Lugano – ZSC Lions 3:1
5890 Fans
Tore: 2. Lammer (Romanenghi) 1:0. 43. Zangger (Walker, Jörg) 2:0. 44. Riva (Lajunen) 3:0. 46. Bodenmann (Hollenstein) 3:1.
Das Spiel: Nur 107 Sekunden hatte der dreifache ZSC-Meisterhexer Lukas Flüeler am Freitag gegen die Lakers im Tor gestanden. 107 Sekunden, in denen der Torhüter des Tabellenersten drei Gegentreffer hinnehmen musste. Eine unangenehme Situation für den Zürcher Oberländer: Sein finnischer Konkurrent Joni Ortio erweist sich danach als äusserst stilsicher, lässt nur noch ein Gegentor zu und schaukelt den Sieg im Penaltyschiessen nach Hause.
Im Vergleich zu den Sorgen, die den HC Lugano gerade umtreiben sind das aber höchstens Luxusprobleme. Zwar kreisen die Diskussion auch da ums Personal, sie sind aber weitaus ernsterer Natur: Die ausländischen Fachkräfte im Sturm lassen die Angriffslust vermissen und Trainer Kapanen hat nach einem schwarzen November das Messer am Hals. Das 3:1 am Dienstag in Fribourg verschaffte den angeschlagenen Tessinern nur eine kurze Verschnaufpause, am Freitag in Langnau folgte bereits die nächste Niederlage.
Im Direktvergleich der alten Konkurrenten (so lässt sich der überstrapazierte Begriff «Klassiker» vermeiden) muss auch Ortio einen frühen Gegentreffer einstecken (nach 104 Sekunden), ausgewechselt wird er aber nicht. Die Tessiner geben zu Beginn das Tempo vor, verlieren aber mit zunehmendem Spielverlauf die Kontrolle, auch weil sie in Überzahl keine Lösung gegen das angriffslustige Boxplay der Zürcher finden. Das 1:0 nach 40 Spielminuten ist nur für Lugano schmeichelhaft.
Die Tessiner kommen aber wie verwandelt aus der zweiten Pause. Nach einem Querpass Walkers ist Zangger plötzlich allein vor Ortio und stellt auf 2:0. Fast zur gleichen Zeit verliert Noreau die Nerven: Der ZSC-Kanadier legt Lugano-Stürmer Jörg aus dem toten Winkel mit einem Check gegen den Kopf aufs Eis. Noreau kommt mit einer 10-Minuten-Strafe fast ungeschoren davon. Man darf gespannt sein, ob die Liga in diesem Fall ihrer Aufsichtspflicht nachkommt. Danach legt Lugano gegen die temporär orientierungslosen Zürcher nach, Riva trifft vorentscheidend zum 3:0, die Zürcher betreiben danach nur noch Resultatkosmetik.
Lugano verschafft sich mit diesem Sieg etwas Ruhe. Sportchef Domenichelli hat aber bereits angekündigt, die Mannschaft während der Nati-Pause (Vierländerturnier in Visp) zu verändern. Das kann nur bedeuten, dass ein zusätzlicher ausländischer Stürmer gesucht und gefunden werden soll. Vielleicht der bereits flächendeckend erwähnte Wojtek Wolski (zuletzt in der KHL bei Kunlun Red Star). Helfen würde bestimmt Mark Arcobello – aber der kommt erst im nächsten Sommer.
Der Beste: Zurkirchen (Lugano). Hält, was zu halten ist. Und noch etwas mehr.
Die Pflaume: Noreau (Zürich). Üble Attacke aus dem toten Winkel gegen einen unvorbereiteten Gegenspieler.
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Bern – Fribourg 4:2
(Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)
16 461 Fans
Die Tore: 8. Arcobello (Untersander, Ebbett/PP) 1:0. 17. Gunderson (Desharnais, Mottet) 1:1. 30. Brodin (Walser, Abplanalp) 1:2. 36. Rüfenacht (Ebbett, Untersander/PP) 2:2. 50. Moser (Untersander, Arcobello) 3:2. 60. (59:46) Scherwey 4:2 (ins leere Tor).
