Nsamé wegen Kindesmisshandlung angeklagt
Servette-Knipser schüttelte sein Baby spitalreif!

Acht Tore in acht Spielen. Jean-Pierre Nsamé verzaubert die Challenge League. Doch warum landet so ein Knipser in Genf? Die schockierende Geschichte hinter dem Transfer.
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Glück im Unglück: Seine Tochter hat das Schüttel-Drama zum Glück überlebt.
Foto: KEYSTONE
Sandro Inguscio

Er ist 1,88 Meter gross. Bullig. Schnell. Technisch stark. Eiskalt vor dem Tor. In acht Spielen hat Jean-Pierre Nsamé schon acht Mal für Servette getroffen. Liga-Spitzenwert.

Doch was macht ein solcher Spieler in der Challenge League? Warum wechselt ein solcher Knipser diesen Sommer mit 23 Jahren vom Ligue-1-Klub Angers zu Servette?

Der Grund ist ein Drama. Ein Familiendrama! 

Es passiert im letzten November. An einem Sonntagabend liefert Nsamé gegen 21.30 Uhr seine fünf Monate alte Tochter ins Spital ein. Sie ist benommen, muss reanimiert werden. Sie droht das Augenlicht zu verlieren!

Doch was ist passiert? Die Freundin von Nsamé und Mutter des Babys war ausser Haus gewesen. Der damals 22-jährige Kameruner musste zum ersten Mal alleine auf das Baby aufpassen. Für die Ärzte ist damals sofort klar: Das Baby wurde geschüttelt! Sie schlagen Alarm und informieren die Behörden.

Am nächsten Tag wird Nsamé verhört. Der Stürmer wird wegen Kindesmisshandlung angezeigt. Die Ermittlungen werden aufgenommen. Nsamé wird zwar freigelassen, von den Behörden aber überwacht.

Er muss das Familienhaus verlassen. Darf sich weder Freundin noch Baby nähern. Noch darf er das Land verlassen! Bei einer Verurteilung würden ihm bis zu 15 Jahre Knast drohen!

Als er diesen Sommer einen neuen Klub sucht, scheitern die Transfers wegen seiner Vorgeschichte. Servette schlägt zu, will ihm trotzdem eine Chance geben.

Der Grund: Nsamé hat denselben Berater, der auch Servette-Coach Anthony Braizat während seiner Aktivkarriere betreute. «Ich habe lange mit Nsamé gesprochen. Die Geschichte mit seinem Baby nimmt ihn extrem mit. Er ist ein guter Typ, der keine Probleme macht. Es tut ihm alles extrem leid», sagt Braizat zu BLICK.

Bevor man den Stürmer allerdings verpflichten konnte, musste sich Servette mit den französischen Behörden absprechen, ob er überhaupt in die Schweiz kommen könne.

Fall bald beendet

Die Behörden geben grünes Licht. Coach Braizat sagt: «Das Baby hat zum Glück keine Schäden von dem Vorfall davongetragen. Wie Nsamé mir sagte, müssen nur noch die letzten Papiere unterzeichnet werden, dann sei der Fall beendet. Hätten sich die Vorwürfe erhärtet, hätten wir ihn nie verpflichten dürfen.»

Mittlerweile darf der Stürmer auch seine Freundin und das Baby wieder besuchen. Braizat: «Er liebt seine Freundin und seine Tochter über alles und ist froh, dass er die Geschichte endlich hinter sich lassen kann. Er ist glücklich, dass er wieder spielen kann, und will nur noch in die Zukunft blicken. In der er uns hoffentlich bald in die Super League schiessen wird.»

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Challenge League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Vaduz
FC Vaduz
22
26
52
2
FC Aarau
FC Aarau
22
13
49
3
Yverdon Sport FC
Yverdon Sport FC
22
15
42
4
FC Stade-Lausanne-Ouchy
FC Stade-Lausanne-Ouchy
22
10
35
5
Neuchatel Xamax FCS
Neuchatel Xamax FCS
22
0
31
6
FC Rapperswil-Jona
FC Rapperswil-Jona
22
-9
25
7
FC Stade Nyonnais
FC Stade Nyonnais
22
-7
21
8
FC Wil
FC Wil
22
-16
21
9
FC Etoile Carouge
FC Etoile Carouge
22
-12
18
10
AC Bellinzona
AC Bellinzona
22
-20
14
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