Darum gehts
- Sieben Mercedes-Motoren in Top Ten beim vierten WM-Lauf in Miami
- Lawson nach Überschlag straffrei wegen mechanischem Defekt laut FIA
- Verstappen-Strafe dauerte vier Stunden: Leclerc auf Platz acht zurückversetzt
Das Resultat vom vierten WM-Lauf gab zu dieser These eine klare Antwort: Sieben der acht Autos mit dem Motor der deutschen Nobelmarke (Mercedes, McLaren, Williams und Alpine) tauchten in den Top Ten auf!
Darum blieb Lawson straffrei
Auch Pierre Gasly hätte es als Trainingsneunter im Alpine-Mercedes wohl geschafft. Aber der kampflustige Franzose, immer noch von vielen Leuten unterschätzt, wurde in der 5. Runde von Lawson mit dem Racing Bull brutal aufs Horn genommen.
Der Überschlag endete zum Glück ohne Verletzungen. Warum blieb der Neuseeländer straffrei? Stunden nach dem Rennen wurde der Fall behandelt. Dabei machte Racing Bulls beim Anbremsen der Kurve 17 einen Getriebeschaden verantwortlich. Und mechanische Defekte werden von den FIA-Kommissaren nicht bestraft. Was wäre wohl passiert, wenn sich Gasly schwer verletzt hätte?
Vier Stunden für eine weisse Linie
Gleich acht Fälle musste der Weltverband nach dem doch eher harmlosen Rennen behandeln. Und die werden streng nach der Eingabe der Fälle abgewickelt. Ein Prozedere, das man unbedingt überdenken sollte.
Direkt skandalös wurde es im Fall von Max Verstappen. Dieser hatte die frühe Safety-Car-Phase für seinen Reifenwechsel auf Hart benutzt. Dabei überfuhr er am Ende der Boxengasse klar die weisse Linie (von blossem Auge sichtbar). Die Strafe: 5 Sekunden. Doch die Kommissare baten den Holländer nach dem Rennen zur Untersuchung. Weil vorher offenbar das nötige Bildmaterial gefehlt hatte!
FIA-Mühlen mahlen langsam
So dauerte es über vier Stunden, bis Verstappen die Strafe zusätzlich kassierte. Er wäre damit auf Kosten von Leclerc vom fünften auf den sechsten Platz gefallen.
Die Korrektur bei den Resultaten wurde kurz vor Mitternacht nochmals überholt. Denn Leclerc wurde dann vom fünften auf den achten Rang zurückversetzt. Der Monegasse kassierte für seine wilde Fahrt nach dem Dreher und Mauereinschlag in der letzten Runde eine Durchfahrtsstrafe (20 Sekunden). Davon profitierten Hamilton (6.) und Colapinto (7.).
Wer schlägt Antonelli?
Die Karambolage mit Russell blieb für Leclerc ohne Folgen. Auch der Russell-Kontakt mit Verstappen war für die FIA keine Strafe wert. Aber eben: Da waren fast alle Zuschauer schon daheim oder im Hotel.
Und selbst WM-Leader Antonelli war nach seinem dritten Sieg in Serie schon weg. Und Chef Toto Wolff wunderte sich: «Wir hatten keine Upgrades nach Miami gebracht und erwarteten, dass wir im Hintertreffen sein würden.» Auch Haas und Audi hatten in der langen Pause den Boliden kaum modifiziert. Dafür glänzte Ferrari mit elf bei der FIA gemeldeten Änderungen.