Seoanes erster Tag bei Bayer Leverkusen
«Bundesliga ist ein knallhartes Geschäft»

Gerardo Seoane (42) hat seine Arbeit bei Bayer Leverkusen aufgenommen. Die Werkself wartet seit 1993 auf einen Titel. Macht der Schweizer die Rheinländer glücklich?
Publiziert: 06.07.2021 um 14:20 Uhr
Teile uns deine Meinung zur Vorlesefunktion mit. Zur kurzen Umfrage.
1/7
Gerardo Seoane hat seine Arbeit in der Bundesliga aufgenommen.
Nicolas Ledergerber

Jetzt ist er also da. 48 Tage nach der offiziellen Verkündung, dass Gerardo Seoane neuer Trainer von Bayer 04 Leverkusen wird, leitet der Ex-YB-Meistertrainer seine erste Einheit und hält danach eine Pressekonferenz.

Seoane erobert die Bundesliga! Zumindest ist das der Plan. «Es soll unangenehm sein, gegen Leverkusen zu spielen», kündigt er an. Dafür hat er bereits eine «aufgestellte, motivierte Truppe» angetroffen. Nach fünf Wochen Ferien brauche es aber noch ein bisschen Anlaufzeit.

Erstes Bundesliga-Spiel gegen Fischer

Die hat er auch noch. Zuerst gehts in ein Trainingslager nach Zell am See (Ö). Dort und in Leverkusen kann sich Seoane in aller Ruhe mit dem Team auf die erste Pokal-Runde am 7. August und das Auftaktspiel in die Bundesliga-Saison eine Woche später vorbereiten.

Dann gehts gegen Union Berlin und Urs Fischer, dem zweiten Schweizer Trainer in der Bundesliga. Seoane: «Es geht nicht um Nationalität. Unser Vorteil ist vielleicht, dass wir mehrere Landessprachen haben.» Der Zentralschweizer spricht sechs Sprachen fliessend. Daran soll es also nicht scheitern.

Langes Leverkusener Warten

Ein Titelversprechen gibt er nicht ab. In Leverkusen wartet man seit dem Pokalsieg 1993 auf eine Trophäe. Und Seoane kommt mit drei Meisterschaften und einem Cupsieg nach Deutschland. Sorgt das für Druck? «Man kann eine Herausforderung nicht mit der anderen vergleichen. Bei YB hatten wir die stärkste Mannschaft der Liga. Hier ist es schwieriger. Ich möchte mich nicht auf Resultatziele festlegen, sondern lieber der Mannschaft ein Gesicht geben.»

Der Schritt von der Super League in die Bundesliga ist gross, das weiss ein bedachter und besonnener Typ wie Seoane. «Es ist anders. In der Schweiz spielen wir vier Mal pro Saison gegeneinander. Da kennt man sich aus dem Effeff. Die Bundesliga hingegen ist ein knallhartes Geschäft. Weil die Qualität überall sehr hoch ist», so der neue Bayer-Coach.

Werbung

«Ich freue mich extrem drauf»

Nichts bringt Seoane aus der Ruhe. Souverän und abgebrüht – wie man ihn in der Schweiz längst kennt – beantwortet er die Fragen der Journalistenschar. Was sollen Leverkusen-Fans über ihn wissen? «Es gibt sicher Dinge, die sie wissen möchten, aber die werde ich nicht preisgeben.» Das Wichtigste: «Ich freue mich extrem darauf.»

Denn jetzt ist er da. Die junge Trainerkarriere des Gerardo Seoane nimmt seine nächsten Züge an. Die Arbeit am Rhein hat schon längst begonnen – vor 48 Tagen, als er den Vertrag unterschrieb.

EM-Trophy
Fehler gefunden? Jetzt melden
Alle Kommentare