Vor dem EL-Spiel gegen Porto: «Saidy Janko, glauben Sie an Drachen?»(02:09)

Janko gehört dem Gegner
Deshalb habe ich nie für Porto gespielt

Er gehört seit über einem Jahr dem FC Porto. Dennoch bestreitet Saidy Janko das erste Pflichtspiel im Estádio do Dragão im YB-Dress.
Publiziert: 19.09.2019 um 11:13 Uhr
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Saidy Janko wurde als Mbabu-Ersatz geholt.
Alain Kunz, Porto

Das Estádio do Dragão. Seit der EM 2004 in Portugal moderne Heimstätte des zweifachen Champions-League- respektive Meistercup-Siegers. Saidy ­Janko, der Zürcher, steht seit Sommer 2018 im Sold des ­Hafenstadt-Klubs an der Atlantik-Mündung des Douro. Ge­sehen hat er das Stadion nur von aussen. «Sechs Wochen war ich in Porto, bevor ich ausge­liehen wurde», erzählt der Aussenverteidiger. «Von meinem Hotel aus sah ich direkt aufs Stadion. Also kenne ich es.»

Nach einer starken Saison bei Saint-Etienne hatte der Mann mit drei Staatsbürgerschaften (Gambia, Schweiz, Italien) im August 2018 aus mehreren Offerten auswählen können, entschied sich für die Portugiesen («ein Riesenklub!»). Doch bevor er erstmals im Dragão kicken konnte, wurde er an einen anderen zweifachen Meistercup-Sieger ausgeliehen, Nottingham Forest. Die Entscheidung, dass es anderswo weitergehen würde, oblag dem Klub, nicht ihm. Dieses «anderswo» hätte durchaus auch damals schon Bern sein können. «Ich hatte Kontakt mit YB für den Fall, dass Kevin Mbabu gehen sollte.» Doch der blieb. Und so ­fanden sich Janko und YB ein Jahr später.

Neun Klubs in fünf Jahren

Eine halbe Stunde gegen Académica de Coimbra in ­einem Testspiel. Das war ­Jankos einziger Einsatz im ­Drachendress. Von der Stadt aber sah er doch einiges. «Sehr schön und alt, und viele gute Restis», so sein Kurzfazit. «Nicht sehr modern, aber mit Charakter. Für Touristen eine Reise wert.» Und für Fussballer? Wenn man spielt: auch ja. «Die Mannschaft hat viele Spieler auf Weltklasse-Niveau: Zé Luis, Telles, Marega und andere.» Dazu Pepe, der Mann mit dem international grossen ­Namen und dem ebenso grossen Palmarès.

Und so ist es ein enorm spezielles Spiel für den Weltenbummler, der im zarten Alter von 23 Jahren schon neun (!) Klubs gesehen hat, seit er mit 18 vom FCZ auszog zu Manchester United, um die Fussballwelt zu erobern. «Im Nachhinein ist man immer ­gescheiter», sagt er zu seinem Tingeltangel-Lebenslauf. «So viele Wechsel wollte ich natürlich nicht machen. Daraus habe ich gelernt.»

Bei YB durchsetzen

Wird der Zürcher Nomade möglicherweise in Bern sesshaft statt in Manchester, Bolton, Glasgow, Barnsley, Saint-Etienne, Nottingham – oder Porto? «Wenn wir uns dafür entscheiden, ihn kaufen zu wollen, liegt der Ball bei ihm», sagt Sportchef Christoph Spycher. Doch der will jetzt, da er sich erst mal bei YB durchsetzen muss, gar nichts davon ­wissen, was in einem Jahr sein wird.

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