SRG zeigt wieder Champions League
Der teure Fussball-Spass bei SRF schlägt hohe Wellen

Alles zum neuen Champions-League-Vertrag der SRG ab 2024. Wie teuer ist das Paket? Was sagen die Kritiker? Welche Spiele kommen live? Was ist bei Schweizer Beteiligung? Bodigt der Deal andere TV-Sportarten?
Publiziert: 11.02.2023 um 08:29 Uhr
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Aktualisiert: 16.02.2023 um 13:43 Uhr
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SRF-Moderator Rainer Maria Salzgeber: Ab 2024 wieder mit der Königsklasse auf Sendung.

Es ist ein TV-Hammer. Die Champions League kehrt ab 2024 mit einem Live-Spiel mittwochs zum SRF zurück. Gleich bleibt, dass Pay-TV-Sender Blue alle Partien live zeigt. Ebenso unverändert darf SRF von allen drei Europacup-Wettbewerben jeweils ab 23.00 Uhr die Highlights bringen.

CH Media mit den Sendern 3+ und TV24 die Rechte wieder abzuluchsen, ist aber ein teures Vergnügen. Nach Blick-Informationen dürfte die SRG-Gruppe für das Paket inklusive Europa und Conference League einen tiefen zweistelligen Millionen-Betrag aufgeworfen haben. Dazu kommen die Kosten für die Live-Sendungen in drei Sprachen. Alleine dieser Posten dürfte rund 1,5 Millionen verschlingen.

Politiker hinterfragt Nutzung der Gebührengelder

Das bringt Politiker auf die Palme. Insbesondere jene, die derzeit Unterschriften für die Halbierungs-Initiative sammeln. Diese will, dass die Radio- und TV-Gebühr von 335 auf 200 Franken im Jahr gesenkt wird. «Es ist ein Skandal, was die SRG hier mit unseren Gebührengeldern macht», schimpft SVP-Nationalrat Gregor Rutz (50).

Service public bedeute, anzubieten, was vom Markt nicht bereitgestellt werde. «Bei den Champions-League-Rechten ist das definitiv nicht der Fall, denn da gab es mit CH Media einen privaten Interessenten.»

Nach Blick-Informationen wäre CH Media offen gewesen für einen Kompromiss: beim Aarauer Medienhaus die internationalen Spiele, bei SRF die Spiele mit Schweizer Klubs. Aber die SRG habe nur das ganze Paket kaufen wollen. SVP-Rutz: «Es ist vollkommen idiotisch, dass die SRG mit den Gebühren einen Privaten überbietet.»

Als «völlig unverständlich» bezeichnet auch Matthias Müller (30), Präsident der Jungfreisinnigen und Co-Präsident der Halbierungs-Initiative, den Kauf. «Das viele Gebührengeld, das die SRG hier ausgegeben hat, fehlt jetzt an anderen Ecken, die wirklich Service public wären.»

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«Dies entspricht dem Auftrag der SRG»

Der teure Fussball-Spass kann auch im Programm Folgen haben. Werden nun andere Sportarten wie Formel 1, MotoGP oder Tennis in der Nach-Federer-Ära gekippt oder gekürzt?

Roland Mägerle ist Leiter SRF Sport und Business Unit Sport SRG, er weicht den konkreten Beispielen aus und erwähnt die Fussball-EM bis 2028, die Nati-Spiele sowie Ski- und Wintersport. Mägerle: «Den Grossteil der Ausstrahlungsrechte hat sich die SRG mittel- bis langfristig gesichert. (...) Die SRG-Sender berichten auch weiterhin über die gesamte Breite des Sportgeschehens. Dies entspricht dem Auftrag der SRG, in der ganzen Schweiz ein vielfältiges Sportangebot für die breite sportinteressierte Öffentlichkeit zu bieten.»

Doch kriegt SRF überhaupt das Topspiel des Tages? SRF-Mägerle: «Die Live-Spiele der SRG werden in einem gemeinsamen Auswahlprozess zwischen der SRG und Blue Sport definiert.» Spielt hingegen ein Schweizer Klub mittwochs Königsklasse, kommt diese Partie fix beim SRF.

Durch die grosse Modusreform in der Champions League ab 2024 bleiben die Chancen für Schweizer Klubs via den Meister-Weg übrigens intakt, sind gar leicht besser als heute.

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