Nati-Trainer Patrick Fischer erwartet gegen Schweden spielerisch eine Steigerung – trotz des 3:1-Sieges gegen Gastgeber Finnland zwei Tage zuvor in Tampere. Vor allem ihre Aktivitäten im Spiel mit der Scheibe sind noch nicht zufriedenstellend. Zunächst klappt das ganz gut. Mit seinem ersten Treffer im Nati-Dress bringt Verteidiger Jung kurz nach seiner abgesessenen Strafe und Sigrists Bullygewinn die Schweizer aus dem Nichts in Führung.
Nach dem Ausgleichstreffer von De la Rose winkt Goalie Aeschlimann sofort mit seinem Stock und zeigt einen potenziellen hohen Stock des Torschützen an. Weil die Refs auf den Videobildern jedoch keinen eindeutigen Beweis erkennen, halten sie am Entscheid auf dem Eis fest und geben den Treffer. Auch auf den zweiten Powerplay-Gegentreffer können die Schweizer noch reagieren. Danach ist fertig lustig.
Bereits im Startdrittel hat sich abgezeichnet, dass die Schweizer nicht Herr ihrer Zone sind. Immer wieder kommt ein Schwede unbehelligt bis vor Goalie Aeschlimann und kann sich dort auch zweimal an einem Abpraller versuchen. Aufgrund von individuellen Fehlern und passivem Verhalten gibt die Nati das Duell innert fünf Minuten aus der Hand.
Aeschlimann greift daneben – und wird früh durch Feldspieler ersetzt
Nach einer Puckeroberung will Knak die Scheibe zu Bertschy weiterleiten, sie kommt aber nicht dort an. Auf den Puckverlust folgt Johanssons 3:2. Dann steht Simion zu weit weg von 4:2-Torschütze Brännström und die Scheibe flutscht Goalie Aeschlimann über den Fanghandschuh. Und zack ist die Chance auf den zweiten Sieg dieses Turniers der Euro Hockey Tour weg. Eineinhalb Minuten später ist das Abwehrduo Heldner/Berni nicht auf seinem Posten. Und wenige Sekunden vor Mitteldrittelsende ist Gross nach einem Scheibenverlust in der Rückwärtsbewegung zu langsam.
Die Reaktion der Schweizer gegen ein Team ohne Olympia-Kandidaten? Die Schweden kommen nicht mehr regelmässig zu hochkarätigen Chancen, sie werden auf etwas mehr Abstand zur Gefahrenzone gehalten. Als Trainer Fischer bereits sieben Minuten vor Ende Goalie Aeschlimann durch einen Feldspieler ersetzt, wird Knak von Bertschy perfekt bedient und verlädt Goalie Johansson für minime Resultat-Kosmetik. Danach klingelts noch zweimal.
Fans: 1731
Tore: 6. Jung (Sigrist) 0:1. 11. De la Rose (Brännström/PP) 1:1. 16. Olofsson (De la Rose Frödén/PP) 2:1. 22. Schmid (Kessler, Rohrbach/PP) 2:2. 27. L. Johansson (Wingerli) 3:2. 31. Brännström (L. Johansson, Larsson) 4:2. 32. Hedqvist (Asplund) 5:2. 40. (39:58) Frödén (Brännström) 6:2. 56. Knak (Bertschy) 6:3. 57. Frödén 7:3 (leeres Tor). 60. Ryfors (Frödén, Olofsson) 8:3.
Strafen: Schweden 2x 2 Minuten, Schweiz 3x 2 Minuten.
Schweden: J. Johansson; Heed, Hägg; Persson, Heens; Larsson, Brännström; Andersson; Frödén, Ryfors, Olofsson; Hartmann, De la Rose, Hugg; Silvegard, Asplund, Hedqvist; Bengtsson, L. Johansson, Wingerli.
Schweiz: Aeschlimann; Fora, Frick; Heldner, Berni; Chanton, Jung; Gross; Bertschy, Schmid, Biasca; Rohrbach, Moy, Knak; Simion, Jäger, Herzog; Kessler, Sigrist, Nussbaumer.
Bemerkungen: Biasca verletzt ausgefallen.

