Das Theater
Die neuen Regeln, ein Buch von über 100 Seiten, werfen ihre Schatten voraus. Das Theater geht schon vor dem ersten Test am 26. Januar in Barcelona los. Erster Streitpunkt sind die Vorschriften zum Verdichtungsverhältnis des Verbrennungsmotors. Der Grundaufbau des V6-Turbomotors bleibt, aber einige Kennwerte wurden verändert. Dazu zählt das geometrische Verdichtungsverhältnis von bisher 18:1 auf 16:1. Ein zentraler Faktor für die Leistungsentfaltung (man spricht von über 20 PS). Mercedes und Red Bull sollen einen Trick anwenden, wodurch sich die Verdichtung über die Regelgrenze erhöht, sobald die Motoren heiss sind. Der frustrierte WM-Vierte Ferrari, dem nach 28 Rennen ohne Sieg eine weitere Horror-Saison droht, läuft schon Sturm. Die Roten wollen nach dem ersten Rennen in Melbourne (8. März) Protest einlegen. Mit seinen zwei Motorenpartnern Haas und Neuling Cadillac sowie Honda und Einsteiger Audi. Erleben wir 2026 wieder eine Saison, in der die Resultate nach der Zieldurchfahrt noch stundenlang nicht offiziell sind?
Werkspionage?
Die Frage bleibt: Wer hat da geplaudert, war sogar Werkspionage im Spiel? Alles möglich. Doch die Fans hoffen, dass sich das ganze Theater nicht über eine Saison hinzieht – auch in anderen Streitpunkten. 2009 hatte Ross Brawn nach dem Kauf des Honda-Teams den Doppeldiffusor hinter dem Mercedes-Motor eingebaut. Als die Konkurrenz den genialen Trick im Heck endlich kopieren konnte, hatte Jenson Button bis zum GP der Türkei schon sechs Rennen gewonnen – und wurde Weltmeister! Darauf verabschiedete sich Brawn GP nach 17 Rennen.
Die Wahl der Teamchefs
Die zehn Teamchefs haben – wie seit über zehn Jahren – ihre Wahl der Top 10 für das Jahr 2025 abgegeben. Die Abstimmung bleibt geheim, nur das Endresultat (siehe Tabelle) wird veröffentlicht. Auch hier liegt der Vizeweltmeister Verstappen vorne. Hamilton, Antonelli und Albon schafften es nicht, wie in der WM, in die ersten zehn! Dafür machte der spanische Dauerbrenner Fernando Alonso (44) als Fünfter gleich fünf Positionen gut. Hört der Spanier Ende 2026 (mit dann 450 Rennen) auf? Der Bald-Papi: «Warum? Wenn unser revolutionäres Newey-Auto mit dem Honda-Motor läuft, reden wir vielleicht sogar von Siegen!» Der zweifache Weltmeister (2005/2006 auf Renault) verpasste drei weitere WM-Titel um insgesamt nur acht Punkte.
Superlizenz
Norris und Verstappen müssen für die neue Superlizenz über eine Million Euro zahlen, was meistens das Team übernimmt. Die Summe setzt sich aus der Grundgebühr für alle von 11'842 Euro und 2392 Euro pro WM-Punkt zusammen. Gabriel Bortoleto, der WM-19. (mit 19 Punkten), darf für 57'290 Euro mitfahren. Er soll schon in den nächsten Tagen beim Filmtag (200 km) für Audi in Barcelona im neuen Auto sitzen.