schlafe lieber am Stück. Aber es ist wie überall: Jedem, was ihm guttut. Mir ist wichtig, dass ich gut einschlafen kann und genug schlafe.

Und was meinen Sie zu Erling Haaland, der vor dem Zu-Bett-Gehen jeweils für 90 Minuten eine Brille trägt, damit er dann ruhiger schlafen kann?
Das mache ich seit knapp einem Jahr auch. Lustigerweise habe ich meine Brille indirekt sogar von Haaland.

Wie das?
Mein ehemaliger Teamkollege Albert Vallci beim FC St. Gallen hat sie mir gegeben. Haaland hat ihm dieses Modell empfohlen, als sie beide bei Red Bull Salzburg gespielt haben.

Was soll die Brille bringen?
Sie filtert das Blaulicht heraus, das wirkt sich positiv auf das Schlafhormon aus.

Und schlafen Sie seither besser?
Unterbewusst hat es sicher einen Effekt. Aber vergesse ich mal, sie aufzusetzen, merke ich nicht, dass ich schlechter schlafe.

Sonst noch einen anderen Gesundheitsspleen?
Ja. Ich dusche seit knapp drei Jahren jeden Morgen eiskalt. Lukas Görtler hat mir ein Buch über Kältetherapie empfohlen. Zu Beginn habe ich jeden Morgen gefroren. Aber irgendwann merkte ich, dass ich kälteresistenter werde und dass es mir unglaublich Power gibt. Wie bei allem braucht es Geduld, bis man die Auswirkungen spüren kann.

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