Kult-Speakerin Chrige Nyfeler
Die Stimme der Tigers

Den einen raubt sie den Nerv. Andere bringt sie ins Schwärmen. Chrige Nyfeler sagt, sie sei «mit den Tigers verheiratet».
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Das ist die Stimme der Tigers
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Kult-Speakerin Chrige Nyfeler:Das ist die Stimme der Tigers
Angelo Rocchinotti

November 1981. Christine Nyfeler absolviert auf der Post in Langnau eine Lehre als Betriebsassistentin. Ihre Leidenschaft ist der SCL. In der Schublade bunkert sie Kaugummis. Die drückt sie Spielern, die am Schalter erscheinen, in die Hand. «Es gab noch keine Berufskleidung. Oft bediente ich im Matchleibchen», erinnert sich die 52-Jährige.

Als sie von Hans-Rudolf Schenk, Simon Schenks Halbbruder, gefragt wird, ob sie im Zeitnehmer-Team mithelfen möchte, sagt «Chrige» sofort zu. Zehn Jahre später löst sie Schenk als Speaker ab – und erreicht mit ihrer unverwechselbaren Stimme Kultstatus.

Die Namen der Spieler spricht sie in breitestem Berndeutsch aus. «Rede ich wirklich so langsam?», fragt sie – und liefert die Antwort gleich selbst. Vor dem Tatzen-Derby gegen den SCB 2007 im Stade de Suisse habe ihr der YB-Speaker gesagt, sie möge bloss nicht zu schnell reden. Als Nyfeler daraufhin die ersten Sätze ins Mikrofon sprach, habe er moniert: So langsam brauche es dann auch nicht zu sein. «Dabei war es mein gewohntes Tempo.»

Auf Kriegsfuss steht «Chrige» mit Fremdsprachen. Maxime Macenauer war sich nicht bewusst, dass er gemeint ist, als ihn die Speakerin zur Best-Player-Ehrung aufrief. «Ich nannte ihn Mäggenauer.»

Keine Hemmungen hat sie vor dem Italienischen. «Weil ich glaube, dass es die Leute sowieso nicht verstehen.» Kommen Biel oder Fribourg, verzichtet «Chrige» auf die französische Übersetzung. «Die sind schliesslich zweisprachig.»

Für Aufsehen sorgte sie 2008, als sie einen Fehler ausmachte und Ref Stefan Eichmann mehrfach zu sich bat. Der hörte sie allerdings nicht und warf den Puck ein. Nyfeler – so wird erzählt – habe daraufhin die Sirene gedrückt und das Spiel unterbrochen. «Das war ein Kollege», stellt sie klar.

«Chrige» bringt es samt Junioren-Spielen auf 100 Einsätze pro Saison. Sie sagt: «Ich bin mit den Tigers verheiratet. Werde ich gefragt, ob ich Kinder habe, antworte ich: Ja, 200 Nachwuchskinder.»

Dass sie im richtigen Leben nie verheiratet war, bereue sie nicht. Noch immer fiebert sie mit dem SCL mit. Auch wenn sie am Mikrofon keine Emotionen verrät. «Ich bin kein Pausenclown», sagt sie. Am Schalter müsse sie sich aber schon beherrschen, wenn schlecht über die Tigers geredet werde.

Wegen «Chrige» haben schon Auswärtige die Langnauer Post aufgesucht.

Geht es nach der 52-Jährigen, wird man ihre Stimme in der Ilfishalle noch lange hören. Nyfeler: «Ich denke nicht ans Aufhören.»

Tigers verlieren trotz dreimaliger Führung in Fribourg
3:03
Rückschlag im Kampf um Playoffs:Tigers verlieren trotz dreimaliger Führung in Fribourg
National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
52
71
117
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
52
46
100
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
52
15
91
4
ZSC Lions
ZSC Lions
52
32
91
5
HC Lugano
HC Lugano
52
30
89
6
Lausanne HC
Lausanne HC
52
18
85
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
52
-4
81
8
EV Zug
EV Zug
52
-19
75
9
SC Bern
SC Bern
52
-10
68
10
EHC Biel
EHC Biel
52
-22
67
11
SCL Tigers
SCL Tigers
52
-7
64
12
EHC Kloten
EHC Kloten
52
-26
63
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
52
-49
59
14
HC Ajoie
HC Ajoie
52
-75
42
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