Nach Skandalen und Abstiegssorgen
Nottingham Forest so gut wie seit 26 Jahren nicht mehr

An der Spitze der Premier League haben sich die Grossen der Branche breitgemacht. Doch mittendrin ist mit Nottingham Forest auch ein Klub, der zuletzt für Skandale sorgte und gegen den Abstieg kämpfte.
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Forest-Trainer Nuno Espírito Santo hat Nottingham Forest stark gemacht.
Foto: AFP
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Die Euphorie im altehrwürdigen City Ground, wo Nottingham Forest seine Heimspiele austrägt, ist derzeit grenzenlos. «Forest are back!», Forest ist wieder da, brüllt der Grossteil der über 29'000 Fans beim 3:0-Sieg gegen West Ham.

Der Traditionsklub, bei dem einst auch die Schweizer Raimondo Ponte, Marco Pascolo, Pajtim Kasami und kürzlich Remo Freuler tätig waren, belegt nach zehn Runden Platz 3 – die beste Premier-League-Position seit 26 Jahren. Einzig Liverpool und Manchester City stehen dem Team aus der Robin-Hood-Stadt vor der Sonne. Die Londoner Elite von Chelsea, Arsenal und Tottenham liegt dahinter, von Rekordmeister Manchester United (Platz 13) ganz zu schweigen.

Dabei war Forest (gegründet 1865) – nach Stadtrivale Notts County (1862) der zweitälteste Profiklub der Welt – in den letzten beiden Jahren nach dem Aufstieg mit Abstiegskampf beschäftigt. Es regierte das Chaos. So wurde Forest im Frühling mit dem Abzug von vier Punkten bestraft, weil man die Financial-Fairplay-Regeln nicht eingehalten hatte, was die Folge einer wilden Transferpolitik und des zu späten Verkaufs von Brennan Johnson (23) an Tottenham war. In der ersten Saison nach 23 Jahren Abwesenheit verpflichteten die Reds 30 Spieler, wobei mehrere nie zum Einsatz kamen.

Der Punktabzug und eine Serie von höchst zweifelhaften Schiedsrichter-Entscheiden kreierte im letzten Jahr einen rebellischen Geist rund um den Klub und führte zu einigen Entgleisungen. So wurde Forest mit umgerechnet 840'000 Franken gebüsst, weil man mitten im Abstiegskampf in einem Post auf X nach drei nicht gepfiffenen Penaltys im Spiel gegen Everton schrieb, dass VAR Stuart Attwell (42) ein Fan von Konkurrent Luton sei.

Spuckte Besitzer den Schiedsrichtern vor die Füsse?

Zuletzt war der portugiesische Trainer Nuno Espírito Santo (50) nach einem Ausraster an der Seitenlinie für drei Spiele gesperrt worden. Und der streitbare Klub-Besitzer Evangelos Marinakis (57) erhielt ein Stadionverbot für fünf Spiele, nachdem er im Kabinengang den Schiedsrichtern vor die Füsse gespuckt haben soll. Der griechische Reeder, der auch Conference-League-Sieger Olympiakos Piräus besitzt, bestreitet dies. Der Rotz sei nicht in Richtung der Unparteiischen gerichtet gewesen …

All diese Nebengeräusche haben der Mannschaft nicht geschadet, oder sie gar noch gestärkt. Bisher gab es nur eine Niederlage (0:1 gegen Fulham), die letzten drei Spiele wurden gewonnen, und als einziges Team konnte man Leader Liverpool (1:0) besiegen.

Das Prunkstück des Teams ist die Abwehr mit dem robusten Serben Nikola Milenkovic (27), den man im Sommer für nur 14 Millionen Franken von Fiorentina holte, und dem spielstarken Murillo (22). Der Brasilianer, der dieser Tage sein erstes Nati-Aufgebot erhielt, war im Sommer 2023 kurz vor der Transfer-Deadline für 11,3 Millionen Franken zum Klub gestossen und dürfte inzwischen das Vierfache oder mehr wert sein.

Für die Tore sorgt primär Mittelstürmer Chris Wood (32). Mehr Treffer als der kantige Neuseeländer (8) hat diese Saison nur City-Tormaschine Erling Haaland (11) erzielt. Deshalb beginnen sie in Nottingham wieder zu träumen. Kann dieses Team gar den Sprung in den Europacup schaffen? Dort hat der Klub unter dem legendären Trainer Brian Clough (1935–2004) seine grössten Erfolge gefeiert. 1979 und 1980 gewann man den Cup der Landesmeister, den Vorgänger der Champions League.

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Premier League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Arsenal FC
Arsenal FC
37
43
82
2
Manchester City
Manchester City
37
43
78
3
Manchester United
Manchester United
37
16
68
4
Aston Villa
Aston Villa
37
6
62
5
Liverpool FC
Liverpool FC
37
10
59
6
AFC Bournemouth
AFC Bournemouth
37
4
56
7
Brighton & Hove Albion
Brighton & Hove Albion
37
9
53
8
Chelsea FC
Chelsea FC
37
7
52
9
Brentford FC
Brentford FC
37
3
52
10
FC Sunderland
FC Sunderland
37
-7
51
11
Newcastle United
Newcastle United
37
0
49
12
Everton FC
Everton FC
37
-2
49
13
FC Fulham
FC Fulham
37
-6
49
14
Leeds United
Leeds United
37
-4
47
15
Crystal Palace
Crystal Palace
37
-9
45
16
Nottingham Forest
Nottingham Forest
37
-3
43
17
Tottenham Hotspur
Tottenham Hotspur
37
-10
38
18
West Ham United
West Ham United
37
-22
36
19
Burnley FC
Burnley FC
37
-37
21
20
Wolverhampton Wanderers
Wolverhampton Wanderers
37
-41
19
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