Halbfinal verpasst
Ziel korrigieren – oder Konsequenzen ziehen

Wenns zählt, drehen die Deutschen auf und die Schweizer Nati verliert die Nerven. Irgendwann müssen verpasste Ziele Konsequenzen haben.
Publiziert: 25.05.2023 um 19:33 Uhr
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Aktualisiert: 25.05.2023 um 19:40 Uhr
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Autsch. Wieder jubeln die Deutschen nach einem Viertelfinal gegen die Schweiz.
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Nicht schon wieder. Ausgeschieden gegen Deutschland. Die Chance verpasst, Revanche für die letzte Abfuhr zu nehmen. Wie vor zwei Jahren auf der gleichen Bühne, versagen die Nerven dann, wenn am meisten auf dem Spiel steht. Ein K.o.-Spiel gegen Deutschland bedeutet maximalen Druck, weil alle einen Sieg erwarten – es ist ja nicht Finnland oder Schweden. Und es ist ja wunderbar, wenn man die Vorrunde fast nach Belieben dominiert. Aber wenn die Aufgeregtheit in immer höhere Drehzahlen steigt, verliert die Nati gegen Deutschland die Nerven.

Bei der Manöverkritik muss auch die Frage laut werden, wie sich fünf Schweizer Topspieler im Powerplay von vier Deutschen so überrumpeln lassen können wie vor dem dritten Gegentor.

Man sollte niemals auf Genoni verzichten

Und warum stand Robert Mayer im Kasten, wenn doch Leonardo Genoni da ist? Man sollte niemals auf Genoni verzichten.

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Natürlich war der Fehlgriff von Robert Mayer nicht entscheidend, weil danach a) noch genug Zeit für eine Korrektur übrig blieb und b) noch andere Tore gefallen sind. Aber dieses frühe und absolut unmögliche Gegentor hat wohl ein paar Prozentpunkte Gelassenheit gekostet, weil keiner mit einem Gegentor dieser Art rechnet.

Verband und Trainer müssen sich nun gut überlegen, wie man der Öffentlichkeit diese Niederlage erklären will. Das offizielle Ziel «Halbfinal» klingt wunderbar, aber in einer gesunden Leistungskultur muss das Verpassen eines Ziels irgendwann auch Konsequenzen haben, sonst verliert man die Glaubwürdigkeit.

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