Phänomen Claudio Cadonau
Mal Lämmchen, mal Tiger

Die persönliche Bilanz von Tiger Claudio Cadonau gibt in dieser Saison Rätsel auf. Nicht zuletzt bei ihm selbst.
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Claudio Cadonau ist ein Phänomen.
Foto: Urs Lindt/freshfocus
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Langnau-Verteidiger Claudio Cadonau hat etwas Einzigartiges geschafft. Schon drei Mal wurde er in dieser Saison mit einem Restausschluss unter die Dusche geschickt. Und dreimal Restausschluss (5 plus 20 Minuten) – das ergibt ein Bösewicht-Total von 75 Minuten. Umso erstaunlicher ist es da, dass sich der Haudegen ansonsten auf dem Eis so fromm wie ein Lämmchen verhält. Zweiminutenstrafe hat Cadonau noch keine einzige kassiert!

«Das habe ich noch nie erlebt und hätte ich auch nicht für möglich gehalten», sagt der Routinier. Eine wirkliche Erklärung für dieses Phänomen hat er nicht, findet aber, dass man seine Ausschlüsse differenziert betrachten müsse. «Bei der Spieldauer gegen Bern war das ein wenig Schwingen mit Thierry Bader, aber nichts Böses. Da haben wir beide gestaunt, dass wir duschen mussten.»

Es passt zu der verkorksten Saison

Vor Weihnachten im Spiel gegen Servette fasste Cadonau nach einem Bandenschubser gegen Deniss Smirnovs indes nicht nur einen Restausschluss, sondern auch noch happige vier Spielsperren obendrauf. Was den Verdacht nahelegt, dass er bei der Liga-Justiz allmählich auf der Wiederholungstäter-Liste gelandet ist. Er selbst sagt dazu: «Es waren teilweise unglückliche Aktionen. Aber sie stehen nun eben auf meinem Konto, was mein Pech ist.»

Der 34-jährige Verteidiger findet aber auch, dass seine desaströse Restausschluss- und Sperren-Bilanz zu seiner persönlich bislang verkorksten Saison passe. Ins Emmental geholt wurde er im Sommer aus Zug als Leistungsträger. Doch diesem Anspruch konnte der Zürcher mit seinen Leistungen noch nicht gerecht werden, teilweise war er gar überzählig. «Ich habe andere Erwartungen an mich», erklärt Cadonau. «Es liegt an mir, jeden Tag besser zu werden und dem Coach zu zeigen, dass er nicht mehr um mich herum kommt.»

«Neues Jahr, neues Glück»

Am Wochenende läuft seine Sperre ab, ab Samstag gegen Kloten darf der Verteidiger wieder eingesetzt werden. Und so sagt er sich: «Neues Jahr, neues Glück.» Cadonau will sich der Herausforderung stellen, denn Herausforderungen haben seine ganze bisherige Karriere geprägt: «Als Junior war ich nie das grosse Talent, das von einer Nati zur nächsten hüpfte. Ich habe selten etwas geschenkt bekommen, musste immer hart dafür arbeiten.»

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
40
47
84
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
40
34
74
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
40
7
70
4
Lausanne HC
Lausanne HC
40
22
68
5
HC Lugano
HC Lugano
38
26
66
6
ZSC Lions
ZSC Lions
38
20
63
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
39
-8
62
8
EV Zug
EV Zug
38
-9
58
9
SCL Tigers
SCL Tigers
39
4
54
10
SC Bern
SC Bern
39
-11
51
11
EHC Biel
EHC Biel
39
-16
49
12
EHC Kloten
EHC Kloten
38
-19
46
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
39
-36
45
14
HC Ajoie
HC Ajoie
39
-61
29
Playoffs
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