Fuss, Ritzmann und Schild
Junge Wilde verzücken den SCB

Der Kleine, der Grosse und der Junge. Die vierte Linie mit Noah Fuss, Fabian Ritzmann und Thierry Schild versorgt den SCB mit viel Energie.
Publiziert: 26.10.2023 um 17:46 Uhr
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SCB-Trainer Jussi Tapola hat eine vierte Linie kreiert, die Energie ins Spiel bringt: Fabian Ritzmann (l.), Noah Fuss und Thierry Schild (r.).
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Am Donnerstag wurden die Flügel des vierten SCB-Sturms belohnt. Die Verträge von Noah Fuss (22) und Thierry Schild (18) wurden bis 2026 verlängert. Und auch den dritten Mann der Sturmreihe, Fabian Ritzmann (21), möchte Sportchef Andrew Ebbett gerne über diese Saison hinaus halten. «Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung sind im Gange. Wir arbeiten daran», sagt der Kanadier.

Das Trio überrascht in dieser Saison. Trainer Jussi Tapola hat seinen Gefallen an seiner vierten Linie gefunden, schickt sie rund zehn Minuten pro Spiel aufs Eis. Und sie versorgt den SCB mit viel Energie. Mutig setzen Fuss, Ritzmann und Schild um, was der finnische Trainer von ihnen verlangt. Während andere Reihen irgendwann den Fuss wieder vom Gaspedal nehmen, machen die drei Jungen weiterhin Dampf. «Es wird immer besser. Sie haben gelernt, den Puck zu behaupten», sagt Ebbett.

Dabei konnte man bei keinem der Drei erwarten, dass er eine so gute Rolle spielen würde. Ritzmann war im vorletzten Sommer vom HCD gekommen, wo man nicht mehr auf ihn gesetzt hatte. «Wir wussten, dass er Potenzial hat, aber nicht, wie gut er es umsetzen kann. Er hat eine grossartige Einstellung», sagt Ebbett über den 1,91 Meter grossen, laufstarken Power-Stürmer, der letzte Saison in jedem Spiel dabei war.

Schild und Fuss waren nicht als Fixstarter eingeplant

Als Tapola im Sommer neu kam, fragte er: «Warum versuchen wir ihn nicht als Center?» Und der Engadiner, der davor nie auf dieser anspruchsvollen Position gespielt hatte, fand sich bald gut zurecht.

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21 Zentimeter kleiner ist Fuss. Der Seeländer begann in der Hockey-Schule in Lyss, spielte dann in der U9 und der U11 beim EHC Biel, ehe er die Juniorenstufen beim SCB durchlief. «Er ist klein, aber keiner arbeitet mehr als er», sagt Ebbett. Dabei war geplant, dass Fuss vor allem in der Swiss League in Basel zum Einsatz kommen würde. Doch der kleine, unermüdliche Flügel sicherte sich schnell die Gunst von Tapola, der grossen Wert aufs Läuferische legt. Es blieb bisher bei vier Einsätzen (mit sechs Skorerpunkten) im Partnerteam.

Auch Schild, der seine ersten Schritte beim HC Münchenbuchsee-Moosseedorf machte und die Sporthandelsschule bei der Feusi mit einer Stage bei den SBB macht, ist ein Eigengewächs und war nicht als Fixstarter eingeplant. «Wir sagten ihm, er könne mit der ersten Mannschaft mittrainieren – ohne ein Versprechen, dass er zu Einsätzen kommen würde. Doch er arbeitete im Sommer enorm hart und erkämpfte sich einen Platz. Es ist wunderbar», sagt Ebbett.

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5 SCB-Spieler in der U20-Nati

Ritzmann, der schon als 13-Jähriger bei der U20 des CdH Engiadina spielte und später eine Kaufmännische Lehre beim HCD machte, buchte seine ersten drei NL-Tore letzte Saison, wartet noch auf seinen ersten Treffer in dieser Spielzeit. Der ehemalige Junioren-Internationale zeigte aber schon beim Startspiel gegen Lausanne seinen Mumm, als er sich dem Faustkampf mit Ex-NHL- und -Nati-Stürmer Cody Almond stellte.

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Schild erzielte letzte Woche in Lausanne sein erstes NL-Tor und Fuss, der die Nummer 13 zu Ehren von Vorbild Pawel Datsjuk trägt, gelang im Derby gegen die SCL Tigers sein dritter NL-Treffer. «Schön, dass sich die Linie zuletzt auch mit Toren belohnt hat», freut sich Ebbett. «Alle drei machen einen wirklich guten Job. Sie hören auf die Coaches. Und waren in den Partien, in denen wir nicht so gut spielten, ein Lichtblick.»

Ebbett hofft, dass noch mehr Junge beim SCB den gleichen Weg machen. «Wir wollen eine Konkurrenzkampf-Kultur aufbauen.» Louis Füllemann und Nick Meile (beide 19) kamen diese Saison auch schon zum Zug und zeigen grosse Fortschritte. Und beim nächsten U20-Nati-Aufgebot werden mit den beiden Verteidigern, Schild sowie den Stürmern Gregory Weber (19), der bei Olten Erfahrungen in der Swiss League sammelt, und Alain Graf (18) fünf SCB-Junioren dabei sein. Schöne Aussichten für die Berner.

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