Die Lakers gehen so weit, wie sie die Füsse tragen. Im siebten Viertelfinalspiel endet ihr Weg in Fribourg in der Overtime. Der Favorit setzt sich doch noch durch und zieht zum dritten Mal in Folge in den Halbfinal ein. Dort trifft Gottéron ab Samstag auf Servette oder die ZSC Lions, wenn sich Lausanne im letzten Viertelfinal durchsetzt. Für die Routiniers Sprunger (Karriereende) und Berra (wechselt zu Kloten) bleibt der Meistertraum am Leben.
Das Rönnberg-Team kann durchatmen und hoffen, dass das Überstehen der ersten, mental stets besonders anspruchsvollen Runde nach einem 0:2- und 2:3-Rückstand eine befreiende Wirkung hat.
Für Spiel 7 lichtet sich bei Fribourg auch das Lazarett ein wenig: Stürmer Biasca kann sein Comeback im BBB-Sturm neben Topskorer Borgström und Bertschy geben. Anders bei den Lakers. Sie müssen nach Nati-Stürmer Moy, der rechtzeitig für den Kampf um einen WM-Platz wieder fit sein könnte, auch auf Taibel verzichten, der am Montag von Nemeth, der dafür gesperrt wurde, mit zwei Crosschecks traktiert worden war. Herbe Verluste für Rappi-Coach Lundskog, der den beiden Centern im Schnitt in den Playoffs am meisten Eiszeit bei Gleichstand gegeben hat.
Rückkehrer Biasca trifft
Rappi beginnt das entscheidende Spiel zwar mutig, doch schon nach fünf Minuten liegt der Puck im Netz von Goalie Nyffeler. Dabei ist es Rückkehrer Biasca, der nicht nur so vor Energie sprüht, sondern auch einen Schuss von Jecker gekonnt entscheidend ablenkt. Wie am Montag liegen die Lakers zur ersten Pause 0:2 zurück. Damals hatte Hofer beim ersten Gegentreffer einen Schuss ins eigene Tor abgelenkt. Diesmal ist es Verteidiger Maier, der seinen eigenen Goalie bezwingt, als er einen Pass von Johnson mit dem Schlittschuh ablenkt.
Doch wer die Gäste schon abschreibt, unterschätzt ihren Charakter. Nach der Pause übernehmen sie sofort das Kommando. Und auch ein Timeout von Rönnberg, der das drohende Unheil spürt, hilft Gottéron nicht. Kurz darauf verkürzt Lammer. Mit dem zweiten Powerplaytor der ganzen Serie doppelt Strömwall nach. Und als Wallmark zum zweiten Mal auf die Strafbank wandert, bringt Pilut mit einem Distanzschuss die Rosenstädter gar in Führung. Wahnsinn.
Im 3. Drittel kann sich Fribourg aus der Schockstarre lösen. Und es scheint, dass Rau Nyffeler von der Grundlinie zum 3:3 erwischt hat. Doch die Schiedsrichter entscheiden beim zweiten (!) Review, dass der Puck durch ein Loch im Netz eingedrungen war.
Wahnsinn. Entscheidend dabei: Nyffeler und Maier haben den Unparteiischen nach der ersten Video-Konsultation das Loch gezeigt.
Fribourg bleibt aber dran und der Ausgleich kommt doch noch: De la Rose ist der Torschütze. Die Lakers retten sich in die Overtime. Auch da ist Gottéron am Drücker und in der 77. Minute schiesst Jecker nach einem Fehler von Larsson die Drachen in den Halbfinal.
Am Ende fehlt den Lakers im elften Spiel in 20 Tagen wohl auch die Kraft, um sich mit dem dritten Halbfinal-Einzug nach 2006 und 2021 zu belohnen. Das ändert nichts daran, dass Rappi auf eine starke Saison zurückblicken kann und Lundskog viel aus diesem Team herausgeholt hat.
9372 Fans
Tore: 5. Biasca (Jecker, Arola) 1:0. 19. Johnson (Reber, Streule) 2:0. 25. Lammer (Albrecht, Capaul) 2:1. 29. Strömwall (Pilut, Albrecht/PP) 2:2. 38. Pilut (Strömwall, Dünner/PP) 2:3. 54. De la Rose (Rau, Wallmark) 3:3. 77. Jecker 4:3.