«Da sieht man, dass nicht alle Fairplay verstehen»
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Szene vor 0:1 stösst sauer auf:«Da sieht man, dass nicht alle Fairplay verstehen»

Zu harmlos und zu naiv
Vier Wochen vor EM-Start – Nati-Dämpfer statt Euphorie

Die Nati steht einen Monat vor dem Start der Heim-EM noch ohne Sieg in diesem Jahr da. Das 0:1 gegen Norwegen, das gleichbedeutend mit dem Abstieg aus der Nations League ist, deckt zwei Schweizer Schwächen schonungslos auf: fehlende Cleverness und mangelnde Effizienz.
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Katzenjammer statt EM-Euphorie: Die Nati steigt aus der Liga A der Nations League ab.
Foto: Sven Thomann
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 6 Spiele, 2 Punkte, 4:12 Torverhältnis, Tabellenletzter. Nach dem Aufstieg im letzten Jahr steigt die Nati umgehend aus der Liga A der Nations League wieder ab. Die Folge davon: Der Weg an die WM 2027 in Brasilien wird noch steiniger, als er sonst schon geworden wäre.

Doch das ist Zukunftsmusik, denn was zählt, ist die Gegenwart, und die beginnt am Montag, wenn die grosse Mehrheit der Nati-Cracks nach einer kurzen Verschnaufpause ins EM-Vorbereitungscamp nach Magglingen BE einrückt. In vier Wochen beginnt die Heim-EM, ein historischer Event für den Schweizer Frauenfussball – und für alle Spielerinnen, ob für Ana-Maria Crnogorcevic (34) oder Sydney Schertenleib (18), ein Höhepunkt ihrer Karriere.

Euphorie noch nicht entfacht

Mit dem achten sieglosen Spiel in Folge hat es die Nati verpasst, die Euphorie im Land zu entfachen. Die Hoffnungen auf ein Schweizer Sommermärchen halten sich nach den jüngsten Auftritten in Grenzen, auch wenn beim 0:1 in Sitten gegen Norwegen gegenüber der 0:4-Klatsche gegen Frankreich eine klare Leistungssteigerung erkennbar ist und die Stimmung auf den Rängen in der zweiten Halbzeit, als die Nati aufs Tempo drückt, gut ist.

Das Duell gegen den Startgegner an der EM zeigte aber klar auf, an welchen Punkten die Nati während der gut dreiwöchigen EM-Vorbereitung arbeiten muss: an der Mentalität und der Effizienz in der Offensive. «Wichtig ist, dass wir mehr die Initiative ergreifen, mutiger sind und auch einmal aus der Distanz abdrücken», sagt Noemi Ivelj (18), die trotz starker Leistung zwecks Belastungssteuerung in der Pause rausgeht.

Fairplay-Diskussionen

Ivelj steht am Ursprung der Szene, die zum letztlich einzigen Tor des Abends führt. Nachdem sie den platten Ball in der 4. Minute freiwillig rausgespielt hat, führt der anschliessende Einwurf der Norwegerinnen zum 0:1. «Das Tor muss ich auf meine Kappe nehmen. Wir sind zu lieb, auch wenn offensichtlich nicht alle Fairplay spielen», so die Mittelfeldspielerin. «Aber wir schlafen auch.» 

Dass sich auch andere Spielerinnen und Nati-Trainerin Pia Sundhage über fehlende Fairness beschweren, ist zwar nachvollziehbar und mag ehrenwert sein, es ist aber vor allem eines: naiv. Und ein Ablenken von den eigenen Schwächen. Die Norwegerinnen selbst zeigen sich nach dem Spiel jedenfalls überrascht über die Vorwürfe aus der Schweizer Ecke.

«Ich muss daraus lernen», zeigt sich Ivelj selbstkritisch. Das GC-Juwel nimmt die Szene als Motivation für das nächste Duell, denn schliesslich trifft die Nati bereits in vier Wochen im EM-Startspiel in Basel erneut auf Norwegen. Trotz Sieglos-Serie und Abstieg bleibt sie optimistisch. «Es ist hart und weder positiv noch schön, dass wir verloren haben und abgestiegen sind, aber wir starten von neuem. Wir werden mit vollem Tank und voller Energie in die EM gehen.»

WM-Qualifikation Frauen 2027 – Gruppe A1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Dänemark
Dänemark
4
3
8
2
Schweden
Schweden
4
1
7
3
Italien
Italien
4
5
5
4
Serbien
Serbien
4
-9
1
Qualifiziert
Gruppe A2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
4
2
8
2
Frankreich
Frankreich
4
3
7
3
Irland
Irland
4
0
6
4
Polen
Polen
4
-5
1
Qualifiziert
Gruppe A3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
4
9
12
2
Spanien
Spanien
4
9
9
3
Island
Island
4
-5
3
4
Ukraine
Ukraine
4
-13
0
Qualifiziert
Gruppe A4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
4
13
10
2
Norwegen
Norwegen
4
3
9
3
Slowenien
Slowenien
4
-10
3
4
Österreich
Österreich
4
-6
1
Qualifiziert
Gruppe B1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
4
12
10
2
Wales
Wales
4
10
10
3
Albanien
Albanien
4
-8
3
4
Montenegro
Montenegro
4
-14
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
4
7
10
2
Türkei
Türkei
4
2
7
3
Nordirland
Nordirland
4
3
6
4
Malta
Malta
4
-12
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
4
10
12
2
Finnland
Finnland
4
3
9
3
Slowakei
Slowakei
4
-6
3
4
Lettland
Lettland
4
-7
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
4
12
8
2
Belgien
Belgien
4
8
8
3
Israel
Israel
4
0
6
4
Luxemburg
Luxemburg
4
-20
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
4
18
9
2
Litauen
Litauen
4
6
7
3
Estland
Estland
4
0
7
4
Liechtenstein
Liechtenstein
4
-24
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kosovo
Kosovo
4
10
12
2
Kroatien
Kroatien
4
10
9
3
Bulgarien
Bulgarien
4
1
3
4
Gibraltar
Gibraltar
4
-21
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Ungarn
Ungarn
4
13
10
2
Aserbaidschan
Aserbaidschan
4
5
9
3
Nordmazedonien
Nordmazedonien
4
-11
3
4
Andorra
Andorra
4
-7
1
Qualifikationsspiele
Gruppe C4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Griechenland
Griechenland
3
6
9
2
Färöer
Färöer
3
-2
3
3
Georgien
Georgien
2
-4
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C5
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Rumänien
Rumänien
3
8
9
2
Moldawien
Moldawien
2
-1
1
3
Zypern
Zypern
3
-7
1
Qualifikationsspiele
Gruppe C6
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Weißrussland
Weißrussland
3
3
6
1
Kasachstan
Kasachstan
3
3
6
3
Armenien
Armenien
2
-6
0
Qualifikationsspiele
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