Bringt schon der 23. WM-Lauf 2025 die Titel-Entscheidung? Lando Norris (24) könnte sich als erster McLaren-Weltmeister seit Lewis Hamilton 2008 krönen. Das ist die Punkte-Situation nach dem harmlosen Sprintrennen.
Wie schon im einzigen Training und in der Sprint-Qualifikation war der wieder erwachte Oscar Piastri (25) auch im Mini-GP über 19 Runden eine Klasse für sich.
Piastri hat Loch überwunden
In dieser Form würde der Australier vor Katar kaum 22 Punkte hinter Norris liegen. Jetzt darf Piastri am Sonntag ab 17 Uhr MEZ (live bei Blick) keine vier Punkte auf seinen Teamkollegen verlieren – sonst ist der Mist geführt. Aber was machte der Aussenseiter: Er holte sich die Pole-Position – 0,035 vor WM-Leader Norris.
Für viele Experten ist es weiter ein Rätsel, warum Piastri nach der umstrittenen Stallorder von Monza in ein so tiefes Leistungs- und Mentalloch gefallen ist. Seither stand er fünfmal nicht mehr auf dem Podest. Von den ersten 15 WM-Schlachten hatte er noch sieben gewonnen!
Verstappen gefordert
Für Verstappen, der nach Zandvoort 104 Punkte hinter Piastri lag, ist der Titelkampf in Katar vorbei, wenn er nicht vor Norris ins Ziel kommt. Eine heikle Mission nach der Qualifikation. «Der dritte Platz hinter den McLaren ist nur aufzuholen, wenn wir bei den beiden Stopps mit dem richtigen Gummi davonfahren, sonst …»
Für Sauber endete auch der 24. Sprint der Geschichte (es gab nur 2022 in Imola dank Bottas zwei Punkte) mit einer Enttäuschung – 11. Bortoleto, 16. Hülkenberg.
Kaum Hoffnung bei Sauber
Das Debakel wurde noch grösser, weil Alonso (44), der bald Papi wird, als Siebter zwei Punkte für Aston Martin holte. Damit liegt der neue WM-Siebte jetzt mit 74 Punkten vor Haas (73) und distanzierte Sauber (68).
Die Startplätze 11 von Hülkenberg (zum vierten Mal in den letzten sechs Rennen) und 19 von Bortoleto (5 Strafplätze wegen Foul an Stroll in Las Vegas) lassen nicht auf eine grosse Überraschung hoffen.
Ferrari-Vasseur gehen Ausreden aus
Bei Ferrari läufts nach dem Sprint-Debakel (13. Leclerc, 17. Hamilton) kaum noch. Beim Kampf um den zweiten WM-Rang bei den Teams braucht es jetzt ein Wunder: 63 Punkte Rückstand auf Mercedes und 22 auf Red Bull.
Selbst Chef Vasseur gehen die Ausreden aus: «Wir haben uns entschieden, die Entwicklung des 2025er-Autos schon Ende April einzustellen. Also volle Kraft auf 2026. Es war eine schwere Entscheidung, die viele im Team nicht verstanden und ich vielleicht auch ein wenig unterschätzt habe.»
Die neue Ohrfeige gab es in der Qualifikation: 9. Leclerc, 18. Hamilton. Die roten Trauerspiele gehen für die Fans weiter.