«Werden sehr deutlich darüber sprechen»
Bayern-Boss Kahn kontert Neuers Kritik

Manuel Neuer spricht erstmals über seine aktuelle Situation. Die Worte in Richtung seines Vereins Bayern München sind happig. Die Reaktion von Klub-Boss Oliver Kahn ebenso.
Publiziert: 04.02.2023 um 10:33 Uhr
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Aktualisiert: 04.02.2023 um 16:02 Uhr
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Manuel Neuer findet in einem Interview klare Worte über seinen Verein Bayern München.

Am Freitagabend bricht Manuel Neuer (36) sein Schweigen. Der Bayern-Goalie spricht mit der «Süddeutschen Zeitung» erstmals über seinen Skitouren-Unfall, bei dem er sich das Bein brach, und den Rauswurf von Toni Tapalovic (42), einem seiner engsten Vertrauten bei den Münchnern.

Die Reaktion des Vereins? Folgt auf dem Fuss. Klub-Boss Oliver Kahn (53) findet klare Worte. «Was Manuel in Teilen dieses Interviews im Zusammenhang mit der Freistellung von Toni Tapalovic gesagt hat, wird weder ihm als Captain noch den Werten des FC Bayern gerecht», sagt er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. «Zudem kommen seine Aussagen zur Unzeit, weil wir vor ganz wichtigen Spielen stehen.»

«Was Manuel gesagt hat, wird weder ihm als Captain noch den Werten des FC Bayern gerecht.»Oliver Kahn

Was Kahn zudem sauer aufzustossen scheint, ist die Tatsache, dass die Bayern-Bosse von Neuers Interview kalt erwischt wurden. Gemäss Informationen der «Bild» soll der Torhüter dieses dem Klub nicht zur Autorisierung vorgelegt haben.

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Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen

Neuer kritisiert im Interview die Entlassung des Goalie-Trainers Tapalovic scharf. «Für mich war das ein Schlag, als ich bereits am Boden lag. Ich hatte das Gefühl, mir wird mein Herz rausgerissen, das war das Krasseste, was ich in meiner Karriere erlebt habe. Und ich habe wirklich schon einiges erlebt», so der Bayern-Captain.

«Er ist persönlich betroffen, das muss man ein Stück weit verstehen.»Oliver Kahn

Und auch wenn Kahn diese Aussagen kontert, zeigt er durchaus Verständnis. «Er ist persönlich betroffen, das muss man ein Stück weit verstehen. Das war uns auch bewusst, als wir ihm erklärt haben, dass die nicht leichtfertig getroffene Entscheidung in der Frage des Torwarttrainers in diesem Moment das Beste für unsere Mannschaft war.»

«Manuel hat jetzt das Gegenteil getan»

Gleichzeitig erinnert er sich an seine eigene Karriere, in der er eine ähnliche Situation erlebte. 2004, während seiner Zeit in der deutschen Nationalmannschaft, fühlte sich sein damaliger Goalie-Trainer vom DFB schlecht behandelt und es kam zur Trennung. Auch für Kahn war das nicht einfach, er sei damals ebenso enttäuscht gewesen.

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Aber: «Die gemeinsamen Ziele standen für mich im Vordergrund. Sie waren mir wichtiger als meine persönlichen Gefühle. Und aus diesem Grund habe ich damals entschieden, mich nicht öffentlich zu äussern. Manuel hat jetzt das Gegenteil getan.»

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Welche Konsequenzen das Interview für Neuer nach sich zieht, ist noch offen. Kahn kündigt aber Gespräche mit ihm an: «Wir werden mit ihm darüber sehr deutlich sprechen.» Gemäss «Bild» droht ihm mindestens eine Geldstrafe. (bir)

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