Playstation und ein Whatsapp
Die letzten Stunden im Leben von Capitano Astori

Der Schock über den plötzlichen Herztod von Fiorentina-Captain Davide Astori (31) sitzt immer noch tief. Die letzten Stunden.
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Ciao Capitano. Davide Astori ist tot.
Foto: AFP
Alain Kunz

Es ist 9.25 Uhr. Um 9.30 Uhr ist Frühstück an diesem Sonntag in Udine. Die Mannschaft der Fiorentina ist vollständig versammelt. Vollständig? Es fehlt der Captain. Der Mann, der nie zu spät kam. Der Mann, der immer der erste war. Der Mann, dessen Karriere geprägt war von Selbstaufopferung, von Hingabe, von Schweiss und Pünktlichkeit. Dass Davide Astori um 9.25 Uhr fehlt, ist für jeden am Tisch unverständlich.

Ein Masseur geht in den ersten Stock, klopft an die Türe des Zimmers mit der Nummer 118. Eine Antwort erhält er nicht. Geräusche hört er auch keine. Nur eine furchteinflössende Stille. Als auch Faustschläge der herbeigerufenen Staff-Mitglieder gegen die Türe und Anrufe auf Astoris Handy unbeantwortet bleiben, macht sich Panik breit. Der Arzt wird gerufen. Auch ein Hotelangestellter mit einem Passepartout. Der öffnet die Türe.

Astori liegt im Bett. Halb bedeckt mit dem Laken. Der Arzt versucht gar nicht erst ihn wiederzubeleben. Er weiss sofort: Der Mann, der da liegt, ist seit mehreren Stunden tot. Das Herz hat irgendwann aufgehört zu schlagen.

Team- und Klubmanager brechen in Tränen aus. Die Spieler auch. Sie umarmen sich. Telefonieren ihren Angehörigen, um die schreckliche Nachricht zu verbreiten. Das Zimmer betreten sie nicht. Aus Respekt zu ihrem Captain. Die Nächsten, die sich dort einfinden, sind die Mitarbeiter des Bestattungsinstitutes. Sie kommen mit einem Metallsarg.

Am Samstag um 16.30 Uhr war die Fussballmannschaft aus Florenz in Trient gelandet. Dort schaut die Mannschaft gemeinsam das Spiel Lazio gegen Juve. Dann ist Nachtessen. Danach steht Napoli gegen Roma an. Astori und die Jungs machen dumme Sprüche, bevor der Captain sich aufs Zimmer begibt. Das letzte, was er in seinem Leben tun wird, ist eine halbe Stunde Playstation gegen Goalie Marco Sportiello.

«Er hat seine Schuhe in meinem Zimmer vergessen», wird der Keeper später zu den Carabinieri sagen, welche die Untersuchungen aufnehmen. «Als ich das bemerkte, habe ich ihm ein Whatsapp geschrieben, er solle sie doch holen kommen. Er schrieb mir zurück, er werde das am anderen Morgen tun.» Dazu wird es nie kommen. Diese Schuhe, wie auch alle anderen persönlichen Effekte des Captains, sammeln die Polizisten ein. Um sie später den Angehörigen zu übergeben.

Am Montag hätte Astori seinen Vertrag mit der Fiorentina verlängern sollen. Präsident Andrea Della Valle: «Er hätte seine Karriere im Dress der Fiorentina beenden sollen. Am Montag hätte alles klar gemacht werden sollen. Nun stehen wir alle vor einer schweren Lebensprüfung, die wir irgendwie bestehen müssen. Aber eigentlich finde ich keine Worte.»

Statt einer Vertragsverlängerung steht nun am Montag eine andere Aktivität an. Die Autopsie von Astoris Leiche ...

Serie A 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Inter Mailand
Inter Mailand
21
27
49
2
AC Mailand
AC Mailand
21
18
46
3
SSC Neapel
SSC Neapel
21
14
43
4
AS Rom
AS Rom
21
14
42
5
Juventus Turin
Juventus Turin
21
15
39
6
Como 1907
Como 1907
21
15
37
7
Atalanta BC
Atalanta BC
21
6
32
8
Bologna FC
Bologna FC
21
6
30
9
Lazio Rom
Lazio Rom
21
2
28
10
Udinese Calcio
Udinese Calcio
21
-11
26
11
Sassuolo Calcio
Sassuolo Calcio
21
-5
23
12
US Cremonese
US Cremonese
21
-8
23
13
Parma Calcio
Parma Calcio
21
-8
23
14
FC Turin
FC Turin
21
-13
23
15
Cagliari Calcio
Cagliari Calcio
21
-8
22
16
Genua CFC
Genua CFC
21
-7
20
17
AC Florenz
AC Florenz
21
-9
17
18
US Lecce
US Lecce
21
-16
17
19
Pisa SC
Pisa SC
21
-15
14
20
Hellas Verona
Hellas Verona
21
-17
14
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