Wildwest in der Westschweiz
«Attentat auf Eric Landry!»

Früher war alles besser? Lieber nochmal überlegen. Vielleicht war ja auch alles viel schlimmer. Wer erinnert sich noch an die Affäre um Eric Landry?
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Eric Landry nach der Bildbearbeitung.
Foto: Keystone
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Ist die Welt verrückt geworden oder war sie das früher schon? Mindestens im Mikrokosmos Eishockey war die Welt früher bedeutend verrückter. Wenn heute von der mentalen Verarbeitung von Wettkämpfen gesprochen wird, rauchte man früher einfach eine Zigarette, und alles war in Ordnung.

Wird heute ein Profi mit einer Zigarette erwischt, wird er vom Wutbürgertum bei X erst auf seine Pflichten als Vorbild hingewiesen und dann im Namen der Löschkultur vernichtet. Was früher tatsächlich besser war? Die Verwegenheit.

Gartenfest-Boxer, vom Weltmeister verprügelt

Nehmen wir das Beispiel von Eric Landry, der im Playout-Final 2005 zwischen Lausanne und Fribourg zu einer Art Stil-Ikone wurde, weil sein Team (Lausanne) ein bereits schlimmes Foto durch die Bildbearbeitungs-Mangel (damals noch auf rudimentärem Niveau) drehen liess, um ein noch schlimmeres Bild zu bekommen. Landry, der sich bei einer Attacke des Fribourger Stürmers Jeff Shantz das Joch- und Nasenbein gebrochen und mehrere Schnittverletzungen erlitten hatte, sah auf dem bearbeiteten Bild aus wie ein Hollywood-Gartenfestboxer, der vom Weltmeister zehn Runden lang durch den Ring geprügelt wurde.

Der damalige Präsident des HC Lausanne, Robert Lei-Ravello, sprach danach von einem «Attentat» auf Landry, weil der damalige Trainer des Gegners, Mike McParland, vor der Serie in bester Slapshot-Manier davon gesprochen hatte, dass man Landry eine Spezialbehandlung zukommen lassen werde. Wildwest in der Westschweiz, Unterhaltungsfaktor 10 von 10, in Bern blickte Marc Lüthi für einmal neidisch nach Fribourg. Aber nur kurz. 

Karma: Abstieg

Das bearbeitete Foto Landrys wurde von Lausanne gezielt in Umlauf gebracht, um den Einzelrichter unter Druck zu setzen, brachte damit im Endeffekt aber nur das Schicksal gegen sich auf: Karma nennt sich das. Lausanne stieg in die NLB ab.

Wer wissen möchte, wie Eric Landry heute aussieht, braucht nur auf die Spielerbank Ambris zu schauen. Er steht dort als Assistenztrainer. 

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
35
45
77
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
36
29
67
3
Lausanne HC
Lausanne HC
35
27
65
4
HC Lugano
HC Lugano
34
25
59
5
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
35
-3
56
6
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
35
-7
56
7
EV Zug
EV Zug
33
5
55
8
ZSC Lions
ZSC Lions
34
18
55
9
SCL Tigers
SCL Tigers
34
-3
44
10
EHC Kloten
EHC Kloten
34
-20
41
11
EHC Biel
EHC Biel
34
-15
41
12
SC Bern
SC Bern
34
-10
41
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
34
-35
38
14
HC Ajoie
HC Ajoie
35
-56
28
Playoffs
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