Nati-Star Remo Freuler über seine grosse Liebe
«Italien ist der Favorit, nicht die Schweiz»

Im EM-Achtelfinal wartet Titelverteidiger Italien auf die Nati. Für Bologna-Profi Remo Freuler (32) ein ganz besonderes Spiel. Der Mittelfeldspieler zeigt bislang ein richtig starkes Turnier.
Publiziert: 26.06.2024 um 14:50 Uhr
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Aktualisiert: 26.06.2024 um 15:45 Uhr
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Remo Freuler spielt abgesehen von einer kurzen Unterbrechung seit über acht Jahren in Italien.

Italien und Remo Freuler (32) – das ist seit über acht Jahren eine Liebesgeschichte. Insgesamt 235 Serie-A-Spiele hat der Mittelfeldspieler inzwischen auf dem Buckel. Bis auf einen einjährigen Abstecher nach Nottingham steht er seit 2016 in Italien unter Vertrag. «Natürlich liegt mir das Land darum am Herzen», sagt Freuler vor dem EM-Duell gegen die Squadra Azzurra. «Aber in einem Achtelfinal ist kein Platz für diese Liebe.»

Gegen den Titelverteidiger soll es mit dem zweiten Einzug in einen EM-Viertelfinal in Folge klappen. Die Gruppenphase zu überstehen, sei immer wichtig. «Aber am Ende sind Siege in solchen Spielen wie dieser Achtelfinal, mit denen man sich Anerkennung verschaffen kann», sagt Freuler.

«Das sagt viel über eine Mannschaft aus»

So wie vor drei Jahren in Bukarest, als die Nati im Achtelfinal Top-Favorit Frankreich im Penaltyschiessen aus dem Weg räumte. Nicht nur für Freuler das grösste Spiel in seiner mittlerweile 70 Einsätze umfassenden Nationalmannschaftskarriere. Und wo ordnet der Bologna-Profi das anstehende Spiel gegen seine zweite Heimat ein? «Sicher in den Top 3», so Freuler. «Und je nachdem, wie es ausgeht, noch etwas höher oder tiefer.»

Obwohl sich die Italiener in ihrer Gruppe mit Spanien, Kroatien und Albanien schwergetan haben, sind für Freuler die Rollen vor dem EM-Achtelfinal eindeutig verteilt. «Italien ist der Favorit, nicht die Schweiz», stellt er klar und zeigt sich vor allem von der italienischen Mentalität beeindruckt. «Es ist immer ein starkes Zeichen, wenn eine Mannschaft bis zum Ende daran glaubt und dann in letzter Sekunde ein Tor schiesst», so Freuler über den späten 1:1-Ausgleich gegen Kroatien. «Das sagt viel über eine Mannschaft aus.»

Freuler ist der beste Vorlagengeber der EM

Beim letzten Aufeinandertreffen an einer EM war die Nati vor drei Jahren chancenlos. Im zweiten Gruppenspiel setzte es gegen den späteren Turniersieger in Rom eine 0:3-Klatsche. Damals habe die Nati völlig verdient verloren, findet Freuler. «Aber wir haben daraus gelernt», ist sich der Routinier sicher.

Selbstvertrauen schöpfen wird die Nati aus den letzten beiden Auftritten gegen Italien. In der WM-Quali für Katar trennten sich die Schweiz und Italien zweimal Unentschieden. Während Trainer Murat Yakin sein Team beim 0:0 in Basel sehr defensiv eingestellt hatte, überraschte er den vierfachen Weltmeister beim 1:1 mit deutlich mehr Offensiv-Power. Welche Taktik ist nun für den EM-Achtelfinal zu erwarten? «Wir werden nicht wie die Schotten gegen Deutschland einfach nur dastehen und zuschauen», verspricht Freuler.

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Genau so ist der Mittelfeldmann auch in den ersten drei EM-Partien aufgetreten. Und als einziger Spieler des gesamten Turniers hat Freuler bereits zwei Assists auf dem Konto. Folgt gegen seine grosse Liebe Nummer drei?

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