Hier macht die Bande Biel einen Strich durch die Rechnung
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Fribourg-Sieg:Hier macht die Bande Biel einen Strich durch die Rechnung

Punktevorrat bald aufgebraucht
Biel kommt ins Zittern

Im Herbst sorgte Biel für Begeisterung. Jetzt stecken die Seeländer mitten im Strichkampf. Was ist bloss los?
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Beat Forster hat nach einer Verletzung erst im Januar sein Saisondebüt gegeben.
Foto: Keystone
Angelo Rocchinotti
Angelo RocchinottiEishockey-Reporter

Während Wochen sorgte Biel für Furore, legte den besten Saisonstart der Geschichte (8 Siege in 9 Partien) hin und grüsste von der Tabellenspitze. Von überallher wurden die Spieler mit Lob überschüttet. Doch je länger die Saison dauerte, umso rarer wurden die Siege. Und nun finden sich die Seeländer nach vier Pleiten in fünf Spielen mitten im Strichsumpf wieder, haben bloss noch drei Punkte Vorsprung.

«Vielleicht liegt es ja an mir», meint Verteidiger Beat Forster. «Vielleicht sollte man Trainer Antti Törmänen anrufen und ihm sagen, er soll mich rausnehmen.» Forster sagt es, wenn auch mit einem Augenzwinkern, nicht ohne Hintergrund.

Im Sommer verletzte sich der Appenzeller beim Fussball, musste sich am Meniskus operieren lassen und verpasste Biels Höhenflug. Doch als der 6-fache Meister im Januar sein Saisondebüt gab, war die Talfahrt bereits in vollem Gange.

«Die Disziplin stimmt einfach nicht», sagt der 36-Jährige. «Wir kassieren kurz vor Schluss unnötige Strafen, sind aber auch im taktischen Bereich nicht mehr gleich diszipliniert wie Anfangs Saison, als jeder machte, was er musste.»

«Schlendrian auszutreiben, ist leichter gesagt, als getan»

Dass man an der Spitze mitspielen kann, sei für viele Spieler eine völlig neue Erfahrung. «Man wird in den Himmel gelobt. Damit muss man umgehen können. Der Ruhm darf dich nicht davon abhalten, weiter hart zu arbeiten.»

Überheblichkeit habe Forster zwar keine ausgemacht. «Aber wir holten viele Punkte. Das steckt in den Köpfen. Läuft es mal nicht, sagt man sich, man habe ja genügend Vorsprung. Diesen Schlendrian auszutreiben, ist leichter gesagt, als getan.»

Jeder müsse sich selbst zur Brust nehmen. «Das ist die schwierigste Analyse. Schliesslich wurdest du gelobt, also bist du nicht so schlecht und beginnst die Fehler woanders zu suchen. Doch um weiterzukommen, musst du auch Kritik über dich ergehen lassen.»

«Wir müssen jetzt liefern, nicht lafern»

Auch müsse jeder sein Ego hinten anstellen. «Wenn wir gemeinsam Erfolg haben, sind die eigenen Bedürfnisse meist auch befriedigt. Ich weiss nicht, ob das alle verstehen.» Grundsätzlich wisse aber jeder, woran es derzeit liege. In solchen Situationen werde viel geredet. «Irgendwann mag man es nicht mehr hören. Wir müssen jetzt liefern, nicht lafern.»

Trotz der brenzligen Situation bleibt Forster cool. «Wir sind noch voll dabei. Ich habe keine Bedenken, aber wir müssen zurück zu den Tugenden.» 

Wohin Biels Weg führen wird, könnte sich schon am Wochenende zeigen. Am Freitag treffen die Seeländer auf Langnau, am Samstag müssen sie nach Ambri.

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National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
49
63
108
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
49
45
94
3
ZSC Lions
ZSC Lions
49
28
85
4
HC Lugano
HC Lugano
49
31
85
5
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
49
2
82
6
Lausanne HC
Lausanne HC
49
22
81
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
49
-11
73
8
EV Zug
EV Zug
49
-14
73
9
SC Bern
SC Bern
49
-7
66
10
EHC Biel
EHC Biel
49
-21
64
11
SCL Tigers
SCL Tigers
49
0
64
12
EHC Kloten
EHC Kloten
49
-18
61
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
49
-49
54
14
HC Ajoie
HC Ajoie
49
-71
39
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