Neben dem bitteren Aus von NHL-Star Kevin Fiala können – zumindest gegen die Tschechen – mit Andrea Glauser und Denis Malgin auch zwei weitere Teamstützen nicht mittun. Wie befürchtet. Dadurch ist die neue Aufstellung von Nati-Trainer Patrick Fischer zweiteilig: Zwei Blöcke mit den NHL-Spielern inklusive den ebenso über reichlich NHL-Erfahrung verfügenden ZSC-Akteuren Dean Kukan und Sven Andrighetto, die als geballte Ladung für die Musik sorgen sollen. Und zwei Blöcke mit National-League-Spielern, von denen vor allem defensive Verlässlichkeit und Energie gefordert ist. In diesen kommen die nachgerückten Tim Berni und Simon Knak zu ihren Olympia-Debüts.
Es sind nicht die National-League-Spieler, die sich überraschen lassen, als die Schweiz ins Hintertreffen gerät, sondern Pius Suter und Janis Moser, die bei einem rasch vorgetragenen tschechischen Angriff den Zugriff verlieren. Ex-Ambri-Stürmer Filip Chlapik schliesst erfolgreich zum 1:0 ab. Das ist schade. Denn die Nati zeigt eine gute Anfangsphase und auch, dass sie Willens ist, nach den drei schmerzhaften Ausfällen im Rahmen der 1:5-Niederlage gegen Kanada zusammenzustehen. Sie erwischt den besseren Start, kommt durch Roman Josi, Philipp Kurashev und Kukan zu vielversprechenden Chancen, aber bremst sich dann mitunter durch Strafen selbst ein. Bei einer solchen hat die Schweiz Glück, dass David Pastrnak nur den Pfosten trifft.
Wieder trifft Meier
In der Folge entwickelt sich ein Spiel auf Augenhöhe. Nico Hischier vergibt den möglichen Ausgleich, während Pastrnak in Überzahl das sichere 2:0 liegenlässt. Roman Josi hatte in extremis mit dem Stock vor dem offenen Tor noch für den entscheidenden und heldenhaften Ablenker gesorgt. Die Nati kommt da mit einem blauen Auge davon, schaltet anschliessend aber einen Gang höher. Die Verteidiger Josi und Moser stürmen gemeinsam los und als Josi vor dem Tor Moser lancieren will, lenkt Radko Gudas den Puck mit dem Schlittschuh ins eigene Tor ab. Der Ausgleich ist geschafft. Und 104 Sekunden später tritt der magische Josi in Überzahl (Ex-Rappi-Star Roman Cervenka hatte sich ein Foul geleistet) erneut auf den Plan, feuert los und vor dem Tor steht Timo Meier für den Abpraller bereit. Sein dritter Treffer an diesem Turnier – und was für eine blitzartige Wende der Schweiz!
Doch die Tschechen melden sich zurück. Als der sonst starke Goalie Leonardo Genoni eine Unsicherheit zeigt, Ken Jäger den Puck nicht wegbringt und Damien Riat nicht genug nah bei Torschütze Radim Simek ist, steht es plötzlich 2:2. Die Schweizer schütteln sich kurz und holen sich postwendend die Führung zurück, als Meier den Puck in die Gefahrenzone bringt und schliesslich Pius Suter brillant abschliesst. Hektisch wird es, als sich Michael Fora in der Schlussphase eine nicht wirklich schlaue Strafe leistet und Pastrnak das vermeintliche 3:3 gelingt. Doch der Treffer wird wegen Goalie-Behinderung zurecht aberkannt. Es ist fast geschafft und auch Fora zurück. Doch dann ziehen die Tschechen in diesem Thriller ohne Goalie ihren letzten Trumpf, nach einem brillanten Spielzug gelingt Martin Necas tatsächlich noch das 3:3. Befreiend für sie, bitter für die Nati mit dem Dreipunkte-Sieg vor Augen.
Aber auch in diesem Moment stehen unsere Nati-Cracks nochmals zusammen. In der Verlängerung unterbindet Calvin Thürkauf die Bemühungen vor dem Schweizer Tor von Cervenka, Kukan schnappt sich den Puck, läuft übers ganze Eis und trifft mit einem Prachtsschuss zum 4:3. Was für eine Erlösung! Vor allem auch für Kukan. Dieser gehörte gegen Kanada zu den schwächeren Elementen, war bei zwei Gegentreffern mitschuldig. Nun hat er sich auf eindrückliche Weise rehabilitiert.
Nati geht Deutschland und Schweden aus dem Weg
«Das letzte Spiel gegen Kanada war eine Lektion für uns, da haben wir viel gelernt. Das heute war unser bislang bestes Spiel und hoffentlich können wir so weitermachen», sagt Siegesschütze Kukan nach dem Spiel gegenüber SRF. Und Nati-Coach Fischer zeigte sich erleichtert: «Für uns ist wichtig, dass wir unser Spiel gefunden haben. Ich bin unglaublich stolz auf Mannschaft, wie gradlinig sie von Anfang an auftrat, was nach diesen Ausfällen nicht einfach war. Ich bin auch froh, haben wir den zweiten Platz in unserer Gruppe jetzt auf sicher.»
Dieser ist für den weiteren Turnierverlauf in der Tat von immenser Bedeutung, denn dadurch treffen die Schweizer nun am Dienstag in den Vor-Viertelfinals vermutlich auf Italien oder Frankreich, allenfalls sind es auch Dänemark oder Lettland. Bei einer Niederlage hätte ein Duell mit Deutschland oder gar Schweden gedroht. Die weiteren Spiele des Sonntags werden entscheiden, wie das Vor-Viertelfinal-Tableau aussehen wird.
Fans: 11'263
Tore: 16. Chlapik (Necas, Kämpf) 0:1. 37. Josi (Moser, Jäger/Eigentor Gudas) 1:1. 39. Meier (Josi, Hischier/PP) 2:1. 47. Simek (Chlapik, Necas) 2.2. 49. Suter (Moser, Meier) 3:2. 58. Necas (Hronek, Pastrnak/ohne Goalie) 3:3. 62. Kukan 4:3.
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