National League
Grandioser Pass im Fussball-Stil und Spektakel ohne Ende

Das Jahr 2023 hätte in Sachen Hockey-Kunst auf Schweizer Eis nicht besser beginnen können.
Publiziert: 02.02.2023 um 10:19 Uhr
Eishockey-Redaktion

Noch nie war die Auswahl an Kandidaten fürs Tor des Monats so gross. Das Rennen macht Lakers-Schwede Pontus Aberg, der sich gegen Fribourg auch von einem Foul von Ryan Gunderson nicht beeindrucken lässt und den Puck auf dem Bauch liegend ins Tor befördert.

Tor des Monats Januar: Lakers-Schwede Aberg über seine Wunder-Kiste(01:01)

Wie hat er das nur gemacht? Kloten-Stürmer Jonathan Ang denkt schon, er habe getroffen. Doch irgendwie schafft es Tigers-Goalie Stéphane Charlin noch, den Puck zu stoppen. Ang bleibt nur die Verzweiflung.

Riesenparade von Tigers-Goalie: Hier scheitert Jonathan Ang am überragenden Charlin(00:43)

Die Show kommt in der National League nicht zu kurz. In positiver wie in negativer Hinsicht. In die zweite Kategorie gehört die Einlage von Zug-Schwede Carl Klingberg, der nach einem Techtelmechtel mit ZSC-Verteidiger Dario Trutmann den Eindruck vermittelt, er sei von einem harten Schlag getroffen worden. Der Zürcher muss dafür 2 Minuten raus. Klingberg bekommt eine Busse von 2000 Franken.

Schwalbe des Monats: Zugs Klingberg täuscht ein Foul vor(00:32)

Die Datteln, die Roman Cervenka (37) in der Kabine zu sich nimmt, scheinen im Januar die Wirkung eines Zaubermittels zu haben. Der Tscheche ist nicht zu stoppen. Er zelebriert gegen Fribourg und Lausanne innert zwei Tagen zwei Hattricks. Letztmals hatte 2017 ein Spieler (Berns Mason Raymond) in zwei Partien in Folge dreifach getroffen. Die unfassbare Bilanz des Liga-Topskorers im Januar: 9 Spiele, 22 Punkte.

Teufelskerl Cervenka! Der doppelte Hattrick im Video(01:11)

Klotens Finne Arttu Ruotsalainen greift gegen Zug so tief in die Trickkiste, dass man sich schon fragt, ob es wirklich Absicht war. Er macht einen Doppelpass mit dem Tor-Gehäuse und trifft. «Ich war super glücklich, dass der Trick funktioniert hat», sagt er danach. «In den letzten Wochen habe ich ihn im Training erst wenige Male geübt.» Einige Tage später kopiert Fribourgs Killian Mottet das Kunststück.

Herrlicher Treffer gegen Zug: Ruotsalainen spielt ein Doppelpass mit der Torumrandung(00:53)

Nach dreieinhalb Jahren endet die Zeit von Christian Wohlwend an der Bande in Davos. Der auslaufende Vertrag des Engadiners wird nach monatelangem Hinhalten nicht nur nicht verlängert, Wohlwend muss seinen Platz gar sofort räumen. Seine Assistenten Walteri Immonen und Glen Metropolit übernehmen. Damit haben bereits sechs Teams diese Saison den Trainer gewechselt – so viele wie noch nie.

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Und da kommt schon die nächste fantastische Aktion aus der Spektakel-Abteilung. Dabei zeichnet sich Servette-Tormaschine Teemu Hartikainen als Vorbereiter aus, als er auf den Puck steht, zwei ZSC-Spieler ausdribbelt und dann Marc-Antoine Pouliot bedient. Und das alles mit dem Fuss. Teamkollege Linus Omark habe ihm das beigebracht, sagt er hinterher im MySports-Interview mit einem verschmitzten Lächeln über seine fussballerische Einlage.

Assist des Monats: Teemu Hartikainen machts wie Lionel Messi(00:26)

Damien Brunner (36) zeigt wieder einmal, warum er die Nummer 1 der Liga ist, wenn es darum geht, in einem TV-Interview für Unterhaltung zu sorgen. Diesmal nimmt der Zürcher in Bieler Diensten die Liga aufs Korn. Er kritisiert, dass man keine Kameras auf Höhe der blauen Linie hat, ebenso die neue Regelauslegung in Sachen Goalie-Behinderung und dass zahlreiche Trainer gefeuert und neue Ausländer verpflichtet wurden, obwohl während der Pandemie über fehlendes Geld und zu hohe Löhne gejammert worden sei.

«Keiner bringt es fertig, eine sch**** Kamera zu platzieren»Damien Brunner, Biel-Stürmer
Biel-Brunner platzt der Kragen: «Keiner bringt es fertig, eine sch**** Kamera zu platzieren»(02:09)

Für jene, die noch nicht genug Spektakel gesehen haben, haben wir noch den Penalty des ZSC-Franzosen Alexandre Texier. Einhändig überrascht er Lugano-Goalie Niklas Schlegel.

Penalty des Monats: Texier zaubert mit einhändigem Trick bei Penalty-Wahnsinn(00:26)

Der SCB droht den Anschluss an die Top 6 zu verlieren. Ausgerechnet jetzt hat Topskorer Chris DiDomenico die Produktion eingestellt. In den letzten sechs Spielen ist der Kanadier torlos geblieben. Kein Wunder, haben die Berner nur eines der letzten acht Spiele gewonnen.

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Wenn Kloten spielt, sind auch die Scouts zugegen. Im Derby gegen die ZSC Lions sitzen 13 NHL-Vertreter in der Swiss Life Arena, hauptsächlich um David Reinbacher (18) zu sehen. Dabei erwischt er für einmal einen schlechten Abend. Ansonsten zeigt der Österreicher aber immer wieder, was er drauf hat: jede Menge.

Manchmal muss man mit einem neuen Ausländer auch ein wenig Geduld haben. Seit der Nati-Pause im Dezember wird Fribourg-Schwede Marcus Sörensen den Erwartungen endlich gerecht.


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