ZSC Lions – SCRJ Lakers 5:4 n.P.
8667 Fans
Das Spiel: In den anderen Stadien fragt sich mancher: Was ist denn da in Zürich los? Kaum haben es sich die Zuschauer bequem gemacht, führen die SCRJ Lakers 3:0. Zweimal trifft der Tscheche Roman Cervenka, der letzte Saison noch für die ZSC Lions stürmte. Dazwischen lässt dessen junger Landsmann mit Schweizer Lizenz, Frantisek Rehak Goalie Lukas Flüeler schlecht aussehen. So ist das Spiel für den dreifachen Meistergoalie, der den heissen Armen seines finnischen Konkurrenten Joni Ortio im Nacken spürt, beendet, bevor es richtig begonnen hat. Nach drei Schüssen und drei Gegentoren in den ersten 107 Sekunden wird der 31-Jährige ersetzt. Flüeler ist zwar nicht der einzige ZSC-Spieler, der am Anfang nicht parat ist, aber der einzige, der ausgetauscht werden kann.
Während sich Ortio, der erstmals als Ersatz nominiert ist (der Schwede Marcus Krüger fehlt immer noch verletzt), bereit macht, nimmt Lions-Coach Rikard Grönborg sein Timeout: Beruhigen. Durchatmen lassen. An die Geduld appellieren – Zeit bleibt ja noch genug. Und tatsächlich: Die Zürcher melden sich zurück. Noch im ersten Drittel kommen sie auf 2:3 heran. Und zu Beginn des Schlussabschnitts schiesst Phil Baltisberger, dessen Bruder Chris verletzt ausscheidet, den ZSC mit 4:3 in Führung.
Doch das ist noch nicht der Schlusspunkt in diesem chaotischen, verrückten und höchst unterhaltsamen Spiel. Mit dem ersten 3-Punkte-Sieg im Hallenstadion seit dem 12. September 2012 wird es für die Lakers zwar nichts. Doch mit leeren Händen müssen sie nicht ans andere Ende des Zürichsees reisen. Casey Wellman gleicht zum 4:4 aus. Erst im Penaltyschiessen sichert sich der Leader den Sieg doch noch: Dabei treffen alle drei Zürcher Schützen.
Das Ja: Rapperswil-Jona erhält eine zusätzliche Halle mit einem Feld mit NHL-Massen. Das Volk hat der Trainingshalle Grünfeld grünes Licht erteilt.
Der Beste: Christian Marti (ZSC). Hinten nicht perfekt. Doch der Defensiv-Mann trifft per Ablenker an vorderster Front.
Die Pflaume – Lukas Flüeler (ZSC). Ohne Parade ins Bett. Ein bitterer Abend für die Zürcher Nummer 1.
Tore: 1. Cervenka (Clark) 0:1. 2. Rehak (Dünner) 0:2. 2. Cervenka (Egli) 0:3. 4. Bodenmann (Diem, Geering/PP) 1:3. 14. Wick (Roe, Suter) 2:3. 41. Marti (Wick, Diem) 3:3. 43. P. Baltisberger (Hollenstein) 4:3. 48. Wellman (Schmuckli) 4:4. – Penaltyschiessen: Cervenka -, Suter 1:0; Rowe 1:1, Wick 2:1; Clark -, Roe 3:1; Dünner -.
Lausanne – SC Bern 2:5
Seit eineinhalb Wochen hat der SCB mit dem Finnen Tomi Karhunen einen neuen Goalie. Und seither punktet der kriselnde Meister in jeder Partie, holt sich in Lausanne den zweiten Vollerfolg in Serie. Das ist seit dem Saisonstart im September nie mehr vorgekommen! Dabei lässt der Beginn noch Böses erahnen. Der SCB geht nach 126 Sekunden in Rückstand, wird auch nach dem 0:1 unter Druck gesetzt. Doch Karhunen, behält die Übersicht, dirigiert darüber hinaus seine Vorderleute. Die Ruhe des 30-Jährigen überträgt sich aufs gesamte Team. Die Berner präsentieren sich als Stehaufmännchen. Drei Minuten nach dem 0:1 gleicht der unermüdliche Mark Arcobello – der Ami trifft doppelt – das Spielgeschehen wieder aus. Und als das Team von Kari Jalonen im letzten Abschnitt nur 42 Sekunden nach der erstmaligen Führung das 2:2 kassiert, steckt Bern auch diesen Rückschlag weg.
