Szene sorgt für Aufregung: Hier küsst Verbandspräsident Hermoso(00:26)

Er verharmloste den Fall Rubiales
Nati-Trainerin Grings kritisiert Rummenigge scharf

Der Kuss-Skandal bei den Spanierinnen nach dem WM-Titel schlägt hohe Wellen. Auch bei unserem nördlichen Nachbar. Die Aussagen von Deutschland-Legende Karl-Heinz Rummenigge sorgen für viel Unverständnis.
Publiziert: 30.08.2023 um 20:05 Uhr
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Aktualisiert: 30.08.2023 um 20:07 Uhr
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Ernste Miene: Inka Grings gefällt gar nicht, dass Karl-Heinz Rummenigge den Kuss-Skandal der WM verharmlost.

«Inakzeptabel»: Das hält Inka Grings (44) nicht nur von dem ungefragten Kuss von Spaniens Verbandspräsident Luis Rubiales (46) auf den Mund der Spielerin Jennifer Hermoso (33) nach dem WM-Titel. Inakzeptabel findet die Schweizer Nati-Trainerin auch die Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge, die die Aktion verharmlosten.

Rummenigge ist eine deutsche Fussball-Legende mit 95 Länderspielen, wurde im Jahr 1980 Europameister und führte Deutschland in den WM-Finals 1982 und 1986 als Captain aufs Feld. Der 67-Jährige amtet aktuell als Aufsichtsratsmitglied bei Bayern München und ist als Vertreter der Klubvereinigung ECA einer der 20 Personen im Exekutivkomitee der Uefa. Sein Wort hat Gewicht. Doch es wird nicht immer akzeptiert.

Grings verweist auf Siegerehrungen der Männer

Grings ordnete am Mittwoch beim Sender WDR 5 den Kuss-Skandal ein, der bei der WM-Siegesfeier vor eineinhalb Wochen stattfand. Ihre Argumentation für die Deplatziertheit des Kusses von Rubiales: «Man kann sich ja gerne einmal die Siegerehrungen angucken von einem Herrn Rummenigge, wenn Bayern deutscher Meister oder Champions-League-Sieger wurde oder die Herren der Nationalmannschaft Weltmeister oder Europameister wurden. Also ich habe da nirgendwo gesehen, dass sich die Männer untereinander so extrem auf den Mund geküsst haben.»

Sie hat kein Verständnis für die Verharmlosung der Szene. Dies tat Rummenigge am Rande eines «Sport Bild»-Anlasses: «Wenn man Weltmeister wird, ist man emotional. Und was er da gemacht hat, ist – sorry, mit Verlaub – absolut okay», sagte er. Der ehemalige Fussball-Star von Bayern München und Inter Mailand (und Servette im Herbst seiner Karriere) kennt Rubiales aus dem Uefa-Exekutivkomitee und sagte, dass man die Kirche im Dorf lassen solle.

«Es war ein Unding»

Grings sieht wie Rummenigge, dass ganz viel Euphorie, Emotionen, Adrenalin im Spiel gewesen sein mussten. «Nichtsdestotrotz ist es ein Unding gewesen, einvernehmlich sieht in der Tat anders aus», sagt die ehemalige deutsche Nationalspielerin, die seit diesem Jahr Nati-Trainerin ist und mit der Schweiz im Achtelfinal an den Spanierinnen 1:5 scheiterte.

Seit dem Kuss ist viel passiert. Hermoso äusserte sich in den sozialen Medien mit Nachdruck, dass der Kuss nicht einvernehmlich war und sie sich als Opfer eines sexistischen Aktes fühlt. Rubiales sieht es anders und will an seiner Position als Verbandsboss Spaniens festhalten. Die Fifa hat Rubiales am Samstag für vorerst für 90 Tage aus dem Verkehr gezogen. Mittlerweile fordert auch der spanische Fussballverband Rubiales' Rücktritt. Die spanische Regierung wirft ihm Machtmissbrauch vor. Zudem soll vom spanischen Sportgericht über den Fall bald ein Urteil stehen. (str)

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