Saudi-Gaudi aus und vorbei?
Al-Ittihad wirft Benzema aus dem Team

Karim Benzema verdient sich in Saudi-Arabien eine goldene Nase. Aber die Stimmung in der Wüste ist arg getrübt: Nach mehreren Eskapaden wird Benzema von seinem Klub Al-Ittihad nun aus dem Team geworfen.
Publiziert: 15.01.2024 um 14:09 Uhr
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Aktualisiert: 15.01.2024 um 16:41 Uhr
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Karim Benzema sorgt in Saud-Arabien für viel Ärger.

Karim Benzema (36) gehört zu jenen grossen Namen, die im vergangenen Sommer dem Ruf des Öl-Geldes gefolgt sind. Rund 50 Millionen Euro soll der französische Top-Stürmer beim saudischen Meister Al-Ittihad im Jahr verdienen. Aber von Saudi-Gaudi keine Spur. Stattdessen verursacht Benzema am Roten Meer in Dschidda massig Stunk.

Trainingsauftakt geschwänzt – aus Kader geworfen

Nun ist der vorläufige Höhepunkt erreicht: Da die saudische Liga aufgrund des Asien-Cups bis Anfang Februar pausiert, ist Benzema in den Urlaub nach Mauritius geflogen. Eigentlich kein Problem. Doch als Al-Ittihad am Freitag die Vorbereitung wieder aufnahm, fehlte vom langjährigen Real-Star jede Spur.

Wie die «Marca» schreibt, ist Benzema entgegen der Vereinbarung nicht auf dem Klubgelände erschienen und schwänzte den Trainingsauftakt. Damit habe der Franzose «innerhalb des Vereins grosse Wut ausgelöst». Besonders dem argentinischen Trainer Marcelo Gallardo, dem ohnehin eine angespannte Beziehung zu Benzema nachgesagt wird, soll das übel aufgestossen sein. So sehr, dass er Benzema als Reaktion kurzerhand aus dem Kader geworfen und ihm ein Verbot fürs Trainingslager in Dubai erteilt hat.

Derweil beteuert die Benzema-Seite, dass er nicht absichtlich gefehlt habe. Sondern, dass er wegen eines Zyklons auf Mauritius festsitze. Al-Ittihad schenkt dieser Darstellung aber offenbar wenig Glauben. Wohl auch, weil es nicht das erste Mal ist, dass Benzema für Verdruss sorgt.

Trip nach Madrid: Schon Ende 2023 erlaubt er sich eine Trainingspause. Damals soll Benzema laut dem saudischen Sportkanal Al-Riyadiya unautorisiert nach Madrid gejettet sein und so mehrere Trainingseinheiten versäumt haben.

Sportlicher Misserfolg: Sportlich wird Benzema den Erwartungen überhaupt nicht gerecht. Al-Ittihad, amtierender Meister, ist auf den 7. Rang abgestürzt, liegt 25 Punkte hinter Tabellenführer Al-Hilal. Zuletzt gabs im eigenen Stadion eine 2:5-Demütigung gegen Al-Nassr. Und Benzema? Der lässt das alles über sich ergehen, ist weit davon entfernt, seinem Status entsprechend als Anführer voranzugehen.

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Lustlosigkeit: Auf dem Rasen fällt Benzema mit lustlosem Auftreten auf. Den Fans bekommt das überhaupt nicht, sie lassen den Superstar ihre Wut spüren. Dem Ärger der Anhängerschaft stellt sich der Franzose aber nicht – stattdessen taucht er ab, nimmt prompt seinen 76 Millionen Follower schweren Instagram-Account von der Plattform.

Flieht Benzema zurück nach Europa?

«Benzema und die Zuschauer entfernen sich von Tag zu Tag immer mehr voneinander», erklärte der saudische Journalist Walid Al-Faraj unlängst. «Er hat es bislang nicht geschafft, einen Unterschied zu machen. Und vor allem strengt er sich gar nicht an.» In internationalen Medien kursieren bereits Gerüchte, wonach Benzema einen Weg zurück nach Europa sucht. PSG, Real Madrid und sogar Manchester United wurden bereits mit ihm in Verbindung gebracht.

Benzema ist nicht der einzige Spieler in Saudi-Arabien, der mit einer Flucht kokettiert. Auch Jordan Henderson, der im Sommer Liverpool in Richtung Al-Ettifaq verlassen hat, soll sich bereits bei diversen Teams in Europa selbst angeboten haben. Vielleicht ist Geld ja doch nicht alles. (sbe)

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