Vincent Praplan reagiert auf einen Abpraller bei Tobias Stephan – Lausannes Schlussmann wurde zum zweiten Mal Vater – am schnellsten. Der Schuss kommt von Andrew MacDonald. Jalonens Massnahme, den Verteidiger für den routinierten Stürmer Andrew Ebbett (36) einzusetzen, verfehlt seine Wirkung nicht.
Für die Entscheidung sorgt schliesslich Gregory Sciaroni. 23 Spiele lang gelang dem Stürmer nichts Zählbares, nun trifft er zum zweiten Mal innerhalb einer Woche. Für den SCB ist es der erste Sieg gegen Lausanne in dieser Saison. Von überschwänglicher Freude ist jedoch wenig zu sehen. Schon vor einer Woche betonte Thomas Rüfenacht: «Wir dürfen nach Siegen nicht wie die Meister jubeln und nach Niederlagen auch nicht in Weltuntergangs-Stimmung verfallen.» Für Bern gehts Schlag auf Schlag. Am Samstag kommts zum Strichduell gegen Gottéron.
Der Beste – Mark Arcobello (SCB): Auf den Topskorer ist einfach verlass. Trifft und trifft und trifft. Gegen Lausanne doppelt.
Die Pflaume – Lukas Frick (LHC): Verpasst vor dem 2:4 die Scheibe.
Tore: 3. Herren (Moy) 1:0. 6. Arcobello (Rüfenacht, Burren) 1:1. 42. Arcobello (Moser, Rüfenacht) 1:2. 43. Kenins (Jooris, Jeffrey) 2:2. 52. Praplan (MacDonald, Untersander) 2:3. 57. Sciaroni (Scherwey) 2:4. 60. (59:03) Andersson 2:5 (ins leere Tor).
Fribourg – Davos 3:1
6136 Fans
Das Spiel: Fribourg-Gottéron schlägt Davos mit deren Tugenden. Läuferisch und spielerisch sind die Saanestädter klar überlegen. Nur mit der Chancenauswertung klappt es wie die ganze Saison nicht. Zum Glück für Davos, sonst wären die Bündner mit einer Packung nach Hause gereist.
Der Beste – Ryan Gunderson, der Fribourg Verteidiger hinten grundsolid und vorne torgefährlich.
Die Pflaume – Julien Sprunger, der ehemalige Fribourger Topskorer trifft das Tor nicht mehr, nicht einmal das leere.
Tore: 5. Gunderson (Rossi) 1:0. 6. Du Bois 1:1. 30. Brodin (Stalder) 2:1. 44. Marchon (Mottet, Gunderson/PP) 3:1.
Genf – Biel 3:2
5906 Fans
Das Spiel: Nur 3 Punkte trennen die beiden Teams vor dem Spiel. Biel erwischt den besseren Start und entwickelt viel Druck und Tempo. Yannick Rathgeb bringt die Seeländer mit einem sehenswerten Sololauf früh zu einer verdienten Führung. Die Genfer wirken träge und haben Mühe ins Spiel zu finden. Das zweite Drittel zeigt ein verwandeltes Genf, das nun immer häufiger vor Hiller auftaucht. Doch der Bielerhüter rettet einige gute Genferchancen für seine Vorderleute. Die Bieler Abwehr zeigt Schwächen und lässt dem Gegner zuviel Raum, sodass die Spieler von Patrick Emond Ihr Spiel aufziehen können. Deniss Smirnovs gibt darauf ein Müsterchen seines Könnens ab und leitet zuerst mit einem perfiden Querpass den Ausgleich ein. 204 Sekunden später versenkt er, vor Hiller, einen Pass ins Slot von Patry zur erstmaligen Führung der Grenats. Die Bieler werden auf dem linken Fuss erwischt und können vorerst nicht reagieren. Die Genfer sind in wichtigen Zweikämpfen immer einen Schritt voraus. Dies ist auch in der 44. Minute der Fall, als Tommy Wingels zu leichtfüssig an Beat Forster vorbeiziehen kann und die Scheibe zwischen den Beinschonern Hillers zur 3:1 Führung einschiesst. Biels Reaktion fehlt es an Durchschlagskraft, so dass die Genfer immer wieder mit schnellem, gefährlichem Konterspiel aufspielen können. Es ist Toni Rajala der ein Zeichen für die Bieler setzt und mit einer gelungenen Täuschung der 3:2 Anschlusstreffer einleitet. Zu mehr reicht es für die Bieler nicht. Mit diesem wichtigen Sieg gegen einen direkten Widersacher halten die Genfer den Kontakt nach vorne. Es ist der erste Sieg Genfs in der dritten Begegnung gegen Biel.
