Er machte Milan richtig gross
Das ist Berlusconis Sport-Vermächtnis

Mit dem Tod von Silvio Berlusconi verliert der italienische Sport eine riesengrosse Figur. Er war es, der Milan und den Calcio in eine neue Dimension geführt hat.
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Silvio Berlusconi hat im Fussball alles gewonnen, was es zu holen gibt.
Foto: imago/Ulmer
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

«Il Cavaliere», «il Presidente», «Berlusca» oder einfach nur Silvio ist von uns gegangen. Mit Berlusconi geht nicht nur ein Unternehmer und Politiker. Nein, mit ihm ist auch der Mann nicht mehr, der den Calcio nachhaltig verändert und dabei Milan bis an die Weltspitze geführt hat.

31 Jahre lang stand Berlusconi an der Spitze der Rossoneri. Dabei gab es immer wieder Stimmen, wonach er in jungen Jahren Inter-Fan gewesen sei. Er selbst dementierte das immer. 1986 übernahm er das finanziell angeschlagene Milan von Giuseppe Farina und liess sich gleich bei seiner Präsentation als Präsident zelebrieren, wie nur er das konnte. Mit seinem Helikopter liess er sich in die Arena Civica di Milano einfliegen, wo zahlreiche Milanisti auf ihn warteten. Er im Mittelpunkt. Das liebte er.

Fast jedes Jahr ein Titel

Schnell führte Berlusconi Milan auf den Thron der Welt. Nach drei Jahren hat er bereits Meisterschaft und Europapokal der Landesmeister eingetütet. Sein Trainer damals? Arrigo Sacchi. Der Taktikfreak startete mit den Holländern Ruud Gullit, Marco van Basten und Frank Rijkaard die Revolution. Auch nach der Sacchi-Ära blieb Milan erfolgreich. Vor allem unter Fabio Capello und Carlo Ancelotti kamen weitere nationale und internationale Titel hinzu. Insgesamt heimste Milan unter der Ägide von Berlusconi 29 Titel ein.

Der mehrmalige Ministerpräsident Italiens hat aber nicht nur die Geschichte von Milan für immer verändert. Er ist in das Leben aller Italiener getreten. Vielleicht haben nicht alle für ihn gewählt und sich einige für sein gelegentlich unrühmliches Benehmen geschämt. Doch respektiert wurde er bis zuletzt.

Jeder hörte auf sein Wort

Berlusconis hat sich über sein Medienimperium und das Fussballgeschäft einen Status erarbeitet, der seinesgleichen sucht. Sein Einfluss war immens. Auf dem Höhepunkt erlaubte er es sich, sogar über die Squadra Azzurra zu urteilen. «Dino Zoff war unwürdig, er benahm sich wie ein Amateur. Man kann Zidane nicht so ungedeckt lassen», kommentierte er die Finalniederlage Italiens gegen Frankreich an der Euro 2000. Wenige Tage später zog sich Zoff zurück. Wenn Berlusconi sprach, hörte ganz Italien zu. Bis zum Schluss.

Auch in den letzten Jahren hatte sein Wort im Fussball Gewicht, besonders in Monza. 2018 übernahm er den Klub aus Freundschaft zu seinem ewigen Begleiter Adriano Galliani, der aus dieser Stadt stammt. In wenigen Jahren haben sie das Team aus der Serie C in die Serie A und dieses Jahr fast sensationell nach Europa geführt. Monza ist das letzte seiner unzähligen Lebenswerke, für die ihm ganz Italien ewig dankt.

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Serie A 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Inter Mailand
Inter Mailand
34
49
79
2
SSC Neapel
SSC Neapel
34
19
69
3
AC Mailand
AC Mailand
34
21
67
4
Juventus Turin
Juventus Turin
34
28
64
5
Como 1907
Como 1907
34
31
61
6
AS Rom
AS Rom
34
19
61
7
Atalanta BC
Atalanta BC
33
16
54
8
Bologna FC
Bologna FC
34
1
48
9
Lazio Rom
Lazio Rom
33
4
47
10
Sassuolo Calcio
Sassuolo Calcio
34
-3
46
11
Udinese Calcio
Udinese Calcio
33
-5
43
12
Parma Calcio
Parma Calcio
34
-15
42
13
FC Turin
FC Turin
34
-17
41
14
Genua CFC
Genua CFC
34
-8
39
15
AC Florenz
AC Florenz
34
-7
37
16
Cagliari Calcio
Cagliari Calcio
33
-14
33
17
US Lecce
US Lecce
34
-24
29
18
US Cremonese
US Cremonese
34
-25
28
19
Hellas Verona
Hellas Verona
34
-33
19
20
Pisa SC
Pisa SC
34
-37
18
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