Trost nach Pleite gegen Davos
Conacher kehrt zum SCB zurück!

Am Sonntag klatscht Bern den HCD mit 5:1 weg. Einen Tag später verliert das Tabellenschlusslicht gegen denselben Gegner 1:2. Servette (gegen den ZSC) und Zug (gegen Lugano) sind in der Verlängerung erfolgreich.
Publiziert: 15.02.2021 um 22:28 Uhr
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Aktualisiert: 22.02.2021 um 16:09 Uhr
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Berns Andersson trifft gegen Davos das leere Tor nicht.

Bern – Davos 1:2

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker!

Das Spiel: Fabrice Herzog sorgte im ersten Duell zwischen Bern und Davos am Sonntag (5:1) für rote Köpfe. Der HCD-Stürmer checkte Berns Eric Blum übel gegen den Kopf. Dieser zog sich eine Hirnerschütterung zu, brach sich die Nase und verletzte sich an der Schulter. «Unnötig und primitiv», brachte es Berns Vincent Praplan auf den Punkt und unterstellte Herzog, er habe Blum verletzen wollen.

Üble Szene: Hier checkt HCD-Herzog SCB-Blum gegen den Kopf(00:37)

Im zweiten Duell am Montag ist der Übeltäter gar nicht erst dabei. Der Einzelrichter hat ihn vorsorglich für gleich zwei Spiele gesperrt. Hässliche Aktionen bleiben aus. Doch Kraftausdrücke hört man dennoch. Sie beziehen sich meist auf die mangelhafte Chancenauswertung der Berner.

Drei Hochkaräter lässt das Heimteam schon in der ersten Viertelstunde liegen. Dabei scheitert Jesper Olofsson, der so vieles richtig macht, aber kaum einmal das Tor trifft (91 Schüsse, 2 Treffer) gleich doppelt. Erst trifft er die Scheibe nicht richtig, als HCD-Keeper Sandro Aeschlimann bereits geschlagen ist. Dann kann der Schwede sieben Minuten später alleine losziehen, vergibt aber erneut.

Ganz anders Davos: Samuel Guerra erwischt SCB-Goalie Tomi Karhunen auf der Fanghandseite. Und Aaron Palushaj trifft nach einem brillanten Solo. Erst 84 Sekunden vor Schluss verkürzt der SCB, der selbst während 118 Sekunden doppelter Überzahl nicht reüssieren kann. Zu spät.

Apropos Karhunen: Zuletzt kamen Gerüchte auf, wonach nach Ted Brithén auch der Goalie den SCB noch während der Saison verlassen könnte. Dem Finnen lag ein Angebot aus Schweden vor. Sportchefin Florence Schelling wollte Karhunen keine Steine in den Weg legen, suchte nach Alternativen und klopfte auch bei Gilles Senn an. Doch weil keine Lösung zustande kam, erteilte man Karhunen keine Freigabe.

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Dafür gibt es einen neuen Ausländer für den SCB: Der kanadische Stürmer Cory Conacher (31) wechselt per sofort von Lausanne zum Team zurück, mit dem er 2016 Meister wurde. Die Berner, die in den letzten Jahren stets im Kontakt mit dem kleinen Goalgetter blieben, übernehmen seinen Vertrag bis 2023. Bei den Waadtländern buchte er in 21 Spielen 9 Tore und 5 Assists, war mehrfach auch überzählig.

Bad-News für Davos: Teemu Turunen ist nach dem Vierländerturnier in Malmö positiv auf Covid-19 getestet worden und muss in Schweden in die Quarantäne. (A.R.)

Der Beste: Aaron Palushaj. (Davos). Herrliches Solo des HCD-Stürmers.

Die Pflaume: Jesper Olofsson (SCB). Weiterhin ein Chancentod.

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Tore: 22. Guerra (Egli, Heinen) 0:1. Palushaj (Ambühl, Barandun) 0:2. 59. Moser (Zryd) 1:2.

ZSC Lions – Servette 3:4 n.V.

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker!

Das Spiel: Neben dem Eis geht es bei Servette rund: Präsident Laurent Strawson sowie die Verwaltungsräte Jacques Apothéloz und Paul Neury sind nach drei Jahren im Amt per sofort zurückgetreten. Bis ein neuer VR gebildet wird, hat die «Fondation 1890», welche die Aktien des Klubs besitzt, ihren Vorsitzenden Didier Fischer, den ehemaligen Präsidenten der Servette-Fussballer, als interimistischen Boss eingesetzt. Die unter anderem von Rolex alimentierte Stiftung hatte Servette 2018 vor dem Untergang bewahrt.

