Ex-Coach Keller nach Spieler-Revolte zurück im Brügglifeld
«Ich hätte meinen Rücktritt geben sollen»

Der Saisonstart in der Challenge League wartet bereits in der ersten Runde mit einem brisanten Duell auf. Stephan Keller trifft in neuer Funktion mit dem FC Baden auswärts auf seinen Ex-Klub.
Publiziert: 21.07.2023 um 10:03 Uhr
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Aktualisiert: 21.07.2023 um 16:18 Uhr
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Stephan Keller (l.) mit Baden-Präsident Heinz Gassmann.
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Pascal RuckstuhlSport-Desk-Reporter

Er ist wieder da: Ex-Aarau-Trainer Stephan Keller (44) hat nach seiner Entlassung einen neuen Job. Er ist seit dem 1. Juli bei Challenge-League-Aufsteiger Baden sportlicher Berater – acht Monate, nachdem er beim FC Aarau gefeuert worden ist.

Zur Erinnerung: Damals hatten sich in einer Revolte mehrere Spieler gegen den Trainer ausgesprochen, wollten nicht mehr mit ihm weitermachen. Die Trennung von Keller, der in verschiedenen Funktionen fünf Jahre für den Klub gearbeitet hat, war unausweichlich. Und sie hat beim Ex-Trainer Spuren hinterlassen.

«Nach dem knapp verpassten Aufstieg wollte ich den Kader nochmals durchselektionieren. Die bedingungslose Unterstützung der Vereinsleitung blieb aus. Da hätte ich rückblickend meinen Rücktritt geben sollen. Denn danach wollten sich einige Spieler wohl vor einem drohenden Rausschmiss retten. Dies führte zu Reibereien, der Rest ist bekannt», blickt Keller erstmals auf die Zeit in Aarau zurück. «Ich hege deswegen aber überhaupt keinen Groll, auch nicht gegen die sportliche Führung. Wir haben trotzdem vieles zusammen erreicht und verändert.»

Neuer Job, neue Ziele

In Baden sitzt er nun selber in der sportlichen Leitung und will dem Aufsteiger dabei helfen, den Ligaerhalt zu sichern. Wichtig: Keller ist nicht Sportchef, er gibt Inputs, arbeitet und entscheidet mit. Wie sich sein Stellenbeschrieb liest? «Etwa so wie derjenige von Matthias Sammer, der bei Borussia Dortmund ebenfalls Berater ist. Ich gebe meine Meinung zu vielen Themen ab und nutze meine Kontakte im Interesse des Klubs. Ich wickle aber keine Transfers ab, weil ich in erster Linie ja Berater bin.»

Die sechs wichtigsten Transfers der Challenge League

Alex Frei (44) und Eren Derdiyok (35) haben zusammen in der Nati gespielt, jetzt gehts in der Challenge League gegeneinander. Frei ist neuer Aarau-Trainer, während Derdiyok noch immer aktiv ist und Schaffhausen verstärkt. Thun angelt sich mit Vasilije Janjicic (24) einen ehemaligen Bundesliga-Spieler vom HSV. Direkt aus Deutschland kommt der neue Xamax-Stürmer Simone Rapp (30), zuletzt war der langjährige Super- und Challenge-League-Goalgetter beim KSC. Einen ähnlichen Leistungsausweis bringt der bisherige FCL-Stürmer Dejan Sorgic (33) zu Sion mit. Wil hingegen hat mit Ivan Martic (32) zurück in die Ostschweiz geholt und mit dem ehemaligen Serie-A-Spieler einen neuen Teamleader verpflichtet.

Alex Frei (44) und Eren Derdiyok (35) haben zusammen in der Nati gespielt, jetzt gehts in der Challenge League gegeneinander. Frei ist neuer Aarau-Trainer, während Derdiyok noch immer aktiv ist und Schaffhausen verstärkt. Thun angelt sich mit Vasilije Janjicic (24) einen ehemaligen Bundesliga-Spieler vom HSV. Direkt aus Deutschland kommt der neue Xamax-Stürmer Simone Rapp (30), zuletzt war der langjährige Super- und Challenge-League-Goalgetter beim KSC. Einen ähnlichen Leistungsausweis bringt der bisherige FCL-Stürmer Dejan Sorgic (33) zu Sion mit. Wil hingegen hat mit Ivan Martic (32) zurück in die Ostschweiz geholt und mit dem ehemaligen Serie-A-Spieler einen neuen Teamleader verpflichtet.

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Auf den Posten als Cheftrainer in Baden schielt er nicht, auch wenn er langfristig wieder irgendwo an der Seitenlinie stehen will. «Wichtig ist momentan einzig, dass der FC Baden den Ligaerhalt schafft – dann können wir sagen, dass wir einen riesigen Job gemacht haben. Wir wollen Rang neun.»

Saisonauftakt gegen Aarau

Den ersten Schritt dorthin will Baden am Freitag gehen. Dann wird die neue Saison ausgerechnet mit dem Spiel gegen Kellers Ex-Klub Aarau eröffnet. «Es wird speziell sein. Ich habe während fünf Jahren alles gegeben für den Klub. Über den Abgang war ich logischerweise nicht happy. Trotzdem werde ich mit Freude ins Brügglifeld zurückkehren.»

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Speziell wird das Duell zudem auch, weil neuerdings Jugendfreund Alex Frei (44) Aarau-Trainer ist. Keller und Frei kennen sich seit den Junioren, 2002 sorgten sie an der Heim-EM gemeinsam für Furore. Nach dem Winti-Aufstieg erhielt das Verhältnis der beiden allerdings Risse. Damit sei Schluss, versichert Keller. «Wir gehen jetzt nicht auf den Geburtstag des anderen, aber ich respektiere ihn als Kollegen. Ich wünsche ihm und dem FC Aarau ab der 2. Runde eine gute Saison.»

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