Die Entdeckung: Deniss Smirnovs (Genf). Der 20jährige Lette spielt seit der Saison 2014/15 in Genf und ist neu Mitglied der ersten Mannschaft seit dieser Saison. Der Mittelstürmer der 3. Angriffsreihe hat in 26 NL-Spielen bereits 13 Skorerpunkte erzielt.
Im 2019 debütiert er in der lettischen Nati und erzielt 2 Tore aus 3 Spielen. Der talentierte Lette hat im Oktober seinen Vertrag bei den Genfern um 3 Jahre bis 2022 verlängert. Genf hat mit Verteidiger Sandis Smons (20) einen weiteren Letten im Team.
Die Premiere: Janis Jérôme Moser (Biel,20) erzielt beim 3:2 Anschlusstreffer gegen Genf sein erstes NL-Tor.
Der Beste: Smirnovs (Genf) Ein Tor und ein genialer Pass von Ihm leitet die Wende ein.
Die Pflaume: Forster (Biel) Lässt Wingels vor dem 3:1 zuviele Freiheiten.
Die Tore: 7. Rathgeb (Forster) 0:1. 27. Mercier (Smirnovs) 1:1. 30. Smirnovs (Patry) 2:1. 44. Wingels 3:1. 55. Moser (Rajala) 3:2.
SCL Tigers – Lugano 3:2
5585 Fans
Das Spiel: Nach neun Pleiten in zehn Spielen gelang den Bianconeri am Dienstag in Fribourg (3:1) wieder mal ein Erfolgserlebnis. Nur ein Strohfeuer? Denn der Start in Langnau misslingt dem Kapanen-Team komplett – 0:2 nach 17 Minuten. In beiden Situationen sind die Gäste nur Statisten. Doch die kriselnden Tessiner reagieren stark. Nur 20 Sekunden nach dem zweiten Gegentreffer gelingt ihnen durch einen Ablenker von Lammer der Anschluss, kurz vor der zweiten Pause gar der verdiente Ausgleich durch Jecker (erstes Tor seit 70 Partien). Im letzten Drittel wirds hektisch. Erst bringt DiDomenico die Tigers in Überzahl wieder in Führung. Dann bescheren Schmutz (Stockschlag) und Maxwell (lässt als Protest gegen die Strafe von Schmutz den Stock theatralisch fallen) Lugano fünf Minuten vor Schluss eine doppelte Überzahl. Die Tessiner schiessen aus allen Rohren und treffen drei Mal (!) die Torumrandung. Insgesamt sind es sogar sechs Metalltreffer für den HCL! Zum Ausgleich reicht es aber nicht mehr. Es ist die zehnte Pleite in den letzten zwölf Partien. Langnau bleibt über, Lugano unter dem Strich.
Der Beste: DiDomenico (Tigers). Schöne Vorlage beim 1:0, entscheidendes Tor zum 3:2.
Die Pflaume: Romanenghi (Lugano). Beim 2:3 auf der Strafbank.
Die Tore: 8. Pesonen (DiDomenico) 1:0. 17. Schilt (Rüegsegger) 2:0. 18. Lammer (Suri, Chorney) 2:1. 40. Jecker (Fazzini, Bertaggia) 2:2. 54. DiDomenico (Pesonen, Glauser/PP) 3:2.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 52 | 71 | 117 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 52 | 46 | 100 | |
3 | Genève-Servette HC | 52 | 15 | 91 | |
4 | ZSC Lions | 52 | 32 | 91 | |
5 | HC Lugano | 52 | 30 | 89 | |
6 | Lausanne HC | 52 | 18 | 85 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 52 | -4 | 81 | |
8 | EV Zug | 52 | -19 | 75 | |
9 | SC Bern | 52 | -10 | 68 | |
10 | EHC Biel | 52 | -22 | 67 | |
11 | SCL Tigers | 52 | -7 | 64 | |
12 | EHC Kloten | 52 | -26 | 63 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 52 | -49 | 59 | |
14 | HC Ajoie | 52 | -75 | 42 |