So tickt Bayerns Triple-Trainer Flick
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1:0 im CL-Final über PSG:Bayern München holt das Triple

Hansi, der Menschen-Flüsterer
So tickt Bayerns Triple-Trainer Flick

Hans-Dieter «Hansi» Flick (55) erobert nach zehn Monaten als Bayern- Cheftrainer Europas Thron. Ein Fussball-Märchen.
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Bayern-Coach Hansi Flick (55) hat sich nach nur zehn Monaten als Cheftrainer auch auf internationalem Niveau etabliert.
Foto: SVEN SIMON/ Frank Hoermann/ Pool
Eynat Bollag

Ein Flickwerk ist, laut Duden, eine «zusammengestückelte, nicht fach­männisch ausgeführte Arbeit». Bayern-Trainer Hansi Flick (55) hebt diesen eher negativ angehauchten Begriff auf ein anderes Level. So müsste es auf Flick bezogen heissen: ein zusammengestückeltes, aber fachmännisch auf höchstem Niveau ausgeführtes Kunstwerk.

Am 4. November 2019 beginnt das unfassbare Märchen. Flick, zuvor Co-Trainer bei den Bayern, übernimmt den Cheftrainer-Posten von seinem Vorgänger Niko Kovac, vorerst als Interimstrainer. Die Trainersuche wird jedoch bald eingestellt, da der gebürtige Heidelberger alles richtig macht. Flick startet eine einmalige Siegesserie: 30 Pflichtspiele, 29 Siege! Im April erhält er einen Vertrag als Cheftrainer bis 2023.

Sein Erfolgsrezept? Flick überzeugt mit Fachkompetenz, aber mehr noch mit Empathie. Er sei ein Menschen-Flüsterer, betonen die Weggefährten: «Er hat eine enorme soziale Kompetenz.» – «Er hat ein genuines Interesse an Menschen.» – «Er findet immer die richtigen Worte.»

Flicks Worte an der Pressekonferenz nach dem Triumph gegen PSG sind typisch: «Erfolg ist nur gemietet, und die Miete ist jeden Tag fällig.» Diese Denkweise hat er auf die Bayern übertragen, sie erklärt einen Grossteil des Erfolgshungers der neuen Könige Europas. Ein Mix aus Demut, Bescheidenheit und unstillbarem Ehrgeiz. Ein Erfolgsrezept, das den FC Bayern zum zweiten Mal nach 2013 das Triple beschert.

Flick kennt den Klub aus dem Effeff; er bestritt in den Achtzigerjahren über 100 Spiele für die Münchner – als Arbeitsbiene im defensiven Mittelfeld. Mit 28 musste er seine Aktivkarriere wegen schweren Knieverletzungen frühzeitig beenden.

Sein Wechsel auf die Trainerbank verlief zügig und erfolgreich. Als Co-Trainer von Bundestrainer Jogi Löw errang er 2014 in Brasilien den Weltmeistertitel. Schon damals lobten die Weltmeister seine Trainingsgestaltung und Menschenführung.

Mit den Bayern gewinnt er als Cheftrainer nach zehn Monaten alles, was es zu gewinnen gibt. Zehn Monate, ein Märchen. Als Flick im November von Kovac übernahm, hatten sie in Frankfurt eine demütigende 1:5-Klatsche kassiert. Jetzt sind sie das beste Team Europas.

«Die menschliche Seite ist top. Für ihn sind wir nicht nur Spieler, die er für sein System benutzt, sondern er sieht auch wirklich die Menschen dahinter. Das merken Spieler und Mitarbeiter», bringt Joshua Kimmich Flicks grosse Stärke auf den Punkt. Ein Erfolgsrezept, so einfach und doch so schwierig. Nicht nur im Fussball.

Die Triple-Trainer

1999: Sir Alex Ferguson mit ManUnited

2009: Pep Guardiola mit Barça

2010: José Mourinho mit Inter Mailand

2013: Jupp Heynckes mit Bayern

2015: Luis Enrique mit Barça

2020: Hansi Flick mit Bayern

1999: Sir Alex Ferguson mit ManUnited

2009: Pep Guardiola mit Barça

2010: José Mourinho mit Inter Mailand

2013: Jupp Heynckes mit Bayern

2015: Luis Enrique mit Barça

2020: Hansi Flick mit Bayern

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Champions League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Arsenal FC
Arsenal FC
8
19
24
2
Bayern München
Bayern München
8
14
21
3
Liverpool FC
Liverpool FC
8
12
18
4
Tottenham Hotspur
Tottenham Hotspur
8
10
17
5
FC Barcelona
FC Barcelona
8
8
16
6
Chelsea FC
Chelsea FC
8
7
16
7
Sporting Lissabon
Sporting Lissabon
8
6
16
8
Manchester City
Manchester City
8
6
16
9
Real Madrid
Real Madrid
8
9
15
10
Inter Mailand
Inter Mailand
8
8
15
11
Paris Saint-Germain
Paris Saint-Germain
8
10
14
12
Newcastle United
Newcastle United
8
10
14
13
Juventus Turin
Juventus Turin
8
4
13
14
Atletico Madrid
Atletico Madrid
8
2
13
15
Atalanta BC
Atalanta BC
8
0
13
16
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
8
-1
12
17
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
8
2
11
18
Olympiakos Piräus
Olympiakos Piräus
8
-4
11
19
FC Brügge
FC Brügge
8
-2
10
20
Galatasaray SK
Galatasaray SK
8
-2
10
21
AS Monaco
AS Monaco
8
-6
10
22
Qarabag FK
Qarabag FK
8
-8
10
23
Bodö/Glimt
Bodö/Glimt
8
-1
9
24
SL Benfica
SL Benfica
8
-2
9
25
Olympique Marseille
Olympique Marseille
8
-3
9
26
Pafos FC
Pafos FC
8
-3
9
27
Union Saint-Gilloise
Union Saint-Gilloise
8
-9
9
28
PSV Eindhoven
PSV Eindhoven
8
0
8
29
Athletic Bilbao
Athletic Bilbao
8
-5
8
30
SSC Neapel
SSC Neapel
8
-6
8
31
FC Kopenhagen
FC Kopenhagen
8
-9
8
32
Ajax Amsterdam
Ajax Amsterdam
8
-13
6
33
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
8
-11
4
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SK Slavia Prag
SK Slavia Prag
8
-14
3
35
Villarreal CF
Villarreal CF
8
-13
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36
FC Kairat Almaty
FC Kairat Almaty
8
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1
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