Das Spiel: Zwei Wochen ist es her, seit den SCB-Verantwortlichen nach einer 1:5-Klatsche in Fribourg der Geduldsfaden riss. Niklas Schlegel – er sitzt gegen Gottéron zum zweiten Mal in Folge überzählig auf der Tribüne – stand am Ursprung der Niederlage, liess sich nach fünf Minuten aus schier unmöglichem Winkel erwischen. Danach fiel der Meister wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Sportchef Alex Chatelain machte sich auf die Suche nach einem neuen Goalie – und fand bei den Lahti Pelicans den Finnen Tomi Karhunen.
Mit dem 30-Jährigen, dessen Selbstsicherheit sich aufs gesamte Team überträgt, punktet der Meister nun schon zum vierten Mal in Folge, holt sich den dritten Sieg in Serie. Das ist Saisonpremiere. Wie schon gegen Servette und Lausanne ist auch das Spiel gegen Gottéron ein Duell auf Augenhöhe. Das Team von Kari Jalonen wirkt zu Beginn präsenter, setzt den Gegner konsequent unter Druck und geht in Überzahl durch Mark Arcobello – wem denn sonst? – in Führung.
Doch je länger die Partie dauert, umso stärker werden die Gäste. Fribourg dreht die Partie dank Gunderson und Brodin. Der Meister, der seinerseits mit zwei Pfostenschüssen Pech bekundet, wirkt nicht mehr gleich stilsicher. Doch Karhunen, der noch immer mit der Lahti-Maske im Tor steht, bewahrt sein Team vor weiterem Ungemach. Rüfenacht und Moser bringen den SCB wieder in Führung.
Und als Gottéron in den Schlussminuten den Ausgleich sucht, lässt Karhunen nichts mehr anbrennen. Der dreifache finnische Meister wird am Ende von den SCB-Fans gefeiert. «Das Glück, das man benötigt, um Spiele zu gewinnen, ist wieder etwas mehr auf unserer Seite», freut sich Jalonen. PS: Nach dem Cup-Out wurde das Derby zwischen dem SCB und den SCL Tigers vom 30. Januar auf Samstag, 1. Februar, verschoben.
Der Beste: Tomi Karhunen (SCB). Der Chef im Tor. Steckt mit seiner Art das Team an.
Die Pflaume: Andrej Bykow (Fribourg). Strafe zur Unzeit. Trifft kurz vor Schluss Berns Blum im Gesicht.
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Zug – SCL Tigers 5:2
(Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)
6543 Fans
Die Tore: 9. Kovar (Martschini, Hofmann) 1:0. 10. Simion 2:0. 14. Diaz (Kovar/PP) 3:0. 26. Huguenin (DiDomenico/PP) 3:1. 35. Kuonen (Diem/PP) 3:2. 38. Hofmann (Zryd, Kovar) 4:2. 49. Martschini (Diaz/PP) 5:2.
Das Spiel: Er ist zurück. Nach dreiwöchiger Verletzungspause (Adduktoren) steht Leonardo Genoni (32) gegen die SCL Tigers wieder zwischen den Pfosten. Die Genesung des Meistergoalies brauchte der EVZ aber nicht zu forcieren. Einerseits, weil Ersatzmann Luca Hollenstein in der Zwischenzeit seinen Job mehr als nur erledigt hat.
Mit dem 19-jährigen Goalie gewann Zug vier von fünf NL-Spiele, holte dabei 13 Punkte. Und im CHL-Viertelfinal legte Hollenstein die Basis für die vielversprechende Ausgangslage (1:1) gegen Mountfield (Tsch). Andererseits im Wissen, dass Hollenstein mit der U20-Nati bald einige Wochen fehlen wird. Der Teenager rückt morgen aber noch nicht in die erste WM-Vorbereitungswoche ein, sondern bleibt sicher noch bis und mit Dienstag und dem CHL-Rückspiel beim EVZ.
Die Zuger erleichtern Genoni den Arbeitseinstieg, indem sie mächtig aufs Gaspedal drücken und so das Geschehen weit weg vom eigenen Gehäuse verlagern. Dagegen sieht das Gezeigte der Emmentaler – die den 3:2-Sieg gegen Lugano vom Vorabend in den Beinen haben – zunächst wie Standhockey aus. Mit drei Treffern legen sich die Zuger ein Polster an. Und Genoni gewinnt mit zwei wichtigen Paraden und einem Big Save sogleich an Sicherheit.
