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Kanada
Kanada
Beendet
5:2
(1:1 | 1:1 | 3:0)
Deutschland
Deutschland
Unmittelbar vor dem 2:2: Schiedsrichter übersehen Strafe für Kanada(00:24)

Deutschland im Final unterlegen
Kanada ist zurück auf dem Weltmeister-Thron

Nach dem Bronze-Gewinn von Lettland schreibt die WM kein weiteres Märchen mehr. Deutschland muss sich mit der ersten WM-Medaille seit 70 Jahren begnügen. Gold geht zum 28. Mal an Kanada.
Publiziert: 28.05.2023 um 21:56 Uhr
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Aktualisiert: 28.05.2023 um 22:50 Uhr
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Der Eishockey-Weltmeister 2023: Kanada.
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Nur drei NHL-Spieler haben die Deutschen an der WM dabei. Doch einer von ihnen, Detroit-Star Moritz Seider, sagt: «Wir lassen uns auch nicht kleinreden.» Und so geht der Schweiz-Bezwinger auch ins Spiel. Selbstbewusst. Seider nutzt einen schlechten Wechsel der Kanadier, um JJ Peterka zu lancieren. Der Stürmer der Buffalo Sabres düst los und bringt den Aussenseiter in Führung. Die Kanadier können es kaum fassen und wollen ein Offside von Peterka gesehen haben. Die missglückte Coaches Challenge bringt ihnen aber nur eine Strafe ein. Die Deutschen können aber nicht nachdoppeln, sind zu hibbelig im Powerplay.

Blais bestraft deutsche Unachtsamkeit

Das Team des Deutsch-Kanadiers Harold Kreis gesteht den Kanadiern nur wenige Chancen zu. Nach einer Unachtsamkeit kann Sammy Blais jedoch ausgleichen.

Deutschland kann im 2. Drittel erneut vorlegen, als Seider die Scheibe tief spielen will, diese bei Maximilian Kastner hängen bleibt und der Daniel Fischbuch bedient, der sofort abzieht. Goalie Samuel Montembeault sieht dabei unglücklich aus.

Darauf gehen die Kanadier mehr Risiko ein und bauen erstmals Druck auf. Und im Powerplay trifft Lawson Crouse mit einem gekonnten Ablenker, nachdem die Deutschen davor zahlreiche Abschlüsse geblockt hatten. Doch: Kai Wissmann beschwert sich umgehend beim Schiedsrichter. Denn unmittelbar vor dem 2:2 fällt Jonas Müller im Zweikampf mit Cody Glass (siehe Video oben). Für SRF-Experte Philippe Furrer ist klar: «Es hätte hier eine Strafe gegen Kanada geben sollen.»

Fataler Puckverlust von Szuber

Im Schlussabschnitt entgleitet dem davor mindestens ebenbürtigen Underdog das Spiel. Verteidiger Maksymillian Szuber (20), im Halbfinal gegen die USA (4:3 n.V.) noch Torschütze, lässt sich hinter dem Tor den Puck von Cody Glass abknöpfen. Und im Nachfassen bringt Blais die Kanadier erstmals in Führung. Es ist der sechste Turnier-Treffer des Stürmers, der 2019 mit den St. Louis Blues den Stanley Cup gewann.

Und als Marcel Noebels bei einem vielversprechenden Angriff über die Scheibe schlägt, fahren die Kanadier gnadenlos den Konter, den Calgary-Star Tyler Toffoli zum 4:2 verwertet. Die Vorentscheidung. Kanada (zum vierten Mal in Serie im Final) lässt sich den 28. WM-Titel nicht mehr nehmen und ist damit nun vor Russland alleiniger Rekord-Weltmeister. Scott Laughton räumt mit dem 5:2 ins leere Tor die letzten Zweifel aus.

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Die Kanadier zeigen damit, dass sie auch mit einer Auswahl, in der die grossen Stars fehlten, den Titel holen können. In der Vorrunde enttäuschten sie und fielen durch den skandalösen Fusstritt von Joe Veleno (5 Spielsperren) gegen Nino Niederreiter auf. In der K.o.-Phase fanden sie dann aber stets einen Weg zu gewinnen.

Das Allstar-Team der WM

Silovs (Lett); Weegar (Ka), Seider (De); Grimaldi (USA), Kubalik (Tsch), Peterka (De)

MVP der WM

Silovs (Lett)

Bester Goalie der WM

Silovs (Lett)

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Bester Verteidiger der WM

Weegar (Ka)

Bester Stürmer der WM

Peterka (De)

Die Schlussrangliste

1. Kanada
2. Deutschland
3. Lettland
4. USA
5. Schweiz
6. Schweden
7. Finnland (Titelverteidiger)
8. Tschechien
9. Slowakei
10. Dänemark
11. Kasachstan
12. Frankreich
13. Norwegen
14. Österreich
15. Ungarn (Absteiger)
16. Slowenien (Absteiger)

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