Captain Cana ist der wichtigste Albaner
Boss und glühender Patriot

Lorik Cana ist Captain der Albaner. Auch ein «Schweizer». Nicht nur, weil er sein Debüt gegen die Schweiz gab. Am 11. Juni genau vor 13 Jahren.
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Nati-Debüt 2003 gegen die Schweiz: Cana versucht, Chappi zu stoppen.
Foto: PIUS KOLLER
Alain Kunz aus Perros-Guirec

Warm-up der Albaner zum Training im Stade Yves Le Jannou. Schön in Reih und Glied. Alle? Nein! Einer geht voran: Lorik Cana. Wenn es noch eine Bestätigung gebraucht hätte, wer hier das Sagen hat, dann liefert sie so etwas Banales wie das Einlaufen.

Die Wertschätzung für den 32-jährigen Captain der Doppeladler ist gewaltig! Keiner der ­Mitspieler verliert ein schlechtes Wort über ihn. Und der Mann, der mit sechs in die Schweiz kam und in Lausanne gross wurde, ist trotz seiner beeindruckenden Karriere auf dem Boden geblieben, hat ein offenes Ohr für alle. Er ist Ikone, Vorbild, Statussymbol. Der EM-Match am Samstag gegen die Schweiz wird sein 92. Spiel im Nationaldress sein. Rekord!
Auch sein erster Nati-Einsatz war gegen die Schweiz – am 11. Juni 2003 im Stade de Genève. Der damalige Trainer Hans-Peter Briegel brachte Cana, der eben erst zum PSG gewechselt hatte, in der Pause. Die 2:3-Pleite konnte aber auch der damals 19-Jährige nicht verhindern.

13 Jahre später ist sein Traum von einer Endrunde wahr geworden. Der Traum eines glühenden Patrioten, der dazu steht. «Seit ich im Nationalteam spiele, verteidige ich meine Herkunft und die Werte, an die ich glaube. Deshalb bin ich besonders stolz, dass wir es geschafft haben! Einzig die Nationalmannschaft konnte in der Geschichte unseres Landes das albanische Volk vereinen. Ob die Albaner nun in den USA, in Australien oder in der Schweiz leben. Denn Schliesslich gibt es ausserhalb Albaniens mehr Albaner als innerhalb. All diese haben wir vereint.»

Der Patriotismus geht beim heutigen Spieler von Ligue-1-Klub Nantes so weit, dass er sich den Doppeladler gleich zwei Mal hat stechen lassen. Einmal auf dem Oberarm und einmal auf dem Rücken. «Wenn du mal damit beginnst, kannst du nicht mehr aufhören», sagt Cana über seine Tattoos, die den Grossteil seines Körpers bedecken. Darunter sind auch albanische Gedichte und ein Krieger aus dem Volk der Illyrer. Von diesem antiken Stammesverbund stammen die Albaner ab – und auch der Name Lorik, der so viel bedeutet wie «der mit Lorbeer bedeckt ist». Am Samstag würde uns Schweizern ein einfacher Schwingerkranz reichen, für einen einfachen Sieg gegen Albanien.
Mitarbeit: Fanol Ajdari

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