Ligareform aus deutscher Sicht
«Ungläubiges Staunen und eine echte Schockstarre»

Der Deutsche TV-Kommentator Basti Schwele ist ein Kenner des europäischen Eishockeys. Er hätte sich gewünscht, dass die Schweizer es besser machen als die Deutsche Eishockey Liga (DEL). Dort dürfen pro Team neun Ausländer eingesetzt werden.
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Der Deutsche Hockey-Kommentator Basti Schwele (44) verfolgt die Schweizer Liga seit Jahrzehnten.
Steffi Buchli

Was war Ihre Reaktion auf die Liga-Entscheidung?
Basti Schwele (44):
Wie wahrscheinlich bei allen – ein ungläubiges Staunen und eine echte Schockstarre. Ich liebe das Schweizer Eishockey und bin als MySports-Kommentator regelmässig hier im Einsatz.

Deutschland kennt die Diskussionen rund um die Ausländer-Thematik im Eishockey. Was hätten wir von euch lernen können?
Man hätte sich das Ganze in Deutschland und Österreich in den vergangenen Jahren anschauen können und man hätte gesehen, dass zu viele Importspieler sicher kein Heilmittel sind und bestimmt keine Kostenersparnis bringen. Das ist ein vorgeschobenes Argument. Fakt ist: Für die Schweizer Nationalmannschaft und den Nachwuchs ist die Entscheidung ein klares Zeichen: Wir wollen euch nicht.

Warum glauben Sie nicht an eine Kostensenkung?
In Deutschland stiegen die Lohnkosten in der DEL jedes Jahr weiter an. Nicht einmal in der Krise wird man vernünftig. Straubing zum Beispiel hat in der Corona-Saison alle elf, Sie hören richtig, alle elf Ausländerlizenzen bereits vergeben. Das ist Irrsinn. Dabei gibt der Klub vor, ums Überleben zu kämpfen. Wir haben in Deutschland nur in drei Klubs eine ernstzunehmende Nachwuchsarbeit, in Berlin, Mannheim und München. Die beiden Letzteren haben Grosskonzerne als Financiers im Rücken. Ansonsten darbt der deutsche Nachwuchs, weil er auf oberster Ebene zu wenig Spielzeit erhält.

Die Deutsche Nationalmannschaft ist, mitunter wegen der Situation in der Liga, über Jahre total abgetaucht. Droht der Schweizer Nati nun dasselbe?
Hoffentlich nicht, denn ich glaube, im Verband sitzen sehr smarte Menschen und vor allem Patrick Fischer wird diesen Entscheid nicht arglos hinnehmen. Die Schweiz geniesst im Eishockey in ganz Europa ein gutes Ansehen. Wegen dem Aushängeschild Nationalteam. Entscheide gegen den Willen von Fans und Spielern durchzudrücken, so wie das die Liga gerade macht, schwächt die Sportart. Alle in eine Richtung – Teamwork, das ist das Zauberwort.

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National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
42
53
90
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
43
41
81
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
43
10
76
4
HC Lugano
HC Lugano
43
27
75
5
ZSC Lions
ZSC Lions
43
23
74
6
Lausanne HC
Lausanne HC
45
18
73
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
43
-12
64
8
EV Zug
EV Zug
43
-12
64
9
SCL Tigers
SCL Tigers
44
2
60
10
SC Bern
SC Bern
43
-9
59
11
EHC Biel
EHC Biel
43
-20
55
12
EHC Kloten
EHC Kloten
43
-21
50
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
42
-42
46
14
HC Ajoie
HC Ajoie
44
-58
39
Playoffs
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