Ein Toter und acht Verletzte: Schlimme Hooligan-Ausschreitungen schockieren Athen(01:02)

Todesdrama in Athen
Kritik an Polizei nach üblen Fan-Ausschreitungen

Die Ausschreitungen in Athen überschatten den europäischen Fussball. Nun gibt es neue Details. Und die lassen die Polizei in keinem guten Licht dastehen.
Publiziert: 10.08.2023 um 12:05 Uhr
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Die Ausschreitungen hinterlassen Spuren der Verwüstung.

Am Montagabend kam es in einem Vorort von Athen zu wüsten Szenen. Im Vorfeld des Qualifikationsspiels zur Champions League zwischen Steven Zubers (31) AEK Athen und Josip Drmics (31) Dinamo Zagreb gerieten die rivalisierenden Fangruppen aneinander.

Die traurige Bilanz: Ein junger Grieche wird niedergestochen und stirbt an den Verletzungen, acht weitere Personen werden verletzt. Das Spiel wird als Folge davon auf den 19. August verschoben.

Hooligans vor der Staatsanwaltschaft

Wenige Tage nach den Vorfällen kommen neue Details ans Licht. 94 kroatische Hooligans wurden der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Zu sehen gabs das live im griechischen Fernsehen. Ihnen wurden DNA-Proben abgenommen, um sie mit den Spuren auf dem Todesopfer zu vergleichen. Gemäss Medienberichten wurden fünf weitere Personen festgenommen, die versucht hatten, als normale Feriengäste getarnt in Athen einzureisen. 50 weitere Hooligans werden nach wie vor gesucht.

Sie alle haben eine Vereinbarung gebrochen, welche die beiden Teams getroffen hatten. Ausgemacht war, dass keine gegnerischen Fans im Stadion zugelassen werden. Demnach hätten sie gar nicht einreisen sollen. Doch das wurde ignoriert und stattdessen eine gemeinsame Reise nach Athen organisiert. Das lassen Aufnahmen vermuten, die zig Autos mit kroatischen Nummernschildern auf der Autobahn nahe der nordgriechischen Grenze zeigen.

Kroatische Behörde warnte

Und die Polizei? Laut griechischen Medien ist sie mehrfach auf die anrollende Gefahr hingewiesen worden – und hat nichts unternommen. So warnte die kroatische Behörde vor der Einreise gefährlicher Fans, auch die montenegrinische Grenzpolizei gab diese Information weiter.

Sollte es tatsächlich stimmen, dass die Polizei mit diesem Wissen nichts unternommen hat, wirft das kein gutes Licht auf sie. Und vor allem für die Familie des Todesopfers dürfte das nur schwer zu verdauen sein. Immerhin hätten die folgenschweren Ausschreitungen verhindert werden können. Man kann nur hoffen, dass die Polizei daraus ihre Lehren zieht und beim nächsten Mal anders handelt. (bir)

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