Biel – Lugano 6:4
Das Spiel: Gross war sie, die Erleichterung in Biel nach dem letzten Wochenende. Endlich, nach sechs Niederlagen in sieben Partien, gabs beim 4:1 gegen Langnau wieder einmal Punkte. Eine tadellose Leistung zeigte Goalie Joren van Pottelberghe mit 35 Paraden. Doch auf den 23-Jährigen muss der EHCB vorerst verzichten.
Van Pottelberge musste nach einem positiven Coronafall in seinem privaten Umfeld in Quarantäne. Genau wie Beat Forster, der anders als Van Pottelberghe auch selbst positiv auf das Virus getestet wurde. Doch die Seeländer stecken die Ausfälle genauso locker weg, wie die Rückschläge auf dem Eis.
Gleich zu Beginn lässt Biel eine Reihe guter Möglichkeiten ungenutzt und geht dann prompt zum zehnten Mal im zwölften Spiel in Rückstand. Lugano-Captain Romain Loeffel trifft zum ersten Mal in dieser Saison.
Doch das Team von Lars Leuenberger dreht die Partie innerhalb von sechs Minuten, profitiert dabei beim 1:2 von einem Riesen-Bock von Thomas Wellinger, der an der gegnerischen blauen Linie einen Rückpass Lajunens nicht annehmen kann.
Biel bringt sich während des ganzen Spiels immer wieder in Bedrängnis. Als Luca Cunti wegen Hakens auf der Strafbank sitzt, lässt sich ausgerechnet Captain Kevin Fey zu einem Stockschlag hinreissen, versetzt sein Team in doppelte Unterzahl und ermöglicht so Luca Fazzini das 2:2.
Kurz vor der zweiten Pause nehmen sich die Seeländer die Chance in Überzahl, kassieren nach einem Wechselfehler zwei Strafminuten. Offensiv aber weiss Biel stets zu gefallen.
Nicht nur die Zuspiele Luca Cuntis sind eine Augenweide. Auch was Verteidiger Yannick Rathgeb aufs Eis zaubert, ist schlicht Klasse. Der 25-Jährige, der vor dem Spiel hinter Michael Hügli (-11) die zweitschlechteste Plus/Minus-Bilanz (-10) des Teams aufweist, bereitet zwei Tore vor und schiesst zwei gleich selbst. Der Höhepunkt? Nach 48 Minuten schnappt sich Rathgeb in der neutralen Zone die Scheibe, lässt Loeffel stehen, zieht dann auch noch hinter dem Tor durch und bezwingt Lugano-Keeper Schlegel herrlich Backhand.
Lugano kassiert nach vier Siegen in Folge die erste Niederlage.
Der Beste – Yannick Rathgeb (Biel): Klasse, was der 25-Jährige zeigt. 2 Tore, 2 Assists.
Die Pflaume – Thomas
Wellinger (Lugano): Riesen-Bock beim 1:2.
Tore: 7. Arcobello (Loeffel, Wellinger) 0:1. 9. Kohler (Tanner, Rathgeb) 1:1. 13. Fuchs 2:1. 16. Fazzini (Morini/PP2) 2:2. 19. Rathgeb (Cunti/PP) 3:2. 33. Wellinger (Loeffel) 3:3. 40 (39:34) Brunner (Cunti, Rathgeb) 4:3. 48. Rathgeb 5:3. 53. Hofer (Moser, Rajala/PP) 6:3. 58. Bödker (Lajunen, Arcobello/PP) 6:4.
Genf – Lakers 1:0
Das Spiel: Es ist nicht die Frage, ob Servettes Linie um Liga-Topskorer Linus Omark (33) ein Tor schiesst. Sondern nur wann. Er füttert NHL-Ausleihe Damien Riat (von Washington) nur so mit herrlichen Zuspielen für gefährliche Torchancen. Sowieso ist die Anfangsphase absolut in den Händen der Genfer.
Die Lakers können kaum durchatmen und sind ebenso wenig im Puckbesitz. Sie benötigen fast acht Minuten, bis sie überhaupt ein erstes Mal den Puck in Richtung gegnerisches Gehäuse pfeffern. Ansonsten wirbeln vor allem die Servettiens angriffslustig ums das Tor von SCRJ-Goalie Nyffeler. Bei einer dieser Aktionen kommt es zu einem Zweikampf zwischen Mauro Dufner und eben diesem Omark. Der Lakers-Verteidiger fasst dem verdienten Träger des gelben Helms ins Gesicht – und plötzlich kniet Omark auf dem Eis und schaut ungläubig in seine Hand: Darin liegt ein Zahn. Ob ein richtiger oder allenfalls ein Provisorium, ist nicht aufzuschlüsseln. Aber fortan ist seine Zahnlücke unübersehbar.
Behindert ihn aber nicht beim Toreschiessen: Omark selbst trifft zur 1:0-Führung. Die hält so lange an, weil SCRJ-Goalie Nyffeler sein Team mit starken Paraden vor einem grösseren Rückstand bewahrt. Am Ende hat er 39 Schüsse pariert. Die Lakers kommen zwar zu mehr Möglichkeiten, aber wirklich zwingende sind es kaum. Egli hämmert mal an die Latte. Dass die Genfer aus ihren Chancen nicht mehr machen, ist der puren Ineffizienz geschuldet. Den ersten Sieg nach drei Pleiten holen sie trotzdem. (N.V.)
Der Beste – Linus Omark (Servette). Der Liga-Topskorer ist Denker und Lenker des Spiels.
Die Pflaume – Kevin Clark (SCRJ). Von der Zaubermaus ist nicht viel zu sehen. Die Schlussminuten verbringt er auf der Strafbank.
Tor: 17. Omark (Smirnovs) 1:0.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 46 | 61 | 102 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 47 | 42 | 88 | |
3 | HC Lugano | 46 | 34 | 81 | |
4 | ZSC Lions | 46 | 27 | 80 | |
5 | Genève-Servette HC | 46 | 3 | 77 | |
6 | Lausanne HC | 46 | 21 | 76 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 46 | -14 | 67 | |
8 | EV Zug | 46 | -16 | 67 | |
9 | SC Bern | 46 | -4 | 64 | |
10 | SCL Tigers | 46 | 4 | 64 | |
11 | EHC Biel | 46 | -22 | 59 | |
12 | EHC Kloten | 46 | -23 | 53 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 46 | -44 | 52 | |
14 | HC Ajoie | 47 | -69 | 39 |