Für sein Gegenüber dagegen ist der Arbeitstag nach 20 Minuten vorbei, Ciaccio ersetzt Punnenovs. Kaum nehmen die Zuger etwas Tempo raus, fühlen sich die Tigers wieder wohler im Spiel und kommen öfter zu Torchancen. Mit zwei Powerplay-Treffern bringen sie sogar nochmals Spannung ins Spiel. Aber nur so lange bis sich die Zuger entscheiden, wieder einen Zahn zuzulegen.
Der vierte Treffer ist herrlich herausgespielt und von Hofmann mit einem Direktschuss knallhart abgeschlossen. Das Fehlen des Topskorers auf der Torschützenliste dauerte genau gleich lange wie Genonis Absenz: Fünf Spiele. Der EVZ hat in der eigenen Zone wieder an Stabilität gewonnen, ist abgeklärter und entschlossener im Spielaufbau. Und fährt seine Angriffe mit einer Dynamik wie zu den besten Zeiten. Weil den besten Kräften der Langnauer die Puste zusehends ausgeht, gerät der Sieg nicht mehr in Gefahr.
Der Beste: Raphael Diaz (Zug). Der Captain trumpft mit Konstanz und Spielübersicht auf.
Die Pflaume: Harri Pesonen (SCL Tigers). Schafft es, beste Chancen auszulassen. Und verursacht in der Schlussminute noch einen Penalty, den Albrecht nicht versenkt.
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SCRJ Lakers – Servette 4:1
3613 Fans
Die Tore: 4. Clark (Kristo, Egli/PP) 1:0. 9. Clark (Cervenka, Forrer) 2:0. 11. Forrer (Cervenka, Clark) 3:0. 40. Miranda (Smirnovs) 3:1. 58. Kristo (Rowe) 4:1.
Das Spiel: 3:0-Vorsprung für Rappi? Da war doch was. Am Vorabend hatten die Lakers in Zürich nach 107 Sekunden geführt und noch verloren (4:5 n.P.). Gegen Servette geht es etwas (sechsmal) länger, bis es 3:0 steht. Dafür hält die Führung diesmal. Im Mitteldrittel versuchen die Genfer, mit erhöhtem Körpereinsatz und Provokationen dem Spiel eine Wende zu geben. Vor allem die beiden robusten Kanadier Eric Fehr und Daniel Winnik (zusammen 1583 NHL-Einsätze) zeigen sich grimmig bis bösartig.
Doch die Lakers lassen sich nicht aus dem Tritt bringen, halten entschlossen dagegen und bringen den Sieg sicher ins Trockene. Somit bleibt die Mannschaft von Jeff Tomlinson in Tuchfühlung mit den Playoff-Plätzen.
Der Beste: Kevin Clark (SCRJ Lakers). Die ersten beiden Tore gehen auf sein Konto. Grosse Klasse ist sein Direktschuss zum 2:0 nach einem schönen Pass von Roman Cervenka.
Die Pflaume: Tanner Richard (Servette). Der Center, der für den Nati-Termin nächste Woche in Visp aufgeboten wurde, präsentiert sich in einer schlechten Form. Das 0:3 verschuldet er mit einem leichtfertigen Puckverlust vor dem eigenen Tor.
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Davos – Lausanne 2:1 n.V.
4629 Fans
Tore: 30. Nodari (Jooris) 0:1, 51. Ambühl (Palushaj) 1:1, 65. Hischier (Rantakari) 2:1.
Das Spiel: Langeweile in der Startphase? Nicht in Davos! Die Bündner legen gegen Lausanne los wie die Feuerwehr, kommen in den ersten zwei Spielminuten zu gleich drei dicken Torchancen. Aber auch die Gäste lassen sich nicht lumpen. Aeschlimann muss seinen Schoner beim Versuch von Lindbohm nach knapp zwei Minuten ganz weit ausfahren, um den frühen Rückstand zu verhindern. Dem Torerfolg im ersten Drittel am Nächsten kommt Nando Eggenberger, der den Puck nach einem schön gefahrenen Konter nur an die Latte setzt. Und die Torumrandung kommt gleich noch einmal zum Einsatz, als Sven Jung nach 23 Minuten den Puck nur am Pfosten platziert.
