25'000 Franken für jede: Terchoun: «Wichtig, dass wir endlich was dafür bekommen»(03:02)

Frauen kassieren mehr denn je
Stunk um WM-Prämien – die Schweizerinnen sind zufrieden

110 Millionen Dollar an Prämien und damit knapp viermal mehr als an der WM 2019 in Frankreich schüttet die Fifa an der WM an die Verbände aus. Für die Nati-Stars ist ihr ausbezahlter Anteil viel Geld.
Publiziert: 20.07.2023 um 20:12 Uhr
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Aktualisiert: 20.07.2023 um 22:28 Uhr
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Die Fifa hat die Prämien für die WM massiv erhöht, zahlt aber noch immer viermal weniger als bei den Männern.
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Christian FinkbeinerFussballchef

30'000 Dollar kassiert jede der 736 Spielerinnen von der Fifa.

Gut 25'000 Franken ist viel Geld, beträgt der durchschnittliche Jahreslohn im Frauenfussball laut Fifa doch rund die Hälfte. Dementsprechend zufrieden zeigen sich die Nati-Stars, die das Geld via SFV erhalten. «Das ist für jede von uns ein grosser Batzen», sagt Fabienne Humm (36). Es ist auch eine massive Steigerung gegenüber 2015, als die Nati erstmals an einer WM teilnahm. Damals kassierte jede Spielerin einen tiefen vierstelligen Betrag.

Unbezahlter Urlaub für die WM

Dass alle 23 Nati-Spielerinnen gleich viel kassieren, egal, wie viele Minuten sie an der WM spielen, ist für Captain Lia Wälti (30) absolut in Ordnung. «Es ist nie ein Thema gewesen, dass dies unfair sein soll. Schliesslich gibt es Spielerinnen, die einen grossen Einfluss auf das Team haben, obwohl sie möglicherweise nie zum Einsatz kommen werden.»

Selbst für Wälti ist es ein schöner Betrag, auch wenn sie, Ana-Maria Crnogorcevic und Ramona Bachmann als Profis bei Top-Klubs einen guten Lohn und mit privaten Sponsoren eine zusätzliche Einnahmequelle haben. Die in der Schweiz beschäftigten Spielerinnen sind aber darauf angewiesen, neben dem Fussball noch einem Job nachzugehen. Marion Rey arbeitet 50 Prozent als Bauingenierin, Nadine Riesen als Kinderbetreuerin. Laura Felber studiert, Julia Stierli schliesst nach der WM ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin ab.

Pro Runde 30'000 Dollar mehr

In anderen Ländern gab es dennoch Stunk. Die australischen Gastgeberinnen klagten in einer Video-Botschaft wenige Tage vor dem WM-Start, dass noch immer viermal weniger Prämien ausbezahlt werden als an der Männer-WM in Katar. In England beanstandeten die Spielerinnen, dass sie vom eigenen Verband nicht noch zusätzliche Prämien erhalten, wie dies bei Titelverteidiger USA der Fall ist. Megan Rapinoe und Co. gingen 2019 gerichtlich gegen den Verband vor. Ada Hegerberg verzichtete vor vier Jahren sogar auf eine WM-Teilnahme, weil in Norwegen Männer und Frauen nicht gleich behandelt worden waren.

Die Nati-Stars fordern dies nicht, oder zumindest noch nicht. Schliesslich kostet der Verband die ganze Expedition nach Neuseeland eine Stange Geld. «Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt, werden wir erstmals an einer Endrunde eine schwarze Null schreiben», sagt Marion Daube, die Direktorin Frauenfussball im SFV.

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Und die Nati-Stars haben es in den eigenen Händen, dass in Neuseeland die Kasse noch einmal klingelt. Überstehen sie die Vorrunde, gibt es noch einmal 30'000 Dollar. Und für die Viertelfinal-Qualifikation noch einmal.

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