Es ist ein knallharter Abnützungskampf, den sich Stuttgart und Freiburg in diesem Pokal-Halbfinal liefern. Und er geht beinahe über die volle Länge – aber eben nur beinahe, denn: Nach 119 Minuten verhindert das Heimteam ein Penaltyschiessen doch noch. Last-Minute-Torschütze ist Joker Tiago Tomas, der gefühlvoll mit der Hacke erfolgreich ist und die Schwaben so zum zweiten Mal in Folge ins Endspiel um den DFB-Pokal schiesst.
Dass das Ende so dramatisch ausfällt, wäre aus Stuttgarter Sicht wohl nicht unbedingt nötig gewesen. Dies aus zwei Gründen: Einerseits ist der einzige Freiburger Treffer einer der vermeidbaren Sorte. Mitten in einer Druckphase der Hausherren misslingt Stiller ein Rückpass von der Mittellinie völlig. Und ausgerechnet diesen geschenkten Eckball nutzt Freiburg nach 28 Minuten zur Führung: Eggestein lenkt einen Kopfball von Ginter ins Tor ab.
Stuttgarter Chancenwucher
Andererseit betreiben die Schwaben, bei denen Nati-Verteidiger Jaquez in der Verlängerung eingewechselt wird, regelrechten Chancenwucher, besonders nach der Pause: Führich legt den Ball am praktisch leeren Tor vorbei und trifft in der Verlängerung nur den Pfosten, Stiller reüssiert aus kurzer Distanz nicht und sieht sein Tor kurz darauf wegen Abseits aberkannt, zudem scheitern Undav und El Khannouss jeweils aus bester Position am überragenden Müller im Freiburger Tor.
Um den Freiburger Pokal-Keeper zu bezwingen, braucht Stuttgart einen Konter. Undav vollendet diesen mit einem überlegten Abschluss in die linke Torecke zum Ausgleich nach 70 Minuten. Verdient, klar – aber trotzdem ärgerlich für Freiburg, das unmittelbar davor bei den in extremis geblockten Abschlüssen von Matanovic und Suzuki das 2:0 nur knapp verpasst hat.
So aber geht die Partie in die Verlängerung. Und diese beginnt beinahe mit der erneuten Führung für Freiburg um die Schweizer Manzambi und Ogbus: Höler versenkt den Ball nach 92 Minuten im Tor, wird aber wegen eines vorangeganenen Foulspiels an Chabot zurückgepfiffen. Ein umstrittener Entscheid, der Freiburg noch länger umtreiben dürfte. Herzlich egal wird dies den Stuttgartern sein, die nun am 23. Mai in Berlin gegen die Bayern ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen wollen.