Stattdessen sind es die Westschweizer, die zur Spielmitte das erste Mal jubeln dürfen. Matteo Nodari trifft die Scheibe perfekt, sorgt mit einem Sonntagsschuss für die Führung des LHC. Die geht zu diesem Zeitpunkt in Ordnung, mittlerweile ist Lausanne spielbestimmend. Nur Minuten später scheitert Traber nach einem herrlichen Solo an Aeschlimann. Der Schlussmann der Davoser muss kurz vor der Pausensirene gleich mehrmals rettend eingreifen. Die Führung für Lausanne könnte nach dem zweiten Drittel auch durchaus höher ausfallen, auf dem Papier haben die Westschweizer fast drei Mal so viele Torschüsse wie der HCD.
Perttu Lindgren vollendet zu Beginn des dritten Drittels den Metall-Hattrick der Bündner, trifft wieder nur die Torumrandung. Kann eine Mannschaft an einem Abend so viel Pech haben? Dass der HCD doch noch zum Ausgleich kommt, scheint niemand mehr so richtig zu glauben – bis Andres Ambühl den Puck doch noch im Netz unterbringen kann. Der Ur-Davoser rettet den HCD in die Verlängerung – und sieht, wie Luca Hischier kurz vor Ablauf der Verlängerung mit einem satten Sonntagsschuss unters Lattenkreuz dem HCD doch noch den Sieg sichert.
Der Beste: Sandro Aeschlimann (HC Davos). Der Goalie des HCD ist entscheidend am Sieg beteiligt. Seine Paraden sind teils von einem anderen Stern. Ganz starke Leistung!
Die Pflaume: Sven Jung (Davos). Schiesst den Puck nur an den Pfosten statt ins Tor und verliert die Scheibe immer wieder unnötig.
Samstag, 7. Dezember
Ajoie – Kloten 1:3
Olten – EVZ Academy 10:5
Ticino Rockets – La Chaux-de-Fonds 1:8
GCK Lions – Thurgau 1:2
Langenthal – Visp 2:3
Sierre – Winterthur 7:2
Die Tabelle
1. Kloten 27/58
2. Olten 27/55
3. Visp 27/53
4. Thurgau 27/53
5. Ajoie 26/50
6. Langenthal 26/46
7. Chaux-de-Fonds 27/36
8. GCK Lions 27/36
9. Sierre 27/30
10. EVZ Academy 25/26
11. Winterthur 27/21
12 Ticino Rockets 27/16
Samstag, 7. Dezember
Ajoie – Kloten 1:3
Olten – EVZ Academy 10:5
Ticino Rockets – La Chaux-de-Fonds 1:8
GCK Lions – Thurgau 1:2
Langenthal – Visp 2:3
Sierre – Winterthur 7:2
Die Tabelle
1. Kloten 27/58
2. Olten 27/55
3. Visp 27/53
4. Thurgau 27/53
5. Ajoie 26/50
6. Langenthal 26/46
7. Chaux-de-Fonds 27/36
8. GCK Lions 27/36
9. Sierre 27/30
10. EVZ Academy 25/26
11. Winterthur 27/21
12 Ticino Rockets 27/16
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 52 | 71 | 117 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 52 | 46 | 100 | |
3 | Genève-Servette HC | 52 | 15 | 91 | |
4 | ZSC Lions | 52 | 32 | 91 | |
5 | HC Lugano | 52 | 30 | 89 | |
6 | Lausanne HC | 52 | 18 | 85 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 52 | -4 | 81 | |
8 | EV Zug | 52 | -19 | 75 | |
9 | SC Bern | 52 | -10 | 68 | |
10 | EHC Biel | 52 | -22 | 67 | |
11 | SCL Tigers | 52 | -7 | 64 | |
12 | EHC Kloten | 52 | -26 | 63 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 52 | -49 | 59 | |
14 | HC Ajoie | 52 | -75 | 42 |