Die Biathlon-Stars sind nach dem Todesdrama um Sivert Guttorm Bakken (†27) zurück im Weltcup-Alltag. Zu Beginn des Sprints im deutschen Oberhof wird des Norwegers gedacht. Die Startnummer 1 bleibt frei und wird von den Athleten in die Luft gehalten. Wie viele andere hat auch Tommaso Giacomel (25) Tränen in den Augen.
Der Italiener war ein guter Freund von Bakken. Deshalb reisst er bei der Überquerung der Ziellinie seinen rechten Arm in den Himmel. Was er da noch nicht weiss: Er wird das Rennen gewinnen. Es ist sein vierter Weltcupsieg.
An der Presserunde vor dem Wettkampf sagte der 25-Jährige, der am Tag von Bakkens Tod mit ihm zum Skifahren verabredet war: «Ich habe viele negative Gedanken, vor allem abends, wenn ich ins Bett gehe und die Augen zumache.» Als er die norwegischen Athleten erstmals wieder gesehen hat, habe er sofort angefangen zu weinen: «Er sollte hier sein und ist es nicht. Ich werde mein Bestes geben, um ihn stolz zu machen.»
Platz 2 hinter Giacomel belegt der Deutsche Philipp Nawrath (13,2 Sekunden zurück), Dritter wird Johannes Dale-Skjevdal aus Norwegen. Sebastian Stalder, der am Schiessstand ohne Fehler bleibt, läuft als bester Schweizer mit eineinhalb Minuten Rückstand auf den 21. Platz.
Bakkens Todesursache weiter ungeklärt
Bakkens Teamkollege Johan-Olav Botn, der im Thüringer Wald erkrankt fehlt, hat den 27-Jährigen am 23. Dezember tot in dessen Hotelzimmer in Lavazé gefunden. Die Norweger waren zum Höhentraining in Italien, Bakken trug beim Tod eine Höhentrainingsmaske. Die Ergebnisse der Autopsie könnten erst Anfang März vorliegen.
Die Beerdigung Bakkens ist am kommenden Dienstag in Lillehammer, einen Tag vor dem Start des Weltcups in Ruhpolding. Viele des norwegischen Teams werden am Montag nach Norwegen fliegen, um nach der Beerdigung am Dienstagabend nach Deutschland zurückzukehren.