Kleiner, leichter – aber auch besser?
Wie die Formel-1-Autos für 2026 geändert wurden

Noch nie war die Technik in der Formel 1 so kompliziert. Noch nie hatte ein Reglement so viele Schwachstellen. Eine Erklärung.
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Es ist die grösste Regelreform seit dem ersten WM-Lauf am 13. Mai 1950 in Silverstone. Noch nie wurden alle Teile am Auto gleichzeitig geändert. Chassis, Antrieb, Reifen, Benzin: Alles ist neu.

Noch nie war die Technik so kompliziert. Auch nach neun Testtagen bleiben nicht nur bei den Fans, sondern im ganzen Fahrerlager und in den Werkshallen so viele Fragezeichen.

Und noch nie hatte ein Reglement so viele Schwachstellen. Diese werden während der Saison bestimmt nicht alle behoben. Noch vor dem ersten WM-Start in zwei Wochen verlangen Fahrer und Teams Änderungen an den Änderungen.

Da hatte einst der Red-Bull-Teamchef Christian Horner recht, als er bei der ersten Diskussion der Verantwortlichen den Mahnfinger hob: «Aufgepasst, wir basteln da an einem technischen Frankenstein!»

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Die Autos (hier Norris' McLaren) sind um 32 Kilogramm leichter, von 800 auf 768 Kilogramm. Fahrer inklusive.
Foto: Getty Images

Doch der Reihe nach. Beim Auto lässt sich das neue Reglement auf einen Nenner bringen. Kleiner und leichter. Die Autos schrumpfen in der Länge um 20 und in der Breite um 10 Zentimeter. Damit beträgt der Radstand maximal 340 und die Gesamtbreite 190 Zentimeter.

Die Autos werden um 32 Kilogramm leichter, von 800 auf 768 Kilogramm. Fahrer inklusive. Ein Punkt, der fast allen Teams noch Kopfzerbrechen bereitet. Über das (Über)-Gewicht spricht – wie im normalen Leben – keiner gerne öffentlich. Doch 10 Kilo zu viel machen schon etwa vier Zehntel pro Runde aus. 2022 profitierte Sauber die ersten neun Rennen vom Idealgewicht. Bis dann alle abspeckten.

Der Frontflügel ist um 10 Zentimeter schmaler und hat nur noch drei statt vier Elemente. Beim Heckflügel steigt die Zahl der Elemente von zwei auf drei. Dafür entfällt der Flügel unter dem Heckflügel.

Der Unterboden zwischen den Achsen ist weitgehend flach, mit einem minimalen Anstieg am vorderen Ende, aber einem aggressiveren Diffusor im Heck.

Wie einfach wird das Überholen?

Das schränkt den «Groundeffect» (Saugnapfwirkung) deutlich ein. Vor den Seitenkästen ist ein grosses Leitblech Pflicht, das die Luft nach innen lenkt. Das soll die Turbulenzen hinter dem Auto reduzieren und damit das Hinterherfahren und das Überholen einfacher machen. Die FIA verspricht: So einfach wie 2022. Die Tests zeigten hier in Bahrain ein anderes Bild.

DRS als Überholhilfe ist Geschichte. 2026 dürfen Frontflügel und Heckflügel flachgestellt werden. Auf den Geraden kann der Fahrer die Flügel-Flaps per Knopfdruck flachstellen. Man spricht vom «Geraden-Modus».
In den Kurven dagegen sind die Flügel angestellt und liefern maximal Anpressdruck. Im neuen Formel-1-Vokabular heisst das «Kurven-Modus». Insgesamt reduziert sich der Luftwiderstand bei den neuen Autos um 40 Prozent. Der Abtrieb sinkt um 15 Prozent.

Die Reifen liefern weniger Grip

Der DRS-Effekt wird in Zukunft durch einen Powerschub ersetzt. Drückt der Fahrer den Überholknopf, hat er eine Runde lang mehr Motorleistung zur Verfügung.

Auch die Reifen liefern weniger Grip. Sie werden vorne um 25 und hinten um 30 Millimeter schmaler. Ihr Durchmesser schrumpft vorne um 15 und hinten um 30 Millimeter.

Nächste Woche: Regeländerungen, Teil 2: Der Antrieb

Test in Bahrain, die schnellsten der Woche

1. Leclerc (Ferrari) 1:31,992
2. Antonelli (Mercedes) 1:32,803
3. Piastri (McLaren) 1:32,861
4. Norris (McLaren) 1:32,871
5. Verstappen (Red Bull) 1:33,109
6. Russell (Mercedes) 1:33,197
7. Hamilton (Ferrari) 1:33,408
8. Gasly (Alpine) 1:33,421
9. Bearman (Haas) 1:33,487
10. Bortoleto (Audi) 1:33,755
11. Colapinto (Alpine) 1:33,818
12. Hülkenberg (Audi) 1:33,987
13. Lindblad (Racing Bulls) 1:34,149
14. Ocon (Haas) 1:34,201
15. Hadjar (Red Bull) 1:34,260
16. Sainz (Williams) 1:34,342
17. Lawson (Racing Bulls) 1:34,532
18. Albon (Williams) 1:34,555
19. Bottas (Cadillac) 1:35,290
20. Perez (Cadillac) 1:35,369
21. Stroll (Aston Martin) 1:35,974
22. Alonso (Aston Martin) 1:36,536

Bahrain-Testsieger 2025: Sainz (Williams) 1:29,348

1. Leclerc (Ferrari) 1:31,992
2. Antonelli (Mercedes) 1:32,803
3. Piastri (McLaren) 1:32,861
4. Norris (McLaren) 1:32,871
5. Verstappen (Red Bull) 1:33,109
6. Russell (Mercedes) 1:33,197
7. Hamilton (Ferrari) 1:33,408
8. Gasly (Alpine) 1:33,421
9. Bearman (Haas) 1:33,487
10. Bortoleto (Audi) 1:33,755
11. Colapinto (Alpine) 1:33,818
12. Hülkenberg (Audi) 1:33,987
13. Lindblad (Racing Bulls) 1:34,149
14. Ocon (Haas) 1:34,201
15. Hadjar (Red Bull) 1:34,260
16. Sainz (Williams) 1:34,342
17. Lawson (Racing Bulls) 1:34,532
18. Albon (Williams) 1:34,555
19. Bottas (Cadillac) 1:35,290
20. Perez (Cadillac) 1:35,369
21. Stroll (Aston Martin) 1:35,974
22. Alonso (Aston Martin) 1:36,536

Bahrain-Testsieger 2025: Sainz (Williams) 1:29,348

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