Unbeeindruckt vom Wechsel in der Führung zeigt sich die Mannschaft. Die Genfer zeigen, dass sie eine Spitzenmannschaft sind, mit der zu rechnen ist. In der rassigen Partie geben sie den Takt an und überfordern die ZSC Lions mehrfach mit Tempospiel und Dynamik.

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Doch dreimal können die Zürcher eine Genfer Führung ausgleichen: Erst durch Willy Riedi (22), der mit seinen langen Haaren und der Nummer 68 an die tschechische Legende Jaromir Jagr (wurde am Montag 49) erinnert und sein erstes Saisontor erzielt. Dann durch Denis Hollenstein, der genial volley abstaubt. Und im Schlussabschnitt durch Dominik Diem.

Weil Noah Rod in der Endphase nach einem Foul von Justin Sigrist an Daniel Winnik zur Selbstjustiz greift und so eine doppelte Genfer Überzahl zunichte macht, geht auch das vierte Duell der Saison in die Verlängerung. Zum dritten Mal geht der Sieg an Servette: Verteidiger Henrik Tömmernes trifft. (sr)

Der Beste: Eric Fehr (Servette). Luchst erst Andrighetto vor dem 1:0 den Puck ab, trifft zum 2:1 und rettet in der Endphase gegen Raphael Prassl.

Die Pflaume: Sven Andrighetto (ZSC Lions). Vertändelt im Powerplay die Scheibe und verschuldet so den Shorthander von Winnik. Und kommt in der Overtime gegen Tömmernes zu spät.

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Tore: 20. Winnik (Fehr/SH) 0:1. 22. Riedi (Pedretti, P. Baltisberger) 1:1. 26. Fehr (Jacquemet) 1:2. 30. Hollenstein (Andrighetto, Geering) 2:2. 33. Moy (Karrer, Winnik/PP) 2:3. 56. Diem (Prassl, Riedi) 3:3. 63. Tömmernes (Omark, Winnik) 3:4.

Zug – Lugano 3:2 n.V.

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker!

Das Spiel: Diesmal ist es nur eine 2:0-Führung, die die Zuger wieder preisgeben. Und kein 4:0 wie während den letzten zwei Wochen gleich zweimal (gegen Biel und Zürich).

Doch auch gegen Lugano sind die Zuger tonangebend. Und erarbeiten sich die ersten beiden Tore in einer für sie eher ungewohnten Manier: so richtig dreckig vor dem Tor von Luganos Schlegel. Das 1:0 würgt Klingberg rein, nachdem es schon Shore und Stadler im Slot versucht haben. Das 2:0 stochert Shore noch dermassen spät über die Linie, dass sich die Schiris den Treffer nochmals in der Wiederholung anschauen – aber wie auf dem Eis auch für gut befinden.

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Lugano gleicht mit einem Ablenker von Bödker und einem verwerteten Abpraller von Arcobello im Powerplay aus.

Weil Klingberg in den Schlussminuten zweimal einen gegnerischen Stock frisst und eine blutige Lippe kassiert, hat der EVZ die Chance zum Siegtreffer im Powerplay, vergibt die Chancen aber. Erst in der Verlängerung holen sich die Zuger den Sieg doch noch.

Unter den «Zuschauern»: Zugs am Oberkörper verletzter Goalgetter Hofmann, der sechs Wochen ausfällt. Und Luganos künftiger EVZ-Stürmer Suri, für den die Partie nach nicht mal zehn Minuten mit einer Spieldauer-Strafe vorbei ist. (N.V.)

Der Beste: Klingberg (Zug). Ein Arbeitstier und hart im Nehmen. Er rackert im Slot, wird vom Puck getroffen, zweimal von hohen Stöcken, blutet, und sorgt dennoch für die Entscheidung.

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Die Pflaume: Chiesa (Lugano). Übertreibt in seinen Aktionen immer wieder.

Tore: 12. Klingberg (Shore) 1:0. 33. Thorell 2:0. 34. Bödker (Wellinger, Heed) 2:1. 37. Arcobello (Fazzini/PP) 2:2. 62. Shore (Klingberg) 3:2.


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